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1100 Starter kreiseln Tag und Nacht

Beim 24-Stunden-Radrennen am Wochenende in Kelheim halten sich die Favoriten pausenlos im Sattel. Biathlet Andi Birnbacher sagte verletzt ab.
Von Martin Rutrecht, MZ

Jede Runde jagt das Feld zur Befreiungshalle hoch. Markus Rieber (Nr. 7013) hielt sich bei seinen Siegen 2012 und 2013 volle 24 Stunden im Sattel. Foto: xps

Kelheim.Die Szenerie im Ziel glich sich in den beiden vergangenen Jahren: Markus Rieber war nicht in der Lage, von seinem Rad zu steigen. Nach 24 Stunden im Sattel schien der Extremradsportler aus Heilbronn mit seinem Untersatz verschweißt. Rieber gewann 2012 und 2013, im Vorjahr mit einem neuen Einzelrekord von 49 Runden – über 800 Kilometer (1 Runde = 16,375 km). Am Samstag um 14 Uhr startet die 18. Auflage des Race24 in Kelheim. 1100 Fahrer in Teams oder als Solisten haben sich angekündigt, eine Rekordmarke.

Markus Rieber kommt auch wieder. Und mit ihm seine schärfsten Konkurrenten Franz Waibl aus Österreich und Thomas Ratschob aus der Schweiz. Die drei Ultraradler lieferten sich rund um die Befreiungshalle schon unheimliche Jagdszenen. Selbst zum Austreten hielten sie nicht an, um nicht den Anschluss zu verlieren. Im Vorjahr sprintete Rieber den Tiroler Waibl um drei Sekunden nieder. Keiner hatte eine Pause gemacht.

Hauptsache durchhalten

Der Großteil des Feldes geht das Rennen gemächlicher an. Unter den 170 Einzelfahrern (darunter 15 Frauen) gilt vornehmlich die Devise, bis am Sonntag um 14 Uhr zum Finish am Stadtplatz durchzuhalten. Durchs riesige Wechselzelt in der Innenstadt sausen die Teilnehmer bei jeder Runde, die Teamfahrer lösen sich ab, die Solisten eben nicht.

Unter den Mannschaften (maximal fünf Fahrer) hatte sich heuer eine Equipe mit einem prominenten Spitzensportler angekündigt: Biathlet Andreas Birnbacher, sechsfacher WM-Medaillengewinner, wollte mit dem Team „xc-ski.de“ antreten. Doch der 32-Jährige stürzte im Training mit Skirollern auf die Schulter und will nichts riskieren. Seine Truppe kommt aber mit weiteren hochkarätige Wintersportlern, so mit dem tschechischen Langläufer Martin Jakš, Olympia-Dritter von 2008 in der 4 x 10 km-Staffel. Mindestens Mitfavorit ist das „Merkur Cycling Team“, das mit die besten Jedermann-Pedaleure Deutschlands aufbietet, etwa Daniel Knyss, den Gesamtführenden im German Cycling Cup. Die Lokalheroen von Veranstalter RSC Kelheim und Sport2000 wollen aufs Podest.

24 Stunden auf Kinderfahrrädern

120 Herren-Teams starten, dazu 10 Frauen-Equipen, 43 Mixed-Auswahlen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen und starke Amateurfahrer aufbieten, zudem strampeln 22 Senioren-Mannschaften mit. Publikumslieblinge sind der ATSV-Handball-Express, der mit Klapp- oder Kinderfahrrädern und verkleidet mitkurbelt, oder der 83-jährige Solist Arthur Kink. „King Arthur“ brachte es auf einem Alltagsvehikel schon auf bis zu 20 Runden, über 300 Kilometer. Seine Pausen nutzt er gerne für eine Brotzeit oder einen Abstecher nach Hause. 24 Stunden am Rad drehen sollen andere.

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