Das Drittliga-Rückspiel folgt sogleich
Mintrachings Handballerinnen geknickt: Berüchtigtes Konzept von Haunstetten war nicht zu knacken

27.11.2023 | Stand 27.11.2023, 21:31 Uhr

Immer wieder ausgebremst wurden die Mintrachingerinnen (hier Valentina Nwolisa in in Blau) von Haunstetten. Foto: Christian Brüssel

Eine extrem offensiv ausgerichtete 3:2:1-Abwehr bespielen zu müssen, ist im Handball generell alles andere als spaßig und darüber hinaus auf der Tribüne wenig ansehnlich. Bisweilen ist es frustrierend, wenn kein Gegenmittel zu finden ist und das Unheil noch dazu in der heimischen, ausverkauften Halle über die Bühne geht.

Die Handballfrauen von Drittligist SG Mintraching/Neutraubling haben sich mit Händen und Füße gegen Haunstettens langjähriges berüchtigtes Konzept gewehrt. Am Ende ging der Aufsteiger im Nachholspiel als 18:31 (8:15)-Verlierer vom Feld. Am Samstag kommt das zweifelhafte Vergnügen erneut auf Mintraching zu, wenn es zum Rückrunden-Auftakt gleich wieder zu den Schwaben geht.

Anderer Umgang mit Klatschen

Als sich die Mannschaft nach dem Abpfiff artig von seinem Publikum verabschiedet hatte, scharte Trainer Hans-Jürgen Kästl sofort seine Schützlinge um sich. „Die Mädels waren arg geknickt, du willst ja deinen Zuschauern immer etwas bieten“, erklärte er. Das Ergebnis ist kein Anlass, sich damit lange zu beschäftigen, einfach den Deckel draufmachen, berichtete Kästl später von seiner Ansprache. „In der Trainingswoche werde ich in der Nachbetrachtung das nicht zum großen Thema machen.“ Mit so einer Klatsche würde man anders umgehen als andere Mannschaften.

Schon vor Saisonbeginn war den Verantwortlichen klar, dass es mit einer lupenreinen Bayernliga-Mannschaften eine Klasse höher Niederlagen in solchem Ausmaß geben kann. „Mit unseren Mitteln sehen wir die 3. Liga als Abenteuer“, hatte Abteilungsleiter Michael Schindler angekündigt. „Haunstetten ist teilweise bis auf 15 Meter rausgegangen, in der Stresssituation braucht es Lösungen, die haben wir zu selten gefunden“, monierte Kästl. Zu knacken sei so eine Abwehr mit viel Laufarbeit: „Du musst den Ball in der Bewegung kriegen, aber wenn das nicht möglich ist, wird es für die Ballführende schwierig“, bedauerte der Coach das zu wenig angewandte Rezept.

Zuviel mit dem Ball gelaufen

„Wir wussten schon vorher, dass uns diese Abwehr nicht liegt“, war die Führungsspielerin Carina Marhöfer wenig überrascht, dass es dermaßen in die Hose gehen könne. Das Bestmögliche habe man probiert, aber keine Gegenmaßnahme hätte gefruchtet. „Wir sind immer mit dem Ball gelaufen anstatt ohne“, haderte die Rückraum-Mitte. Unbeugsam fügte Carina Marhöfer hinzu: „Wir schauen jetzt nach vorne und wollen es in Haunstetten besser machen.“

Bis zum 4:5 (13.) hielt Mintraching mit, ehe eine sechsminütige Torflaute zum 4:9 führte. Nach halbzeitübergreifend acht Minuten ohne Treffer lag man hoffnungslos 8:20 (34.) in Rückstand. Bei 10:25 (42.) deutete sich gar die höchste Saisonniederlage an. Die Mannschaft bewies Moral und stellte nach dem 12:27 (45.) mit einem respektablen 6:1-Lauf trotz zweier Zeitstrafen (51., 52.) auf 18:28 (58), bis Haunstettens Coach Vornehm mit einer Auszeit dazwischenfunkte.