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Handball

Amberg tastet sich heran

Nach zwei Jahren hat Amberg den Betriebsunfall BOL-Abstieg korrigiert. Die HG kam mit 4:2 Punkten aus den Startlöchern.
Von Gerd Winkler

Ambergs Coach Roman Will ist kein Unbekannter: Als Coach in Oberviechtach und Regensburg, als Spieler bei der HSG Nabburg/Schwarzenfeld Foto: Brüssel
Ambergs Coach Roman Will ist kein Unbekannter: Als Coach in Oberviechtach und Regensburg, als Spieler bei der HSG Nabburg/Schwarzenfeld Foto: Brüssel

AMBERG. Am 29. April 2017, Samstagabend gegen 21.30 Uhr, hat der Handball-Standort Amberg ein gewaltiges sportliches Erdbeben erlebt. Eben machte in der proppenvollen Gregor-Mendel-Gymnasium-Halle kopfschüttelnd die Kunde die Runde, dass es vom HC Sulzbach II keine Schützenhilfe gegeben hat. Im Fernduell im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga Ostbayern konnte die HSG Erlangen/Niederlindach mit dem 33:30-Erfolg bei Ambergs Lokalrivalen den Kopf gerade noch aus der Schlinge ziehen. Somit war der parallele 31:30-Derbysieg über die HSG Naabtal für die Katz. Mit 19:25 Punkten musste man in den sauren Abstiegsapfel beißen – und Naabtal eine Etage tiefer begleiten.

Wenige Wochen später folgte dem Verlust einer Klasse ein heftiger personeller Aderlass. Beruflich bedingt zog es Patrick Niec, Mark Pürkhauer und Moritz Ringeisen in die Fremde. Basti Schaller wechselte zum ESV 1927 Regensburg, Christian Strasser zum HC Weiden. Sebastian Kistenpfenning und Benni Termer heuerten in Sulzbach an – ein halbes Jahr später folgte Patrick Klee.

Eine schwierige Situation

An Neuzugänge war nicht zu denken, erinnert sich Abteilungs-Vize Wolfgang Schaller widerwillig zurück: „Wer geht denn schon gerne zu einem Absteiger in die Bezirksliga.“ Um in der Bezirksliga West konkurrenzfähig zu sein, wurden zum verbliebenen Stamm Philipp Lulla und Markus Sammet von der Zweiten hochgezogen. Aus dem Nachwuchsbereich stießen A-Jugendliche hinzu. Die Korsettstangen sollten Routinier Marek Nachtman, Neuzugang David Zilak und Abwehrchef Sean Turner bilden.

Die nächsten Spiele

  • Lokalrivale:

    Von 2013/14 bis 16/17 spielte der HC Sulzbach in der Bayernliga. Im Frühjahr stieg er in die BOL ab. Am 14. Dezember gastiert Sulzbach bei der HG. In der Rückrunde fahren die Vilsstädter Ende März zum Lokalrivalen.

  • Aussicht:

    Am Samstag kommt der TV Erlangen-Bruck III zur HG, eine Woche später gastiert Neuling SV Obertraubling in Amberg. Es folgt das Auswärtsspiel beim TV Altdorf.

In der Bezirksliga-Saison 2017/18 übernahm Kreisläufer Tobias Streber das Coaching, auf der Bank half Betreuer Markus Hartleb dazu. „An Wiederaufstieg war damals nicht zu denken“, lässt Schaller die Premierensaison Revue passieren. Am Ende sprang ein dritter Platz heraus. Zu Relegationsplatz zwei fehlten neun Zähler. Vor dem zweiten Bezirksliga-Jahr stieß Roman Will hinzu. Jedoch hatte der erfahrene tschechische Trainer zuvor den Bezirksoberliga-Frauen des HV Oberviechtach zugesagt, sodass der heute 51-Jährige als eine Art Berater bei den Partien auf der Bank fungierte. Natürlich nur, wenn es Oberviechtachs Spielplan erlaubte.

Fünf Teams lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, am Schluss hatte Meister SV Buckenhofen um einen Zähler die Nase vorne. Dahinter rangierte Amberg mit wiederum einem Punkt vor dem Dritten SG Auerbach/Pegnitz. In der Relegationsrunde im Mai gegen Neunburg behielt die HG denkbar knapp die Oberhand: 28:29 vor 400 Zuschauern auswärts, 31:29 vor einer 600er-Kulisse in der GMG-Halle. Im Sommer wurde Roman Will fest an die HG gebunden. Vor dem Saisonauftakt meinte der Coach, dass es wohl ein schwieriges Jahr werde und mahnte: „Die Vorbereitung ist gut verlaufen, aber vielen Spielern fehlt einfach die nötige Routine.“

Klassenverbleib bleibt das Ziel

Der BOL-Spielplan bescherte zum Auftakt den alten Weggefährten SV Buckenhofen. 32:23 besiegt mussten sich die Mittelfranken auf die Rückfahrt machen. In der zweiten Runde unterlagen Wills Schützlinge bei Vorjahres-Vizemeister Regensburg mit 16:25 (8:9). Mut habe die Erkenntnisse der ersten Halbzeit gemacht, stellt Schaller klar: „Wir haben gesehen, dass wir in dieser Liga durchaus mithalten können.“ Am vergangenen Samstag ging es zum etablierten HC Forchheim – mit einem finalen 28:26-Erfolgserlebnis. „Die zwei Punkte hatten wir nicht auf der Rechnung“, freut sich Schaller, lässt aber die Kirche im Dorf: „Unser Ziel Klassenerhalt wird nicht umgeworfen, nur weil wir drei gute Halbzeiten gespielt haben.“ Die gesamte Vorrunde sei ein Herantasten an das Niveau der Bezirksoberliga. Die nächste Bewährungsprobe wartet: Am Samstag kommt um 19 Uhr der Vorjahres-Sechste TV Erlangen-Bruck III in die Gregor-Mendel-Gymnasium-Halle.

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