Adlern misslingt Generalprobe
Erlangen war eine Nummer zu groß für Mintrachings Drittliga-Handballerinnen

19.02.2024 | Stand 19.02.2024, 18:00 Uhr

Gegen Spitzenreiter Erlangen war für Noch-Drittligist Mintraching nichts zu erben. Foto: Christian Brüssel

Wie gewohnt vor mit 200 Zuschauern ausverkauften Haus war für die Handballfrauen der SG Mintraching/Neutraubling der nun alleinige Drittliga-Spitzenreiter HC Erlangen beim 21:36 (11:20) erwartungsgemäß eine Nummer zu groß. Am Samstag reist das Schlusslicht zum südwestlich von München in Gräfelfing beheimateten Abstiegskandidaten HSG Würm-Mitte.

Gefühlt ohnehin ein Klassenunterschied – vielleicht sind es in der neuen Saison zwei Ligen – kam für Mintraching beeinträchtigend hinzu, dass nur zehn Feldspielerinnen aufliefen. Unterdessen trat der womöglich künftige Gegner von Zweitligist ESV 1927 mit einem 15er-Kader an.

Nach dem Abtasten (4:6, 8.) tat sich Mintraching enorm schwer, Erlangens 3:3-Abwehr in Bedrängnis zu bringen. Unweigerlich ging der Ball verloren, per Gegenstöße zogen die Fränkinnen auf 15:7 (19.) davon. In der Positionsabwehr, in der Trainer Hans-Jürgen Kästl auf eine pendelnde 6:0- und 5:1-Formation setzte, agierte die SG indes weniger fehlerhaft.

Nur eins störte den Trainer

Nach der Halbzeit konnte der Pausen-Rückstand in etwa gleich gehalten werden, ehe Erlangens finaler 5:1-Lauf für die höchste Heimniederlage sorgte. „Wir hätten gerne die Vorentscheidung in die zweite Halbzeit hinausgezögert“, bedauerte Kästl. Viele technische Fehler und vier, fünf nicht genutzte Hochkaräter hätten schnell für klare Verhältnisse gesorgt. Seiner ersatzgeschwächten Truppe bescheinigte der Coach einen „tadellosen Charakter“, kämpferisch hätten die Mädels alles mobilisiert. Lediglich die „regelrecht weggeworfenen Bälle hintenraus“ kritisierte Kästl.

In der Männer-Bayernliga haben die Adler von der SG Regensburg die erste Niederlage unter dem neuen Trainer Benjamin Herth kassiert. In der proppenvollen Halle des VfL Günzburg prangte nach verbissen geführten 60 Minuten ein 31:30 (16:16) auf der Anzeigetafel. Die SG grüßt weiterhin von der Tabellenspitze, jedoch ist mit zwei Partien im Rückstand ist die TG Landshut der heimliche Primus. Die mit einem Verlustpunkt besser dastehenden Niederbayern gastieren am Samstag (17.30 Uhr) an der Alfons-Auer-Straße. Das ist nicht der einzige Knüller: Im Anschluss spielt der auf Aufstiegskurs befindliche Landesligist ASV Cham gegen den Unterbau der Adler. Um in Günzburg mehr Handlungsspielraum im dünn besetzten Rückraum zu haben, hatte Herth von der Zweiten den langjährigen Ex-Adler Lukas Heinle hochgezogen und Linkshänder Stephan Klenk ins Boot geholt.

Heinle kam nach der Pause zum Zug, derweil wurde kurz vor seiner Einwechslung Klenk nach der roten Karte (46.) gegen Dario Feuerriegel ein taktisches Opfer.

Nur zweimal ausgeglichen

Es entwickelte sich bis auf die zehnminütige Günzburger Führung mit vier Toren Vorsprung bis zum 26:22 (47.) ein ganz enges Spiel. Nach der Pause gelang den Adlern aber nur zweimal (27:27, 28:28) der Ausgleich. Den letzten Ballbesitz hatten die Gäste, nach einer Auszeit (59:28) kam jedoch kein vernünftiger Wurf zustande. „Eine ganz bittere Niederlage“, bilanzierte Herth. Es bleibe keine Zeit zu trauern, man habe Landshut vor der Brust.