Langjährige Weggefährten
Regensburger Klaus Eder und Hans Dorfner trauern um Frohnatur Andi Brehme

21.02.2024 | Stand 21.02.2024, 14:04 Uhr

Fürsorglich: Andreas Brehme (l.) kümmert sich in einem Europacup-Spiel 1987 um den angeschlagenen Hans Dorfner. Fotos: Imago

In Klaus Eders Büro im „Eden Reha“ in Donaustauf (Kreis Regensburg) hängt ein Foto, das Andreas Brehme im Trikot von Inter Mailand zeigt. Es ist mit einer sehr persönlichen Widmung versehen: „Für meinen Freund Klaus, der mir in meiner sportlichen Karriere eine große Hilfe war. Vielen Dank!“, steht da geschrieben.



Wenige Wochen nach dem Tod von Franz Beckenbauer trauert Eder um einen weiteren Wegbegleiter. „Unglaublich! Die Nachricht kam absolut überraschend und hat meine Ehefrau Urs und mich zutiefst erschüttert“, sagt der langjährige Physiotherapeut der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

„Er war bester Dinge“

Der am Dienstag in München an einem Herzversagen verstorbene Brehme und Klaus Eder hatten im vergangenen Sommer anlässlich eines Treffens der Weltmeister von 1990 am Chiemsee ein Wiedersehen gefeiert. „Andi war bester Dinge. Wir haben sogar vage ein paar gemeinsame Pläne geschmiedet“, berichtet der 70-Jährige.

Physiotherapeut Eder war Andi Brehmes Physiotherapeut



Ein „enges Verhältnis“ verband die beiden nicht erst seit der magischen Nacht von Rom am 8. Juli 1990, als Brehme mit einem verwandelten Elfmeter die DFB-Elf zum WM-Champion kürte. Schon beim FC Bayern und später bei Inter begab er sich gerne in Eders Behandlung, der dafür auch nach Mailand reiste. Dort verbrachte man viel gemeinsame Zeit.

„Eine weitere Lichtgestalt verloren“



„Andi war eine richtige Frohnatur. Was haben wir gemeinsam gelacht! Er war jovial, umgänglich, sehr höflich und in seinem Auftreten nicht so bestimmend, wie es andere Stars bisweilen sind“, würdigt Eder seinen Freund. Der deutsche Fußball habe nach Beckenbauers Tod „eine weitere Lichtgestalt verloren“.

Hans Dorfner trauert um ehemaligen Teamkollegen Andi Brehme



Auch Hans Dorfners Wege kreuzten sich mit denen Brehmes. In der Saison 1986/87 errangen sie mit Bayern München die deutsche Meisterschaft, auch in der Nationalmannschaft waren sie Teamkollegen. In sechs der insgesamt sieben Länderspiele Dorfners standen sie gemeinsam auf dem Rasen.

„Das macht einen nachdenklich“

Erst vergangene Woche hatte der gebürtige Regensburger, der heute eine große Fußballschule betreibt, Brehme in München getroffen. Auf der Wiesn hatten sie Tische nebeneinander, auch anlässlich von Geburtstagen und anderen Gelegenheiten hatten beide Kontakt. „Andis Tod tut weh und macht einen auch sehr nachdenklich, wie schnell alles vorbei sein kann“, sagt Dorfner und fügt hinzu: „Er war ein total umgänglicher, lustiger und sympathischer Typ.“

Besondere Stärke von Andi Brehme: Beidfüßigkeit



Der 58-Jährige lobt auch die überragenden sportlichen Qualitäten Brehmes. Gemeinsam stießen sie 1986 zu den Bayern. „Andi war sehr variabel einsetzbar. Was mir immer am meisten an ihm imponiert hat: Ich kenne bis heute keinen anderen Fußballer, der beidfüßig so stark war oder ist“, sagt Dorfner.