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Augsburger wollen FC Bayern ärgern

Im bayerischen Derby in Augsburg könnte der Rekordmeister die 28. Meisterschaft klar machen. Das will der FCA verhindern.

Seit dem Hinspiel im November sind Jupp Heynckes (li.) und Manuel Baum per Du. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Augsburg.Manuel Baum wurde beim ersten Kennenlernen mit Jupp Heynckes gleich mal ein bisschen geschimpft. Der 38-jährige Baum, höflich, wohl erzogen und mit Respekt vor dem Alter, siezte die Trainerlegende des FC Bayern vor dem Hinrundenspiel seiner Augsburger Mitte November erstmal. Heynckes, immerhin schon 72 Jahre alt, verbat sich das Gesieze. So alt sei er nun auch nicht. „Ab sofort duzen wir uns“, berichtete Baum schmunzelnd über das Treffen vor dem 0:3.

Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wird also gleich geduzt. Und gerne würde Baum einmal länger mit dem Triple-Coach sprechen. „Ich bin einfach begeistert und würde mich auch mal freuen, wenn wir einmal in Ruhe miteinander reden, weil man mit Sicherheit noch das eine oder andere lernen kann“, sagte Baum.

Augsburg will Bayerns Meisterfeier vertagen

Zu erzählen hat Heynckes viel. Er könnte Baum zum Beispiel von seinen Titelgewinnen berichten. Ausgerechnet am Samstag könnten die Münchner nun ihre 28. Meisterschaft vorzeitig perfekt machen. Ein Sieg und auch rechnerisch wären alle minimalen Restzweifel ausgeräumt. „Mir ist es völlig egal, ob die hier bei uns die Meisterschaft feiern können“, sagte Baum. So ganz egal ist es ihm dann aber doch nicht. „Ich glaube, es ist besser, wenn sie es zuhause machen, was ja unsere Zielstellung für das Spiel unterstreicht.“

Nach drei Heimniederlagen wollen die Fuggerstädter in der WWK Arena wieder „richtig Gas“ geben, wie es Baum ausdrückte. Die Bayern haben mit 69 Punkten zwar fast doppelt so viele wie der FCA (36), doch die Augsburger setzen auf ihre Außenseiterchance. Die Münchner hätten eine „hohe mentale Qualität“, lobte Baum. „Man kann ihnen schon wehtun, aber dazu müssen wir eine Superleistung auf den Platz bringen, und Bayern vielleicht ein paar Prozent weniger als gegen Dortmund.“

Der FCA-Schlachtplan

Gegen Borussia Dortmund gewannen die Münchner am vergangenen Samstag mit 6:0. Zur Halbzeit führten sie gegen einen erschreckend schwachen Kontrahenten bereits mit 5:0. „Bayern muss das Gefühl haben, dass man nicht nur das eigene Tor verteidigt, sondern auch in Richtung des anderen Tores etwas unternehmen will“, meinte Baum. Und Linksverteidiger Philipp Max kündigte an: „Wir wollen richtig gut verteidigen und auch mutig nach vorne spielen.“

„Er brennt lichterloh, dass er wieder ran darf.“

Manuel Baum, Trainer des FC Augsburg

Vorne, das ist der Arbeitsbereich von Topstürmer Alfred Finnbogason. Letztmals war der neben Michael Gregoritsch mit elf Toren gefährlichste Augsburger beim 1:1 Ende Januar gegen den 1. FC Köln aufgelaufen. Danach setzte den Isländer eine langwierige Wadenverletzung außer Gefecht. Nun steht Finnbogason vor seinem Comeback. „Er fühlt sich super, hundert Prozent fit“, sagte Baum vor dem 29. Spieltag. „Sehr erfreulich, dass er wieder mit dabei ist, und er ist definitiv eine Option fürs Wochenende.“ Der FCA-Coach will bei Finnbogason wie gewohnt nichts überstürzen, dennoch könnte der 29-Jährige sogar in der Startelf stehen. „Er ist auf dem Platz und neben dem Platz als Typ wichtig“, sagte Baum. Nach Baums Einschätzung „brennt er lichterloh, dass er wieder ran darf.“

Philipp Max lobt Rückkehrer Finnbogason

Philipp Max freut sich auf die Rückkehr von Teamkollege Alfred Finnbogason. Foto: Hasan Bratic/dpa

Und auch Finnbogasons Teamkollegen würden es begrüßen, wenn er wieder auf dem Rasen mitmischen könnte. „Es ist auf jeden Fall wichtig, dass er wieder da ist. Er tut der Mannschaft gut, er ist ein richtig guter Typ“, versicherte Max vor dem Freistaatduell.

„Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem er gegen uns nicht trifft.“

Manuel Baum, Trainer des FC Augsburg

Einen wie Finnbogason – nur nochmal um einiges besser – hat auch der FC Bayern. Robert Lewandowski war in dieser Saison schon 26-mal erfolgreich. Damit ist der polnische Nationalstürmer längst in der Torjägerliste enteilt. Die Augsburger liegen ihm. Bereits 18-mal traf Lewandowski in seiner Bundesliga-Karriere gegen die Fuggerstädter – das ist ein persönlicher Rekord. „Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem er gegen uns nicht trifft“, mutmaßte Baum.

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