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Eishockey

Berlin vermiest München die Meisterparty

Die Titelentscheidung in der DEL ist vorerst vertagt. Die Eisbären gewinnen in der bayerischen Landeshauptstadt mit 6:5.
Von Manuel Schwarz, dpa

Dichtes Gedränge während des zweiten Treffers des EHC Red Bull. Dabei wurde das Tor aus seiner Verankerung gerissen. Danach musste der Videobeweis herangezogen werden. Foto: Peter Kneffel/dpa
Dichtes Gedränge während des zweiten Treffers des EHC Red Bull. Dabei wurde das Tor aus seiner Verankerung gerissen. Danach musste der Videobeweis herangezogen werden. Foto: Peter Kneffel/dpa

München.Die Eisbären Berlin haben die Titelentscheidung in der Deutschen Eishockey Liga vertagt und dem EHC Red Bull München die erhoffte Meisterparty dahoam vermasselt. Die Hauptstädter feierten einen 6:5 (3:1, 1:1, 1:3, 1:0)-Erfolg in der Verlängerung über lange schlampige Münchner. Matchwinner wurde der Kanadier Jamie MacQueen nach 1:16 Minuten und Videobeweis. „Die Entscheidung ist korrekt. Es war definitiv ein gültiges Tor“, sagte Gerhard Lichtnecker, der Schiedsrichter-Obmann des Deutschen Eishockey-Bundes.

„Die Fans haben uns gepusht“

André Rankl, Kapitän der Eisbären Berlin

„Es war ein Spiel, da fehlen mir die Worte. Wir haben nie aufgegeben. Die Fans haben uns gepusht“, sagte Berlins Kapitän André Rankl. In der Finalserie steht es damit nur noch 3:2 für die Bayern, die am Dienstagabend (19.30 Uhr) in Berlin aber die nächste Chance auf den Gewinn des dritten silbernen Meisterpokals nacheinander haben. Vier Siege sind im Best-of-Seven-Modus zum Triumph nötig.

Berliner zeigten beherzte Härte

In einem am Ende spektakulären Match reichten den Gastgebern die Tore durch Brooks Macek (15./42. Minute), Mads Christensen (26.), Jon Matsumoto (48.) und Keith Aucoin (55.) nicht. In einem am Ende spektakulären Match verdiente sich Berlin den zweiten Auswärtssieg in diesen Finals durch beherzte Härte, Entschlossenheit in der Offensive und die Treffer von André Rankel (7./39.), Thomas Oppenheimer (13.), Jamie MacQueen (18.) und James Sheppard (48./Penalty).

„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, hatte Berlins Kapitän Rankel noch vor der Reise nach München gesagt – doch just in der Lage klappte es für die Hauptstädter plötzlich. Berlin kam energisch und motiviert aus der Kabine, zwang die Gastgeber zu Fehlern und nutzte diese – anders als bislang in der Serie – konsequent aus. Rankel profitierte zunächst davon, dass Red-Bull-Profi Maximilian Kastner bei eigenem Spielaufbau wegrutschte. Oppenheimer schloss einen schnellen Angriff ab, nachdem wieder Kastner den Puck vertändelte.

Der Anschlusstreffer von Macek ließ die Zuschauer in der Münchner Olympia-Eishalle nur kurz wieder feiern, denn nur wenig später stellte MacQueen den Zwei-Tore-Vorsprung für Berlin wieder her. Auch in der Situation patzte ein Münchner: Steven Pinizzotto ließ sich unkonzentriert den Puck im eigenen Drittel von Mark Olver abnehmen.

EHC München nutzte Überzahlsituationen nicht

Die Berliner spielten mit viel Druck, zwangen die Münchner zu Fehlern. Nach drei souveränen Siegen agierte das Team von Coach Don Jackson in Partie Nummer fünf zu fahrig und teilweise zu verspielt, anstatt energisch den Abschluss vor dem Tor zu suchen.

Just die Kaltschnäuzigkeit war bislang die Münchner Stärke, doch diesmal ließen sie zu Beginn des zweiten Abschnitts gleich zwei Überzahlsituationen ohne Treffer verstreichen. Eher zufällig kam Red Bull dann zum Anschlusstreffer durch Christensen, der einen schnellen Konter abschloss. Der Däne ist ein Final-Experte, hatte er doch vor seiner Münchner Zeit schon mit Berlin drei Meisterschaften geholt.

Damals war Rankel Sturmkollege von Christensen und einer der Garanten für die Ära. Am Sonntag ließ der Routinier seine Offensivqualitäten wieder aufblitzen, als er kurz vor der zweiten Drittelpause zum 4:2 traf. Die Berliner jubelten in Überzahl, nachdem das Powerplay der Krupp-Truppe zwei Tage zuvor beim 2:4 daheim noch das Manko war.

Im Finish wurde es dann spektakulär, als München ausgleichen konnte. Matsumoto gelang dabei sein fünftes Tor im fünften Finalspiel. Weil Berlin aber nicht eingeschüchtert war und zurückschlug, kam es zur Overtime, in der die Krupp-Truppe das bessere Ende für sich hatte.

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