Gegen Drittliga-Tabellenführer chancenlos
Mintraching duellierte sich mit einer anderen Handball- Welt

13.11.2023 | Stand 13.11.2023, 18:30 Uhr
Gerd Winkler

Nicht aufzuhalten war Mintrachings Heimgegner. Foto: Brüssel

Ein kaum veränderter, bis Mai durch das Stahlbad der 2. Frauen-Bundesliga gegangener Absteiger gegen einen Drittliga-Neuling, der mit einer lupenreinen Bayernliga-Mannschaft in die Saison gegangen ist: Zwei Handballwelten trafen in der Schmiedgasse aufeinander, wo sich die SG Mintraching/Neutraubling vor ausverkauftem Haus gegen die SG Schozach-Bottwartal eine 26:40 (16:22)-Klatsche einhandelte.

Im Positionsangriff, am eigenen Kreis und in der Rückwärtsbewegung war der Qualität der Gäste einfach nicht Herr zu werden. Im Tableau hat die einkalkulierte Niederlage gegen den Spitzenreiter keine Folgen, der Rückstand zu Relegationsplatz acht beträgt weiter zwei Punkte. Weiter geht’s am Sonntag beim Dritten Stuttgart-Metzingen, der Mintrachings Tabellennachbarn Kappelwindeck/Steinbach in dessen Halle mit 40:23 auseinandernahm.

Trotz dem ernüchternden Ergebnis gab es nach der Schlusssirene für den tapferen Kampf prasselnden Beifall von der Tribüne. „Das hat die Mädels sehr gefreut, dass sie so verabschiedet wurden“, kommentierte Trainer Hans-Jürgen Kästl: „Es scheint, dass die Zuschauer unsere krasse Außenseiter-Rolle in der Liga richtig einordnen.“

Mit den vorhandenen Möglichkeiten sei Schozachs 6:0-Abwehr sehr schwer zu bespielen gewesen. „Die haben einen hochgewachsenen Mittelblock, du kommst kaum drüber, da fehlt uns die Körpergröße“, bedauerte Kästl. Das sei auch eine mentale Geschichte, wenn selten in eine vernünftige Abschlussposition zu kommen ist. „Schozach spielt mit sehr hohem Tempo und hat das bis zum Schluss durchgezogen.“

Hoch anzurechnen sei der Mannschaft, dass sie sich nicht runterziehen habe lassen und alles gegeben hätte. „Wir müssen die Höhe akzeptieren, den Haken setzen und weitermachen“, schloss Kästl. Für Co-Trainerin Dagi Stoll war das „bisher der stärkste Gegner, das Ergebnis geht voll in Ordnung.“ Schozach sei austrainiert und trotz der vielen jungen Spielerinnen erfahren. Selbst die zweite Garde sei nicht abgefallen. Ex-ESVlerin Natascha Weber eröffnete mit einem verwandelten Siebenmeter den Torreigen, nach dem 1:6 (6.) zog Kästl die erste Auszeit. Bis zur Halbzeit konnte der Rückstand in Grenzen gehalten werde, erst nach dem Treffer von Jasmin Lehner zum 20:24 (38.) ging die Schere auseinander.