Trainer Vöhringer als Erfolgsgarant
Erfolgsverwöhnten winkt eine Herkulesaufgabe: Kareth-Lappersdorf II erstmals in der Bezirksliga

11.06.2024 | Stand 11.06.2024, 7:00 Uhr |
Gerd Winkler

So sehen Sieger aus! Der TSV Kareth-Lappersdorf bejubelt den Aufstieg. Foto: Schmautz

Am 4. Juni 2023 gab es in der Fußballabteilung des TSV Kareth-Lappersdorf lange Gesichter. Der Kreisliga-Mannschaft blieb nach der 1:2-Niederlage in der Relegation gegen Ziegetsdorf der Aufstieg verwehrt. Elf Monate später knallten jedoch die Sektkorken.

Am letzten Spieltag reichte dem Unterbau der Landesliga-Truppe vor 400 Zuschauern ein 2:2 in Sinzing für die Meisterschaft. Im Fernduell mit dem am Ende punktgleichen SV Burgweinting gab nicht der direkte Vergleich (1:1 und 0:0) den Ausschlag, sondern das um sechs Treffer bessere Torverhältnis.

Trainer Daniel Vöhringer ist fünf Wochen danach noch immer geflasht: „Die Unterstützung in Sinzing war der Wahnsinn!“ Die erste und dritte Mannschaft, Jugend-Mannschaften, Familien und Freunde hätten für einen großen Karether Block gesorgt. Die wurden Augenzeugen, als der Coach nach dem Abpfiff eine Sekt- und Bierdusche über sich ergehen lassen musste, wohl eher durfte. Bei der Saisonabschlussfeier gab es einen doppelten Grund auf Historisches anzustoßen. Das Landesliga-Team schnitt als Fünfter ab, die Zweite kletterte in die Bezirksliga hoch.

Im Sommer 2019 sah die Welt für die Kreisliga-Mannschaft noch ganz anders aus. Bei seinem Einstieg musste Vöhringer Pionierarbeit leisten, nur sieben Spieler aus der Vorsaison standen zur Verfügung. „Ich habe drei Kumpels zum Wechsel zu uns überredet und mir die Passmappe von inaktiven Spielern angeschaut.“ Es sei nicht um Qualität gegangen, sondern Quantität“, beschreibt Vöhringer schmunzelnd die Not damals. Beim Amtsantritt des heute 27-Jährigen war das Ziel: „Eine eigenständige zweite Mannschaft, die nicht permanent auf A-Jugendliche und AH-Spieler zurückgreifen muss, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.“ Von nun an gelang es sukzessive den altersbedingt nachrückenden Nachwuchs frühzeitig einzubinden und dadurch auf Kareths Höhen zu halten. „In den letzten zwei, drei Jahren hatten wir einen vernünftigen Kader, den Daniel weiterentwickelt hat“, begründet Abteilungsleiter Anton Brunnbauer den Aufwärtstrend. „Mittelfristig war das Ziel in die Bezirksliga aufzusteigen.“ Vor drei Jahren gesagt und heuer getan.

Künftig im Umfeld von gestandenen Bezirksliga-Mannschaften sowie den zurzeit aufrüstenden Landesliga-Absteigern TB/ASV Regenstauf und FC Tegernheim erwartet den Neuling wohl eine Herkulesaufgabe. Um den nach seinem Kreuzbandriss am Comeback arbeitenden Abwehrchef Matthias Brunnbauer (105 Landesliga-Partien) tummeln sich Mitspieler, die bis dato nur in der Kreisliga unterwegs waren.

Überdies sind die Schützlinge von Vöhringer erfolgsverwöhnt: In den 26 Begegnungen ging die Zweite nur dreimal als Verlierer vom Feld. „Das wird brutal hart und höchst spannend, bei den anderen sind viele alte Hasen dabei“, betreibt der Coach Bodenhaftung. Das Saisonziel wird kurz vor dem Start festgelegt – vom Team: Zählt für die Jungs nur der Nichtabstieg oder soll es ein einstelliger Tabellenplatz werden? Am Montag erfolgte der Startschuss für die Vorbereitung des 26-köpfigen Kaders, zu dem ein von der A-Jugend nachgerücktes Quartett und ein von der Dritten hochgezogenes Duo zählt.