Bayernligist befindet sich im Aufwind
SV Donaustauf will sich mit zwei Heimsiegen weiter aus dem Tabellenkeller herausarbeiten

19.09.2023 | Stand 19.09.2023, 20:00 Uhr
Gerd Winkler

Donaustaufs Geschäftsführer Matthias Klemens (links/hier mit Abteilungsleiter Wolfgang Weigert) sah sich „gezwungen nachzubessern“ im Kader des Bayernligisten. Foto: Christian Brüssel

Matthias Klemens, Geschäftsführer des Fußball-Bayernligisten SV Donaustauf (18., 9 Punkte), hat lange abgewartet: Kriegt nach dem Verlust von unter anderem acht Leistungsträgern die nun völlig neu formierte, sehr junge und in dieser Klasse größtenteils unerfahrene Mannschaft nach dem katastrophalen Start (0/1/4) die Kurve?

Dass der Mitte August vollzogene Trainerwechsel, die verletzten Korsettstangen Kevin Hoffmann und Lukas Dotzler lösten Stefan Wagner ab, alleine nicht reichen würde, war angesichts der akuten Probleme im Tor sowie im Angriff offensichtlich.

Fünf Nachverpflichtungen

Mit der Monatswende sah sich Klemens „gezwungen nachzubessern“. Weil es an Alternativen im Großraum Regensburg hapere, sei für die Zugänge der Radius größer gezogen worden. Neu an Bord sind seit gut zwei Wochen Torhüter Josip Jokanovic (31), bis dato vornehmlich in ostdeutschen Oberligen unterwegs, die Mittelfeldspieler Samir Buyaala (27/dritte Liga in Spanien) und Endro Zaskoku (18, Wacker Burghausen) sowie Angreifer Kevin Mutove (18/TSV Weißenburg). Nach einer dreiwöchigen Wartezeit ist zudem dieser Tage das Spielrecht für den französischen Keeper Bruno Cador (26) eingetroffen.

In der Zwischenzeit ist es Hoffmann und Dotzler gelungen, die Mannschaft in die Erfolgsspur (2/2/0) zu bringen. In Feucht (2:0) sowie am Samstag in Coburg (4:1) konnten die ersten Saisonsiege eingefahren werden, jetzt braucht es den ersten Heimerfolg.

Gelingt dieser am Mittwoch um 19 Uhr im Nachholspiel, Morris Adelabu (muskulär) fällt dabei verletzt aus, gegen die DJK Ammerthal (9., 16 Punkte), ist der Kontakt zu den direkten Nicht-Abstiegsplätzen hergestellt. Womöglich könnte mit einem weiteren Heimsieg am Samstag gegen den TSV Abtswind sogar die Abstiegszone verlassen werden. „Ich bin sehr optimistisch, die Jungs werden noch genug Punkte holen, damit wir im Mittelfeld überwintern können“, sagt Klemens.

Das gute Gefühl ist der Arbeit von Hoffmann und Dotzler geschuldet, wie der Geschäftsführer deutlich macht: „Die Übergangslösung hat sich ganz gut bewährt, das werden wir bis zur Winterpause so beibehalten.“ Sie hätten einfach ihre Ideen sehr gut umgesetzt. Klemens sieht die Umstellung auf eine Dreierkette in Ballbesitz und eine Fünferkette gegen den Ball „positiv“. Hoffmann und Dotzler hätten den Mut gehabt, den Jüngsten, Laurenz Thurm (19), ins Abwehrzentrum zu stellen. Zudem habe es sich ausgezahlt, Simon Sedlaczek (18) auf die Sechs vorzuziehen. Überdies habe Torhüter Jokanovic voll eingeschlagen.

Auch die Offensive hat deutlich an Durchschlagskraft gewonnen. In den ersten sechs Partien konnten lediglich zwei Törchen erzielt werden, in den nächsten vier Spielen gab es neunmal Grund zum Jubeln. Wenn der Zehner Hoffmann und Neuner Dotzler, der Liga-Torschützenkönig der Vorsaison, zurückkehren, kommt nochmals deutlich Angriffspower hinzu.

Analyse im Wohnzimmer

Neben den Schachzügen auf dem Spielfeld lobt Klemens die Spielvorbereitung seines Interims-Duos: „Kevin und Lukas legen ungemein viel Wert auf Taktisches, die Mannschaft ist immer sehr gut auf den Gegner eingestellt.“ Ein Produkt der Analyse der Spielvideos, bisweilen geschehen im Wohnzimmer von Dotzler. Übrigens können Hoffmann und Dotzler nur die Auswärtsspiele unter die Lupe nehmen, da sich Donaustauf als einziger Oberpfälzer Verein von „Sporttotal“ abgemeldet hat. Der Streamingdienst hatte nach der vergangenen Saison die Kosten siebenmal so hoch als bisher angesetzt. „Franz hat gesagt, das bringt uns in jedem Spiel mehr Zuschauer, wenn wir nicht mehr mitmachen“, zitiert der Geschäftsführer mit einem Schmunzeln seinen sportlichen Leiter Franz Koller.

Am Mittwoch hat Klemens nun den Salat: Geschäftlich unter der Woche stets im Firmensitz in Leipzig vor Ort, sieht er diesmal in die Röhre.