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Eiskunstlauf

Aller guten ECR-Dinge waren fünf

Die Regensburger gewinnen die bayerische Vereinswertung zum fünften Mal in Serie: Nicht nur die Besten sind entscheidend..
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Gib mir fünf: Die Schar der Regensburger Starter zeigt, wie oft in Serie der EC Regensburg den Karl-Klötzer-Pokal nun schon gewonnen hat.
Gib mir fünf: Die Schar der Regensburger Starter zeigt, wie oft in Serie der EC Regensburg den Karl-Klötzer-Pokal nun schon gewonnen hat. Foto: ECR

Regensburg. Die Eiskunstläufer des EC Regensburg schwärmten aus: Sie sprangen, taten und machten – alles mit nur einem Hintergrund. „Punkte sammeln, Punkte sammeln, Punkte sammeln“ gab Trainerin Nicole Brünner als Parole für Oberstdorf aus. Das 23-köpfige Team hatte bei den bayerischen Jahrgangsmeisterschaften einen Auftrag: Den Karl-Klötzer-Pokal, die bayerische Vereinswertung, ein fünftes Mal in Folge zu gewinnen. Nach den Wettbewerben in 13 möglichen Kategorien lautete das Endergebnis gegenüber Oberstdorf 74:52. Die 22 Punkte Vorsprung im Karl-Klötzer-Pokal waren nicht das üppigste Polster seit 2013, aber ein kommodes Plus. Das war nicht immer so: Siehe 2013, als beim ersten Sieg in der für den Klub so bedeutenden bayerischen Wertung gerade ein halbes Pünktchen den Ausschlag gegeben hatte.

„Für uns ist der Karl-Klötzer-Pokal wichtig, weil er unsere Leistungen honoriert und widerspiegelt“, sagt Nicole Brünner. „Diesmal war ich ganz nervös, ob es reicht.“ Es reichte dicke. Der ECR punktete in neun und damit so vielen Kategorien wie kein anderer Konkurrent im Feld der 20 Vereine – und das, „obwohl sehr viel danebengegangen ist“. Entgegen der sonstigen ECR-Philosophie, mit Mut zum Risiko zu laufen, galt diesmal die Devise weder Mut noch Risiko zu beweisen. „Wir haben eigens umgestellt und ich habe mehr gesagt, was wir nicht machen als was wir machen“, erklärt Brünner, die gemeinsam mit Carolin Meister-Goschy betreute.

Zwei starke ECR-Ambergerinnen

Wenn die Einzelsportart Eiskunstlauf zum Teamwettbewerb wird, dann sind nicht nur die Besten wichtig. Sicher: Mit der zwölfjährigen Jana Schwegler war eines jener Talente herausragend zu nennen, das man kennt. Aber daneben traten auch andere in Erscheinung und trugen wertvolle Punkte bei wie Schweglers Amberger Kollegin Carolin Traub (Anfänger B), die männlichen Sieger Loris Kraiczyk (Nachwuchs B U 14), oder Antony Sardarian (Sternschnuppen). „Loris Kraiczyk lief so etwas wie das Programm seines Lebens. Das war viel weniger Inhalt, aber super verpackt“, lobte Nicole Brünner den Vierten im Nachwuchs A. Auch Zwillingsbruder Leon holte als Vierter „gute Punkte“. So, wie eine Selin Aslan im Nachwuchs B U 16: „Auch wenn das mehr eine Hobbyklasse ist.“ So durften sich viele eine Scheibe abschneiden und half anderswo eingeplante Punkte wettzumachen. „Wir hatten zum Beispiel eine dabei, da stimmte schon beim Einlaufen was nicht. Am nächsten Tag lag sie mit 40 Grad Fieber im Bett.“

Ann-Christin Marold ist das größte ECR-Talent: Lesen Sie hier ein Interview mit ihr über die Geschichte, wie alles begann.

Die Saison neigt sich dem Ende entgegen, doch die letzten Wochen waren auch eine Hatz. Ein Wettbewerb folgte auf den anderen und strengte nicht nur die Aktiven, sondern auch die Trainer an. „Bei so einem geballten Programm ist es schwer, sich weiter zu entwickeln“, sagt Brünner. Doch noch rufen die Leistungsnachweise: Seit gestern steht der Deutschland-Pokal in Dortmund an. Auch dort geht es um Klubinteressen. „Eine Lea Schwamberger wird dort zum Beispiel starten, weil es um die bayerischen Startplätze für nächstes Jahr geht – und damit für unsere nächste Generation“, erklärt Nicole Brünner und weiß, dass auch diese Einstellung nicht jeder Klub pflegt. „Und dann schicke ich Anfang April Emily Kling und Milena Sardarian nach Bozen“, sagt sie. Die beiden würden das halbe Dutzend deutscher ECR-Kadersportler klar machen.

Marold startet angeschlagen

Die ECR-Beste fehlte in Oberstdorf: Ann-Christin Marold lief beim „Cup of Tyrol“ als Dritte zwar aufs Treppchen, war aber „nach einem richtig guten Kurzprogramm“ (Brünner) nicht ganz zufrieden, weil die 13-Jährige das Ziel verfehlte, erneut über 140 Punkte und damit den B-Kader-Status zu schaffen. „Ich bin trotzdem extrem stolz“, sagt Brünner. Obwohl Marold angeschlagen ist, startete sie auch beim Deutschland-Pokal, der gestern begann: Platz sieben nach dem Kurzprogramm zeigte aber, wie beeinträchtigt sie ist. „Eine mit so viel Biss wie sie hatten wir noch nie. Sie würde sich bestraft fühlen, wenn sie nicht fahren darf.“

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