Meister Göppingen kommt
ESV-Frauen bieten einen Leckerbissen im letzten Zweitliga-Heimspiel

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 20:47 Uhr
Gerd Winkler

Angeschlagen beim ESV: Johanna Brennauer Foto: Nickl

Freud und Leid liegen bei den Handballfrauen des Zweitligisten ESV 1927 Regensburg (5., 34:22 Punkte) vor dem letzten Heimspiel am Samstag um 18.30 Uhr gegen den bereits feststehenden Meister Frisch Auf Göppingen (48:8) eng beieinander.

Am gestrigen Freitag flatterte ein Schreiben von der Lizenzierungskommission der Handball Bundesliga Frauen (HBF) an der Dechbettener Brücke ein: Auch für die vierte Saison im Unterhaus erhielt der Verein die Lizenz ohne Einschränkungen.

In der am Nachmittag in Umlauf gebrachten Pressemitteilung lässt sich Abteilungsleiter Dieter Müller wie folgt zitieren: „Ich freue mich sehr, dass unsere harte Arbeit erneut bestätigt wurde und wir nicht nur erneut sportlich überzeugen konnten, sondern auch wirtschaftlich die Anforderungen ohne jegliche Auflagen erfüllt haben.“ Dem folgte: „In diesem Zusammenhang möchte ich mich ganz herzlich bei unseren Sponsoren und Unterstützern bedanken, ohne die die Fahrten in alle Grenzregionen Deutschlands nicht zu stemmen wären“. Tags zuvor hatte der ESV über Neuzugang Nummer sieben, Kreisläuferin Sophia Ewald vom Bundesligisten HSG Bensheim/Auerbach, sowie die Vertragsverlängerung von Linkshänderin Theresa Lettl informiert (wir berichteten).

Noch fünf Abgänge

Unterdessen wird das Heimspiel angesichts von sieben Verabschiedungen von Wehmut begleitet. Bis dato waren die Rückkehr von Halblinks und Abwehrchefin Marleen Kadenbach zum Ligarivalen HL Buchholz-Rosengarten und der Handballpause von Torhüterin Steffi Lukau bekannt. Über die Namen der fünf weiteren Abgänge hält sich der sportliche Leiter Robert Torunsky bedeckt. Angesichts des Aderlasses hofft Torunsky, „dass es nicht bei den sieben Neuen bleibt“. Somit steht dem ESV für das vierte Jahr in der 2. Bundesliga der bislang größte Umbruch ins Haus. Vor Jahresfrist war „nur“ ein gestandenes Trio verabschiedet worden: Die beiden Spielmacherinnen Amelie Bayerl und Anna Fuhrmann sowie Abwehrspezialistin Franzi Höppe – wegen Studiums oder Job.

Vor den abschließenden Partien gegen Göppingen und nächsten Samstag bei Absteiger HSG Freiburg steht fest, dass die Bunkerladies in der Endabrechnung mindestens Platz sieben sicher haben. Die Zuschauer dürfen sich gegen die Schwaben auf einen Leckerbissen freuen: Der künftige Bundesligist ist mit aktuellen und ehemaligen Nationalspielerinnen gespickt. Das 14. Spiel ohne Niederlage in Serie – ein 34:20 vor 2756 Zuschauern – Spiel (13/1/0) gegen die vor dem Abstieg stehende SG Kirchhof brachte Göppingen ans Ziel der Träume.

In der Vorsaison waren Franzi Peter & Co. mit zwei Siegen gegen Frisch Auf noch daran beteiligt, dass Solingen/Gräfrath anstelle Göppingens sich das Bundesliga-Ticket sichern konnte. Für die schmerzhaften Niederlagen hat sich Göppingen bereits revanchiert. In der ersten Runde des DHB-Pokals Anfang September unterlag der ESV mit 28:30, im Punktspiel Mitte Januar mit 19:28 – beide Male auswärts.

Göppingens „sehr hohes Pressing“

„Wir wollen uns bestmöglich verkaufen und uns mit einer guten Leistung von unseren Zuschauern verabschieden“, kündigt Trainer Bernhard Goldbach an. Göppingens Kader sei sehr ausgeglichen besetzt, teilweise drei- und vierfach. „Die spielen mit einer sehr aktiven 6:0-Abwehr hohes Pressing“, so der Coach: „Teilweise bis raus auf elf, zwölf Meter.“ Unter der Woche konnte Franzi Peter (krank) nicht trainieren, Johanna Brennauer, Theresa Lettl und Steffi Lukau nur das Abschlusstraining dosiert mitmachen.