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Servus, Herr Oberbürgermeister

Wolfgang Dandorfer ist Bayerns dienstältester Oberbürgermeister. Nun geht er nach 24 Jahren in den Ruhestand.

24 Dienstjahre als Oberbürgermeister: Wolfgang Dandorfer hat die Stadt Amberg in dieser Zeit nachhaltig geprägt. Foto: Sass

Amberg (sn). Nach fast einem Vierteljahrhundert geht im Amberger Rathaus eine Ära zu Ende: Mit knapp 65 Jahren wird Wolfgang Dandorfer seine Regentschaft an einen jüngeren übergeben. Von 1982 bis 1990 war Dandorfer Mitglied des Bayerischen Landtags. Er ist seit 1990 Oberbürgermeister der Stadt Amberg. 1996, 2002 und 2008 gelang ihm jeweils die Wiederwahl, teilweise gegen fünf Gegenkandidaten.

Was hat Sie damals, 1990 bewogen, das Landtagsmandat gegen das des Amberger Oberbürgermeisters zu tauschen?

Dandorfer: Die Landtagszeit war ein gutes Sprungbrett in die Kommunalpolitik. Kommunalpolitik war schon immer ein Schwerpunkt meiner politischen Arbeit. Man sieht die Erfolge seiner Arbeit direkter. Dazu kommt die Nähe zum Bürger, was ich schon 1978 als jüngster Stadtrat mit 28 Jahren spürte. Vier Jahre später kam ich dann in den Landtag, dem ich bis 1990 angehörte.

„Politik ist die Kunst des Möglichen.“ Sind Sie auch ein Verfechter der Theorie von Reichskanzler Otto von Bismarck oder neigen Sie eher zu Vaclav Havels Aussage „Politik ist die Kunst des Unmöglichen“?

Dandorfer: Ich halte es eher mit Vaclav Havel. Man braucht auch Visionen. Etwa damals, in den 70er-Jahren, da war es nicht möglich, eine Fachhochschule in ländliche Regionen und Städte wie Amberg zu bekommen. Aber ich habe immer an eine Chance geglaubt. Und ich habe immer wieder darum gekämpft. So konnte dann 1992 in Amberg zusammen mit Weiden eine FH gegründet werden. Denn gerade für unsere Stadt mit seiner industriellen Struktur war es eminent wichtig, eine höhere Schule vorweisen zu können. Gerade für Siemens als größten Arbeitgeber mit 5000 Arbeitsplätzen war die Einrichtung der Fachhochschule ein Glücksgriff, weil dadurch eigene Fachkräfte geschult und in der Region gehalten werden konnten. Keine kreisfreie Stadt in Bayern hat mit 80 Prozent eine so hohe Industriedichte wie Amberg. Auch deswegen müssen die künftigen Prioritäten mehr auf den Dienstleistungssektor gesetzt werden.

Was sind die größten Spuren, die Sie hinterlassen haben?

Dandorfer: Das ist ohne Zweifel die Fachhochschule. Überhaupt wurde in den Bildungsbereich viel investiert. Amberg hat insgesamt 14 Schulhäuser, die die verschiedensten Schultypen beherbergen. Es werden auch weiterhin Millionenbeträge in unsere Schulen investiert werden.

Was war für Sie das größte politische oder persönliche Highlight Ihrer Amtszeit?

Dandorfer: Die Entscheidung, dass Amberg Fachhochschulstandort wird und die Landesgartenschau 1996. Diese hat für Amberg sehr viel gebracht und das LGS-Gelände wird auch heute noch von der Bevölkerung hervorragend angenommen. Daneben wurden das Amberger Congress Centrum (ACC) gebaut und der neue Volksfestplatz.

Fällt es Ihnen schwer, loszulassen?

Dandorfer: Nein, auf keinen Fall! Ich gehe sogar mit zwei lachenden Augen in den Ruhestand. Ich lebe nach dem Motto: „Je länger man den Job macht, desto besser kann man loslassen.“ Ich bin bald kein Sklave des Terminkalenders mehr und habe dadurch viel mehr Zeit für meine Familie.

Was werden Sie als Ruheständler tun?

Dandorfer: Mehr durch die Oberpfalz und im Gebirge wandern. Dazu Fahrradtouren und im Winter skifahren.

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