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Tennis

Australian Open: Kerber letzte Deutsche

Andrea Petkovic gewinnt nur den ersten Satz. Deutlich besser läuft es an ihrem Geburtstag für Angelique Kerber.

Angelique Kerber ist die letzte Deutsche bei den Australian Open. Foto: Julian Smith
Angelique Kerber ist die letzte Deutsche bei den Australian Open. Foto: Julian Smith

Melbourne.Nach dem Geburtstagsständchen der Zuschauer im Stadion wünschte sich Angelique Kerber ein Eis zur Abkühlung, abends ein Glas Wein am Strand – und erst dann wollte sie sich mit ihrer nächsten Gegnerin Maria Scharapowa beschäftigen. „Ich weiß, was auf mich zukommt. Ich rechne mit einer starken Scharapowa“, sagt die letzte verbliebene deutsche Tennisspielerin vor dem prickelndsten aller Drittrunden-Matches bei den Australian Open an diesem Samstag.

Maximilian Marterer gewann sein Match gegen den Spanier Fernando Verdasco. Foto: Ng Han Guan/AP/dpa
Maximilian Marterer gewann sein Match gegen den Spanier Fernando Verdasco. Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

Alexander Zverev trifft dann nach seinem Sieg im deutschen Duell mit Peter Gojowczyk auf das südkoreanische Talent Chung Hyeon, und auch Maximilian Marterer ist überraschend noch dabei. Der 22 Jahre alte Nürnberger rang den Spanier Fernando Verdasco in fünf Sätzen nieder. „Das war das schönste und wichtigste Match meiner Karriere“, sagt Marterer, der gegen den Amerikaner Tennys Sandgren sogar aussichtsreich in den Kampf um den Einzug ins Achtelfinale geht.

Aus für Petkovic

Andrea Petkovic verabschiedete sich dagegen mit einem 6:4, 0:6, 0:6 gegen Lauren Davis aus den USA. Jan-Lennard Struff verpasste beim 4:6, 4:6, 6:7 (4:7) eine Überraschung gegen Titelverteidiger Roger Federer. Bei Temperaturen von fast 40 Grad Celsius versuchte Kerber, sich an ihrem 30. Geburtstag nicht länger als nötig auf dem Platz aufzuhalten. „Man denkt, ein Föhn bläst einem die ganze Zeit ins Gesicht, meine Schuhe haben sich so heiß angefühlt wie selten“, sagte die Kielerin nach ihrem 6:4, 6:1-Erfolg gegen die Kroatin Donna Vekic. Während der Seitenwechsel packte sie sich permanent Eis-Handtücher in den Nacken, schon vormittags trank sie mehr als sonst. „Die Wettersituation war nicht so einfach, aber am Ende ist es für alle gleich“, sagt Kerber vor dem achten Duell mit Scharapowa. 15 Monate war die Russin wegen Dopings gesperrt, die Branchenwertung weist sie aktuell nur noch als Nummer 48 aus.

„Man denkt, ein Föhn bläst einem die ganze Zeit ins Gesicht, meine Schuhe haben sich so heiß angefühlt wie selten.“

Angelique Kerber

Doch alleine aufgrund ihres unerschütterlichen Selbstbewusstseins, ihres Ehrgeizes und ihrer Erfolge in der Vergangenheit gilt die Australian-Open-Siegerin von 2008 und fünfmalige Grand-Slam-Gewinnerin als eine der unangenehmsten Protagonistinnen im Feld. „Sie ist zurück, und sie ist auch wieder gefährlich“, sagte Kerber.

Kein Blick in die Box

Mit jedem Match befreit sich die einstige Nummer eins und zweimalige Grand-Slam-Siegerin mehr und mehr aus ihrer Krise. Elfmal in Serie hat sie nicht mehr verloren. Beim Hopman Cup gewann sie alle ihre Einzel, beim WTA-Turnier in Sydney feierte sie ihren ersten Titel seit den US Open 2016. Und auch bei den Australian Open tritt sie bislang wieder so auf wie im Jahr ihres märchenhaften Aufstiegs. Das bekam auch die Freundin des Schweizer Ex-Champions Stan Wawrinka, der nach einem 2:6, 1:6, 4:6 gegen Sandgren ebenfalls scheiterte, während der 70 Minuten in der Margaret Court Arena zu spüren. Den Blick in die Box ihrer Gegnerin und zu ihrem Ex-Coach Torben Beltz vermied Kerber während des Matches, doch in den Katakomben wurden später Glückwünsche ausgetauscht. „Er hat mir gratuliert, wir haben uns ganz normal unterhalten“, erzählte Kerber tiefenentspannt.

Andrea Petkovic brach im zweiten und dritten Satz völlig ein. Foto: Ng Han Guan
Andrea Petkovic brach im zweiten und dritten Satz völlig ein. Foto: Ng Han Guan

Nach dem Aus ihrer Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic und dem gestrigen Ausscheiden von Julia Görges ist Kerber damit die einzige von anfangs sieben deutschen Tennisspielerinnen in der dritten Runde.

Nur über den umstrittenen Auftritt Scharapowas, die bei der Auslosung die Trophäe präsentiert und eine Debatte über den Umgang mit der einst wegen Dopings gesperrten Russin ausgelöst hatte, wollte Kerber nichts sagen. Überhaupt sei das Thema jetzt durch. „Sie hat ihre Sperre abgesessen.“

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