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Sportler des Jahres

Andrea Brunner folgt auf Lisa Schöppl

Die U-17-Nationalspielerin aus Großmuß trainiert beim FC Bayern auch mal neben . Geübt hat sie früher auch im Garten zuhause.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

  • Florian Brunner (rechts) nahm den Preis seiner Schwester Andrea aus den Händen von Laudatorin Holly Zimmermann (Mitte) und Martin Gottschalk (Rewag) in Empfang. Fotos: Lex (4)
  • Für den FC Bayern in der U 17 am Ball ist Andrea Brunner aus Großmuß. Foto: MZ-Archiv

Regensburg. Im Hause Brunner in Großmuß gibt es einen Fußballplatz der spezielleren Art. Mit Papa Bernhard und Bruder Florian machte dort auch ein Mädchen seine ersten Schritte im Familienkick. Für ein kleines Gala-Filmchen geht das zu Demonstrationszwecken auch schon mal auf schneebedecktem Boden. „Geschont haben wir die Andrea nicht“, sagt der Vater da im Rückblick. Geschadet hat es ihr zweifelsfrei nicht. Die am 3. Januar gerade 17 Jahre alt gewordene Abwehrspielerin spielt inzwischen für die U 17 des FC Bayern München – und gehört der U-17-Nationalmannschaft an, wo inzwischen acht Einsätze und ein Tor in der Statistik stehen. Dort steht seit dem Abend des 26. Januar im Kolpinghaus noch ein neuer, ein stolzer Eintrag: Die Kickerin aus Großmuß, die auch für die JFG Befreiungshalle Kelheim spielte, tritt in die Fußstapfen ihrer Fußball-Kollegin Lisa Schöppl, die vor einem Jahr gewann und inzwischen beim Zweitliga-Tabellenführer VfL Wolfsburg spielt.

Andrea Brunner war wieder einmal unterwegs – in Spanien steht in diesen Tagen ein DFB-Lehrgang mit zwei Länderspielen auf dem Programm. Was auf ihrem persönlichen Programm steht, steht in den Sternen. „Ich traue ihr viel zu“, sagt Bruder Florian, der den Preis in Vertretung entgegennehmen durfte und mit dem sie bestimmt schon früh den laut Andrea Brunner größten Unterschied zum Fußball der Jungs erlebte. „Das Körperspiel ist ein extremer Unterschied“, sagt Andrea Brunner und erzählte im TVA-Film Gala-Moderatorin Evi Reiter von ihren Anfängen. „Als die Trainerin des FC Bayern angerufen hat, habe ich mich einfach nur gefreut. Und im ersten Probetraining war ich auch noch schüchtern und habe ich mich nix getraut. Erst als ich mich daran gewöhnt hatte, wurde das besser.“

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Vom Sprung in die Bundesliga mag bei den Brunners aber erst einmal noch niemand reden. „Zutrauen tu ich es ihr schon. Aber das ist noch ein so langer Weg“, sagt der Papa. Andrea Brunner ergänzt: „Es ist schonziemlich schwer. Jetzt trainiere ich dann erst einmal bei der zweiten Mannschaft mit.“ Und doch ist es natürlich etwas Besonderes, das Bayern-Trikot zu tragen. Bisweilen bekommt Andrea Brunner die Männer-Profis auch zu Gesicht. „Teilweise haben die neben uns trainiert.“

Irgendwie ist es auch interessant, dass sich beim FC Bayern München inzwischen drei Fußballerinnen der Region tummeln. Mit den erfolgsverwöhnten A-Nationalspielerinnen Simone Laudehr und Sara Däbritz sind die anderen beiden freilich eine ganz andere Hausnummer – und doch sind beide Vorgängerinnen von Andrea Brunner und Lisa Schöppl.

Das erwähnte in ihrer Laudatio auch Extremläuferin Holly Zimmermann, die einst bei ihrem Test von Mannschaftssportarten noch zu ihren Tagen in den USA unter anderem auch selbst Fußball gespielt hatte: „Die Region scheint sich fast auf Fußballerinnen spezialisiert zu haben“, sagte sie und freute sich über den längst gestiegenen Stellenwert von Frauen- und Mädchenfußball, der sich auch in den Nominierungen ausdrückt. „Ich werde den Weg von Andrea Brunner in Zukunft genau verfolgen.“ Da wird sie bei einer „Jugendsportlerin des Jahres in Ostbayern“ gewiss nicht die Einzige sein.

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