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Champions League

Bayern holen bei Piräus ein knappes 3:2

Die Bayern liegen klar auf Achtelfinalkurs. Aber die Defensive bleibt mangelhaft – und es gibt weitere Verletzte.
Von Christian Kunz und Klaus Bergmann

Corentin Tolisso vom FC Bayern München jubelt über sein 1:3 gegen Olympiakos Piräus. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa
Corentin Tolisso vom FC Bayern München jubelt über sein 1:3 gegen Olympiakos Piräus. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa

Piräus.Dank Tormaschine Robert Lewandowski und einem starken Vorbereiter Thomas Müller bleibt der FC Bayern zumindest in der Champions League voll auf Kurs. Nach zwei Bundesliga-Frusterlebnissen bejubelten die Münchner gestern Abend vor allem wegen des Offensivduos ein 3:2 (1:1) bei Olympiakos Piräus. Lewandowski traf doppelt (34./62. Minute), Corentin Tolisso erhöhte auf 3:1 (75.). Der in die Startelf zurückgekehrte Müller war an allen Toren beteiligt.

Wie beim 1:2 gegen Hoffenheim und dem 2:2 in Augsburg tat sich der deutsche Fußball-Rekordmeister auch in der griechischen Hafenstadt schwer und kassierte zwei Tore von Youssef El-Arabi (23.) und Guilherme (79.). Nach drei Siegen sind die Bayern vor dem Rückspiel gegen Olympiakos in zwei Wochen dem Achtelfinale nahe. Drei Tage nach dem Kreuzbandriss von Niklas Süle musste Verteidigerkollege Lucas Hernández allerdings verletzt ausgewechselt werden.

Pavard statt Boateng

Niko Kovac brachte den „frischen“ Müller nach sechs Partien als Bankdrücker erstmals wieder von Anfang an. Die Münchner knüpften im Hexenkessel des Karaiskakis-Stadion aber nicht an die 7:2-Gala bei Tottenham Hotspur an, sondern mehr an den Durchhänger in der Bundesliga.

Gegen aufgerückte Bayern schaltete Olympiakos schnell um. Müllers Grätsche gegen Kostas Tsimikas ging ins Leere. Der Grieche flankte, und Hernández stand schlecht im Kopfballduell mit Landsmann El-Arabi. Manuel Neuers Rettungstat erfolgte hauchdünn hinter der Torlinie. Kovac setzte im ersten Spiel ohne Niklas Süle auf Benjamin Pavard statt Jérôme Boateng als Nebenmann von Hernández im Abwehrzentrum. Weltmeisterlich agierte das Franzosen-Duo nicht. Nach dem 0:1 steigerten sich die Bayern, vor allem als Müller ins Zentrum rückte, Coutinho nach links und Serge Gnabry auf den rechten Flügel wechselte. Denn dann fiel das 1:1.

Defensivabräumer Javi Martínez zeigte zwar Mängel im Spielaufbau, aber den Ausgleich leitete der Spanier mit einer guten Flanke ein. Lewandowski legte mit dem Kopf ab auf Müller, dessen Volleyschuss der Portugiese José Sá noch abwehrte. Lewandowski staubte aber daraufhin reaktionsschnell ab.

Bayern spielt cool und effektiv

Zur Pause blieb der offenbar muskulär angeschlagenen Martínez in der Kabine. Tolisso kam ins Mittelfeld. Die Gastgeber wurden von ihren Fans lautstark angetrieben. Die Bayern offenbarten defensiv Anfälligkeiten. Das Verletzungspech schlug dann wieder zu: Hernández humpelte nach einem Zusammenprall mit Olympikos-Kapitän Omar Elabdellaoui in die Kabine. Boateng musste ran (58.) und konnte gleich das 2:1 mit bejubeln. Nach Coutinhos Ecke war Müller der Kopfballvorbereiter für Lewandowski, der den Ball artistisch ins Tor stocherte.

Kovac geht es nicht ums Prinzip

  • Causa Müller:

    Niko Kovac geht es in der Causa Thomas Müller nicht um das Prinzip. Der Trainer des FC Bayern hatte Müller zuletzt in sechs Pflichtspielen nicht in der Startelf aufgeboten; der Profi ist mit der Situation unzufrieden.

  • Stellenwert:

    „Ich will kein Exempel statuieren, um Gottes Willen“, sagte Kovac dazu dem TV-Sender Sky. Vereinspräsident Uli Hoeneß verteidigte zuletzt den Coach, unterstrich aber gleichzeitig den Stellenwert des gebürtigen Bayern Müller. (dpa)

Glanzvollen Fußball oder eine bemerkenswerte Spielkontrolle boten die Bayern nicht. Aber sie agierten im Hexenkessel cool und effektiv – das 3:1 war der Beleg. Wieder war Müller der Ausgangspunkt. Coutinhos Schuss wurde noch abgeblockt, aber dann zirkelte Tolisso den Ball überlegt von außerhalb des Strafraums hoch ins Toreck. Die fehlende Souveränität belegte das Tor von Guilherme, dessen Schuss zum 2:3 für die anstürmenden Griechen von Thiago entscheidend abgefälscht wurde.

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