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Auch 2. Liga will keine Montagsspiele

Für die Fans ist die Entscheidung eine neuerliche Bestätigung. Auch der SSV Jahn Regensburg ist glücklich mit der Lösung.
Von Holger Schmidt, Thomas Esser und Gerald Fritsche

Viele Fans (im Bild die Partie zwischen Union Berlin und Darmstadt 98) hatten gegen die Montagsspiele protestiert. Foto: Annegret Hilse/dpa
Viele Fans (im Bild die Partie zwischen Union Berlin und Darmstadt 98) hatten gegen die Montagsspiele protestiert. Foto: Annegret Hilse/dpa

Düsseldorf.Nächster Erfolg für die Fans, nächste Herausforderung für die DFL: Nach den Bundesligisten haben sich auch die Vereine der 2. Fußball-Bundesliga für eine Abschaffung der Montagsspiele ausgesprochen. Bei einem Treffen am Montag hätten sich die Vereine mit großer Mehrheit darauf geeinigt, teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit: „Stattdessen ist geplant, anstatt montags ein Spiel am Samstagabend ab 20.15 Uhr auszutragen.“

„Wir glauben, dass der Samstagabend die deutlich sinnvollere und bessere Alternative ist, auch aus Sicht der Fans“, sagte Markus Rejek, Geschäftsführer von Arminia Bielefeld. Auch der 1. FC Köln stimmte dem Vorschlag zu. „Der 1. FC Köln unterstützt die klare Mehrheit innerhalb der Liga für eine Abschaffung der Montagsspiele und hat entsprechend abgestimmt“, sagte Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle.

Klare Jahn-Position

Auch in Regensburg ist man glücklich damit, dass der Spieltermin ab der Saison 2021/2022 der Vergangenheit angehört. „Der SSV Jahn hat sich von Beginn an klar für eine Abschaffung des Montagsspiels positioniert und auch dementsprechend abgestimmt“, erklärte Geschäftsführer Christian Keller, der sich bereits vor einigen Wochen für einen exklusiven Anstoßtermin am Samstagabend als Alternative ausgesprochen hatte.

„Der SSV Jahn hat sich von Beginn an klar für eine Abschaffung des Montagsspiels positioniert“

Christian Keller, Geschäftsführer beim SSV Jahn Regensburg

Der Protest der Fans hat damit Wirkung gezeigt. Doch die DFL, und allen voran Chef-Verhandler Christian Seifert, müssen noch nach Modellen suchen, mit denen sie die zu erwartenden Mindereinnahmen bei der Verhandlung für den nächsten TV-Vertrag ab der Saison 2021/22 auffangen. „Durch den Wegfall der Montagsspiele muss den Vereinen bewusst sein, dass die Einnahmen aus Fernsehgeldern geringer werden könnten“, sagte Michael Voigt, Geschäftsführer von Erzgebirge Aue. Deshalb haben die Vereine mit dem Samstagabend gleich einen neuen Exklusiv-Termin angeboten.

Als Zeichen für die Anhänger

Bei den Fans ist die Freude hingegen nicht nur deshalb groß, weil die oft schwer zu organisierenden Montags-Reisen zu Auswärtsspielen wegfallen. Die Anhänger fühlen sich offenbar auch als Gewinner in einem Machtkampf. „Ich denke, dass das das Ego der Fanszenen stärken würde“, sagte Sig Zelt von „Pro Fans“. Er wertete den Schritt als „ein Zeichen, dass die Vereine erkannt haben, dass die Fans dem Fußball einen großen Mehrwert geben“.

Im Gegensatz zur Bundesliga, wo sie erst im Vorjahr eingeführt wurden, haben Montagsspiele in der 2. Liga eine lange Tradition. Dort wurden sie im Oktober 1993 eingeführt, bis Frühjahr 2017 liefen sie mit ordentlichen Einschaltquoten im DSF und dem Nachfolger Sport1 im FreeTV. Während den Stadiongängern diese Spiele schon immer ein Dorn im Auge waren, freuten sich andere Fans über Jahre, wenn sie die Spiele ihres Teams im frei empfangbaren Fernsehen schauen konnten. Dies fiel durch den Wechsel zu Sky weg.

Bei vielen Zweitligisten waren Montagsspiele lange als gute Bühne begehrt. „Mit dem Wechsel aller Übertragungsrechte zu Sky und der Einführung von Montagsspielen auch in der 1. Liga hat sich die Situation und die Stimmung geändert“, erklärte Voigt. „Die meisten Fans und Vereine sehen die Montagabendspiele inzwischen kritischer und negativer als früher.“

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