Überraschender Tod mit nur 30 Jahren
MZ-Redakteur Sebastian Saradeth war ein Sportler durch und durch

13.11.2023 | Stand 13.11.2023, 16:55 Uhr

Sebastian Saradeth wird dem Sport fehlen. Foto: Baumgarten

Um manche Dinge beschreiben zu können, ist kein Wort stark genug. Wie MZ-Sportredakteur Sebastian Saradeth, der am 3. Juni gerade 30Jahre alt geworden war, von hier auf jetzt am vergangenen Mittwoch (8. November) aus dem Leben gerissen wurde, macht sprachlos.

Erst im April war er Teil der Sportredaktion der Mittelbayerischen geworden und hatte sich integriert, als wäre er schon immer da: Ein Traumtransfer vom Eishockey-Fachblatt „Eishockey News“, wo er jahrelang der Oberliga-Spezialist war und jetzt mit den Eisbären die DEL2 erlebte.

Jetzt brennt nur noch eine Kerze an dem Platz, den er in der MZ-Redaktion nie wieder einnehmen wird. Das Warum wird keiner beantworten können. Die Gedenkminute im Newsroom mit ihrer unendlichen, 60-sekündigen Stille sprach am Tage nach seinem offiziellen Todeszeitpunkt um 13.38 Uhr Bände dieser Fassungslosigkeit.

In jeder Faser Sportler

Sebastian Saradeth, der in Wörth zuhause war und zuletzt in Regensburg wohnte, reißt auf so vielen Gebieten jenseits seiner Familie mit Bruder Lukas und Schwester Lisa Lücken: Er, der über die sozialen Medien gerne teilte, was er gerade so machte, lebte den Sport in jeder Faser und vielen verschiedenen Facetten. Er berichtete nicht nur über ihn, er übte ihn auch liebend aus: Fitnessstudio, Laufen und Tennis, vier, fünf Mal die Woche.

Er stand als Fußball-Schiedsrichter quer durch die Klassen auf dem Feld: an der Pfeife bis zur Kreisliga, als Assistent mit Fähnchen an der Seitenlinie bis zur Landesliga. Vor allem wollte Sebastian Saradeth aber immer raus unter die Leute, Vor-Ort-Erfahrungen machen und mit den Menschen reden, über die er berichtete, in möglichst vielen Sportarten. Im Eishockey tourte er dann quer durch Bayern, verband den Besuch von Eishockeyspielen mit einer Bergwanderung oder Stadtbesichtigung.

Im Urlaub erkundete er dieses Jahr erst wieder diverse Fußballstadien Europas – die in Deutschland kannte er in den oberen Ligen sowieso schon fast alle. Und im Volleyball kommentierte er zum Beispiel die Spiele der Frauen von Nawaro Straubing zu Bundesligazeiten im Livestream.

Trainererfahrung im Fußball-Nachwuchsbereich sammelte er auch genügend: Zuhause in Wörth mit Vater Peter, aber auch in Kareth. Fußball gespielt hatte er, dem der Opa die Liebe zum 1. FC Nürnberg mitgab, sowieso schon, seit er fünf Jahre alt war. Und wie es sein Bruder Lukas (25) beim SC Regensburg auch tut.

Ihn zeichnete aus, dass er Spaß verstand, jede Menge sogar – und auch über sich selbst lachte. Auch eine Qualität, die längst nicht jeder sein eigen nennen kann. Zugehen auf Menschen, Warmherzigkeit, Hilfsbereitschaft – auch das waren Qualitäten eines Sebastian Saradeth.

Trauerfeier am Freitag in Wörth

Am Freitag finden in Wörth die Trauerfeierlichkeiten für Sebastian Saradeth statt: Um 14.30 Uhr beginnt in der Pfarrkirche das Requiem, anschließend wird gegen 15.30 Uhr die Urnenbeisetzung auf dem benachbarten Friedhof sein. Statt Blumen und Kränzen bittet die Familie um Spenden auf das Konto der Stiftung Deutsche Sporthilfe (IBAN DE58 5007 0010 0092 7772 10) unter dem Verwendungszweck: Sebastian Saradeth.

Am Sonntag folgt beim nächsten Zweitligaspiel der Eisbären gegen Weißwasser eine Gedenkminute in der Donau-Arena. Auch dem Eishockey, einem seiner Spezialgebiete, wird er fehlen. Auch da reißt Sebastian Saradeth eine Lücke. Nur in den Herzen von vielen Menschen wird er sicher bleiben. Für immer.