Am Dienstag Halbfinale der U17
Zwei Regensburger machen das DFB-Erfolgsteam bei der Weltmeisterschaft in Indonesien fit

27.11.2023 | Stand 27.11.2023, 18:01 Uhr

Immer im Einsatz sind Marco Hartl (l.) und Michael Schwarz bei der U-17-Weltmeisterschaft in Indonesien. Foto: Fifa/Getty Images

Ob A-Team, Frauen oder U21: Die Fußball-Nationalmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sorgen gerade nicht für arg viel Begeisterung. Es gibt aber auch DFB-Erfolgsteams: Die U17 bestreitet heute um 9.30 Uhr (zu sehen im Fifa-Livestream, nicht aber im Free-TV) im indonesischen Surakarta bei der Weltmeisterschaft ihr Halbfinale gegen Argentinien.

Zwei Regensburger sind im Hintergrund dabei, aber doch mittendrin: Teamarzt Dr. Marco Hartl (47) und Physiotherapeut Michael Schwarz (40) machen und halten die Mannschaft fit, die Anfang Juni bereits Europameister geworden war. Im Finale war dort Frankreich, das auch im WM-Halbfinale steht und dort heute auf Mali trifft, im Elfmeterschießen bezwungen worden. Dazu hatte das Team von Trainer Christian Wück einen Schlagabtausch mit Polen (5:3) erfolgreich gestaltet.

Gewachsene Mannschaft

Schon damals hatte der am OTC Regensburg tätige Unfallchirug und Orthopäde Hartl, der aus Chamerau stammt, seine Begründung für den Erfolg: „Zu jedem, der nach der EM gefragt hat, habe ich gesagt, dass wir eine große Familie geworden sind. Wir sind über die vergangenen drei Jahre zusammengewachsen“, sagt er, der von Anfang an beim Jahrgang 2006 dabei war. „Wir haben so eine starke Mentalität: Die Jungs glauben an sich und halten zusammen, wie es eine Mannschaft machen muss. Und sie bringen dazu die deutschen Tugenden auf dem Platz.“ Auch das zeigte sich bei der WM schon: Die überlegenen Spanier jaulten auf, als sie im Viertelfinale mit 0:1 unterlagen, weil das deutsche Team sich mit reichlich Kampfgeist wehrte und am Ende durch einen Elfmeter gewann.

Marco Hartl und Michael Schwarz sind indes beim DFB-Nachwuchs für viel mehr als nur medizinische Belange und Fitness zuständig. „Wir versuchen, immer für gute Stimmung zu sorgen, immer ein offenes Ohr zu haben. Das sind Jugendliche: Die haben auch mal Heimweh, die wollen auch über andere Sachen reden“, erläutert Hartl. „Wir versuchen, die Jungs fast wie Eltern zu unterstützen. Das hat bisher ganz gut geklappt.“

Zwei Schlüssel zum Erfolg

Hartls Prinzip ist klar: „Es gilt im Vorfeld zu agieren und nicht erst zu reagieren, wenn etwas passiert ist. Prophylaxe und Prävention sind der Schlüssel zum Erfolg.“ Dazu gab‘s schon im Vorfeld Ernährungstipps, um den in Indonesien nicht untypischen Magen-Darm-Erkrankungen vorzubeugen. „Die Jungs werden ständig gebrieft, hochwertige Ernährung zuzuführen und ihren Teller bunt zu gestalten – was für 17-Jährige gar nicht so einfach umzusetzen ist.“

Auch die Auseinandersetzung mit den hohen Temperaturen ist ein wesentlicher Bestandteil. „Hier hat es 30, 35 Grad und mehr bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Wir wenden bei Training und Spiel eine spezielle Kühlstrategie an und haben ein spezielles Trinkmanagement, in dem wir über den Speichel den Flüssigkeitsverlust und Gewicht messen und so individuelle Pläne erstellen – auch zwischen den Spielen, um den Nährstoffverlust auszugleichen“, erklärt Hartl. Dazu kommt „der Reisestress mit drei Busfahrten zwischen den Spielorten und zuletzt der Flugreise nach Surakarta“.

Übrigens finden sich im deutschen Aufgebot interessante Spieler wie Kapitän Noah Darvich, der im Sommer bis 2026 beim FC Barcelona unterschrieb – mit einer Ausstiegsklausel über eine Milliarde Euro! Darvich ließ sich dazu eigens eine Freigabeklausel für die U-17-WM in den Vertrag schreiben. Auch das ist ein Ausdruck des durchaus bemerkenswerten Teamgeists.