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Samstag, 22. September 2018 19° 4

Kampf

Belgien nach Krimi gegen Japan weiter

Der Geheimfavorit dreht nach Zwei-Tore-Rückstand das Spiel. Als nächster Gegner wartet Brasilien.
Von Eric Dobias

Befreiter Jubel bei den belgischen Spielern Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa
Befreiter Jubel bei den belgischen Spielern Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Rostow am Don.Geheimfavorit Belgien hat sich von Japans Blauen Samurai trotz eines Zwei-Tore-Rückstandes nicht in die Knie zwingen lassen und träumt nach einem Wahnsinns-Comeback weiter vom großen WM-Coup. Jan Vertonghen (69. Minute), Marouane Fellaini (74.) und Nacer Chadli (90.+4) schossen die Roten Teufel gestern dank einer enormen Willensleistung zum dritten Mal nach 1986 und 2014 ins Viertelfinale einer Fußball-WM, in dem am Freitag Rekord-Champion Brasilien wartet. Vor 41 466 Zuschauern in Rostow am Don hatten Genki Haraguchi von Hannover 96 (48.) und der Ex-Frankfurter Takashi Inui (52.) die Asiaten überraschend mit 2:0 in Führung gebracht. Am Ende reichte es für Japan aber auch im dritten Anlauf wie 2002 und 2010 nicht zum Einzug in die Runde der besten Acht. Die Belgier bauten ihre Serie auf 23 Spiele ohne Niederlage aus.

Beide Mannschaften lieferten sich einen flotten Fight, bei dem sich jedoch zunächst kaum zwingende Chancen ergaben. Das lag vor allem daran, dass die mit fünf Bundesliga-Profis in der Startelf angetretenen Japaner mir einem Pressing oft schon an der Mittellinie die gefürchtete Wucht der belgischen Angriffe eingrenzen konnten. Allmählich kamen die Roten Teufel, bei denen Ex-HSV-Profi Vincent Kompany nach auskurierten Leistenproblemen erstmals bei dieser WM in der Startelf stand und auch alle gegen England (1:0) geschonten Asse zurückkehrten, aber auf Touren. Der starke Eden Hazard zwang Torwart Eiji Kawashima zur ersten Parade (27.), dann scheiterte Kompany (28.) und Axel Witsel jagte den Ball aus der Distanz über das Tor (36.). Beim klaren Favoriten mangelte es gegen die verbissen kämpfenden Blauen Samurai zunächst an der letzten Konsequenz.

Nach dem Wechsel war Belgiens Schlussmann machtlos. Nach einem Ballverlust des Gegners schloss der künftige Hannoveraner Haraguchi den Klassekonter mit einem Schuss ins lange Eck ab. Belgiens direkte Antwort war ein Hazard-Schuss an den Pfosten (49.). Die Asiaten hielten dagegen: Dortmunds Shinji Kagawa passte auf Inui, der mit einem satten Rechtsschuss den Vorsprung ausbaute. Beim ersten Gegentreffer sah Vertonghen, beim zweiten Kompany nicht gut aus. Man konnte fast den Eindruck haben, der Favorit hätte den Außenseiter unterschätzt. Aber die Belgier gaben sich längst nicht auf und schlugen zurück: Lukakus erste Kopfballchance hätte fast schon den Anschluss gebracht (61.). Der gelang dem aufgerückten Vertonghen mit einer Kopfball-Bogenlampe. In dem hochklassigen und spannenden Schlagabtausch war Fellaini nur neun Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:2 zur Stelle. Chadli drehte dann das Match total.

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