Heimniederlage tut weh
In der Adler-Abwehr lief gegen Günzburg nahezu alles schief

13.11.2023 | Stand 13.11.2023, 19:00 Uhr

Die elf Tore von Johannes Simbeck reichten den Adler-Handballern nicht, um gegen Günzburg zu gewinnen. Foto: Christian Brüssel

Dämpfer für die Titelhoffnungen der Adler von Handball-Bayernligist SG Regensburg: Der Tabellensechste VfL Günzburg sorgte mit einem 37:34 (15:15) an der Alfons-Auer-Straße am siebten Spieltag für die erste Niederlage.

Die Adler rangieren weiterhin auf Platz zwei, allerdings trennt das Führungsquintett nur zwei Verlustpunkte. Am Samstag tritt die Truppe von Trainer Kai-Uwe Pekrul im gefürchteten Hexenkessel des Vierten DJK Waldbüttelbrunn an.

Die ersatzgeschwächten Adler legten ideal los (4:1, 5.), Sand ins Getriebe kam, als Singwald wie fast in jedem Spiel nach einer Viertelstunde (11:6) vom linken Rückraum zunächst zentral und dann auf die rechte Seite beordert wurde. Überdies hatten die Gäste am eigenen Kreis eine Rochade vorgenommen. Ab der 22. Minute (15:11) gelang bis zur Pause kein Tor mehr. Drei Würfe verfehlten das Gehäuse, zwei wurden geblockt.

Bis zum 26:25 vorne

Bis zum 26:25 (45.) konnten die Adler immer vorlegen, ehe Günzburg per 7:1-Lauf inklusive vier Gegenstößen die Niederlage einläutete. Näher als zum 29:32 (54.) verkürzen war nicht drin, weil die Schwaben jeden Angriff erfolgreich abschlossen. Womöglich wäre nach der zweiten Auszeit (46.) eine weitere hilfreich gewesen, um die große Hektik einzudämmen. Adler-Geschäftsführer Simon Dillinger schaute nach dem Schlusspfiff arg bedröppelt drein. „Die halbe Mannschaft ist neu, die ist noch sehr jung und hat eine glänzende Perspektive – das habe ich Simon so gesagt“, zitierte der nicht minder geknickte langjährige Ex-Vorstand Helmut Meichel wenig später sich selbst. Natürlich tue diese Flut an Gegentoren gerade in der eigenen Halle sehr weh. „In der Abwehr ist so ziemlich alles schief gegangen, was möglich ist“, legte Meichel den Finger in die Wunde. „Ohne Körperkontakt ist Günzburg zum Wurf gekommen, die mussten nicht einmal Aua sagen“, bedauerte Meichel, der einst zwischen den Pfosten stand. Beide Torhüter, Lars Göbel, der sich Ende der ersten Halbzeit selbst auswechselte, und Felix Schmidl, konnten dem Präzisionsschießen der flinken Günzburger nichts entgegensetzen.

Singwald hadert

Pekrul machte bei seiner Analyse keinen Unterschied aus: „Abwehr und Torhüter haben einen rabenschwarzen Tag erwischt.“ 22 Gegentore in der zweiten Halbzeit, das mache ihn sprachlos. Bisher hatte nur Günzburg weniger kassiert. Derweil haderte Halblinks Konstatin Singwald in erster Linie mit dem Positionsangriff, der trotz 34 Toren viele Ballverluste fabrizierte: „In großen Teilen haben wir es nicht geschafft, den Ball laufenzulassen und sind immer wieder in Einzelaktionen verfallen.“ Gerade in der letzten Viertelstunde sei das sehr kopflos gewesen. „Wenn du dir in der Abwehr keine Sicherheit holst, hast du im Angriff mehr Druck“, fügte Singwald an.

Die übersichtliche Ausbeute im gebundenen Spiel auf den Flügeln und vom Kreisläufer zeuge davon, wie wenig flüssig der Ball gelaufen sei. Das sei auch Günzburgs Abwehr geschuldet gewesen: „Der Gegner war sehr gut eingestellt, die haben uns mit der offensiven Ausrichtung das Leben schwer gemacht.“ Günzburgs Coach Sandro Jooß machte den Sieg so fest: „Der Gegner hat mit sieben, acht Leuten gespielt, wir mit zwei mehr.“ In der Halbzeit habe die Devise gelautet, Regensburg müsse man in gewisser Form totlaufen.