Nur der Schach-Favorit ist zu übermächtig
Nach Sieg und Niederlage: Team von Bavaria Regensburg ist in der 2. Liga voll im Soll

04.12.2023 | Stand 04.12.2023, 18:35 Uhr

Gewann gegen den englischen Großmeister William Watson: der 17-jährige Bavaria-Neue Johannes Lerch Foto: Brüssel

Es kam wie erwartet. „Leider war der Münchener SC beim 1:7 zu übermächtig“, berichtet Bavaria-Vorstand Peter Oberhofer vom Zweitliga-Wochende. Dennoch brachte die anstrengende Anreise nach München einen wichtigen Erfolg. „Wir haben den für uns im Hinblick auf den Klassenerhalt eminent wichtigen Kampf gegen Erlangen mit 5,5:2,5 deutlich gewonnen und sind mit 4:4 Punkten im Soll.“

Der nächste Schritt soll Anfang Februar wieder in München gemacht werden. „Dann treffen wir auf zwei Mannschaften, die in der Tabelle hinter uns rangieren: Liganeuling München Südost und die 2. Mannschaft des FC Bayern München. Das sind zwei schwierige, aber durchaus machbare Aufgaben“, sagt Oberhofer.

Gegen den Topfavoriten auf den Bundesligaaufstieg und Tabellenführer Münchener SC an hatte sich Bavaria an den beiden Spitzenbrettern gegen die zwei derzeit besten serbischen Schachspieler zu wehren, die vor zwei Wochen an den Spitzenbretter für Serbien die Team-Europameisterschaft knapp vor der deutschen Nationalmannschaft gewonnen hatten. An Brett drei folgte der derzeit stärkste kroatische Großmeister. Das Trio ist mit einer Wertungszahl knapp unter 2700 Elo unter den Top 50 der aktuellen Weltrangliste platziert. Lediglich am letzten der acht Bretter schien für Bavaria mit FM Cedric Oberhofer eine Siegmöglichkeit zu bestehen. Doch auch er musste sich nach zähem Kampf geschlagen geben.

17-Jähriger lässt aufhorchen

Einzig der 17-jährige österreichische FM Johannes Lerch erkämpfte gegen den englischen GM Watson einen Sieg und damit den den Ehrenpunkt. Beachtlich auch die Leistung von WGM Jana Schneider, die am dritten Brett der kroatischen Nummer eins , GM Saric, erbitterten Widerstand leistete, ehe sie sich nach über sechs Stunden doch geschlagen geben musste. Freilich war die Niederlage schnell abgehakt und das Bavaria-Team widmete sich dem Duell mit dem SC Erlangen, weil ja nach der Ligareform am Ende der Saison vier der zehn Vereine aus der 2. Bundesliga Ost absteigen müssen. Und Bavaria dominierte unerwartet deutlich gegen die fränkischen Konkurrenz.

Den Anfang machte Lerch mit einer Punkteteilung. Die nächsten drei Spielstunden waren geprägt von einem zähen Ringen. Kurz vor der ersten Zeitkontrolle gelang den Regensburgern die Führung: Der in dieser Saison zum ersten Mal iein-gesetzte serbische IM Novak Pezelj hatte ein Remisangebot des mehrfachen Bayerischen Meister FM Eduard Miller abgelehnt und ihn in der Folge mit einem vehementen Königsangriff in die Knie gezwungen. Als Cedric Oberhofer kurz vor der ersten Zeitkontrolle die Führung ausbaute, wuchs der Druck auf das Erlanger Team. So warf auch die überraschend Niederlage von IM Georg Kilgus das Team nicht mehr aus der Bahn.

Allererster Sieg im Frauenduell

Nach einem Remis von FM Uwe Kleibel blieb es beim Zwischenstand von 3:2 für Bavaria FM Lars Goldbeck und Jana Schneider vorbehalten, für die Entscheidung zu sorgen. Schneider gewann spektakulär ihr Duell gegen Nationalmannschaftskollegin WGM Hanna Marie Klek, die sie zum ersten Mal bezwang.