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Gold für Rentner Nadal!

28.05.2024 | Stand 28.05.2024, 19:00 Uhr

Böse, böse, so manche Schlagzeile: Die Freunde vom Blatt mit den vier Buchstaben titeln, dass der „Zverev-Sieg Nadal in die Rente schickt“. Gut, der 14-fache Tennissieger von Paris ist tatsächlich nicht mehr frischeste.

Faktisch könnte das gut sein, gerecht wird die Aussage einem großen Sportler wie Nadal nicht. Denn er kämpft und kämpft und kämpft – und hat allen Respekt verdient.

Konkurrent Alex Zverev hat das sehr wohl erkannt, obwohl er anerkanntermaßen einer ist, der auch mal mit voller Kraft in Fettnäpfchen reintappt. Sein Gefühl war wie das eines Fußballer, der von seinem Heimatklub woanders hinwechselt, dann gegen den Ex-Verein trifft und gar nicht so sehr jubeln kann und will, weil noch alte Verbundenheit da ist.

Und so sind Siege gegen das eigene Idol zwar schön, aber fordern Respekt. „Das ist heute nicht mein Moment, sondern der von Rafa“, sprach Zverev große Worte in Richtung der zehn Jahre älteren Legende.

Übrigens: von wegen Rente. Noch steht ein Nadal auf dem Platz: Olympia in Paris scheint ihm noch sehr wichtig, vielleicht waren die French Open eine passende Trainingseinheit für einen Mann wie ihn. Zuzutrauen ist einer Koryphäe wie dem Spanier alles, wenn er es sich in den Kopf gesetzt hat. Zu gönnen wäre Nadal so ein Abschied sowieso ganz sicher. Und Olympiagold hat Zverev ja schon.

Gleichzeitig konnte ein Alex Zverev auch noch das tun, was wichtig ist für Sportler: eine schlechte Erinnerung löschen. „Ich wollte nicht als letzte Erinnerung an ein Match gegen Nadal haben, dass ich im Rollstuhl vom Platz gefahren werde“, sagte er. Gesagt, getan, gelöscht. Weg ist der Eindruck, als er vor zwei Jahren als selber Stelle in Paris vor Schmerzen schreiend auf dem Platz liegenblieb und aufgeben musste.

Müssen nur noch ein paar andere Leute lernen, ein bisschen würdevoller mit Menschen umzugehen. Wir lesen schon in Gedanken vor uns hin: „Wahnsinn! Ein Rentner gewinnt Olympia-Gold.“