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Biathlon

Biathletin Dahlmeier beendet Karriere

Die Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier zieht mit nur 25 Jahren einen Schlussstrich. Magdalena Neuner ist überrascht.

Laura Dahlmeier wird ihre Karriere beenden. Sven Hoppe/dpa
Laura Dahlmeier wird ihre Karriere beenden. Sven Hoppe/dpa

Garmisch-Partenkirchen.Die Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier beendet im Alter von nur 25 Jahren ihre Biathlon-Karriere. Das teilte Deutschlands Sportlerin des Jahres 2017 am Freitag mit. „Meine Entscheidung fällt mir wirklich nicht leicht und mein endgültiger Entschluss durfte nun schon länger reifen. Aber ich merke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist“, schrieb Dahlmeier auf ihrer Homepage.

Die Entscheidung sei ihr sehr schwer gefallen. Aber sie habe keine sportlichen Ziele mehr. „Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich nicht weiß, was genau ich mir für ein Ziel vornehmen sollte, geschweige denn, ob es mir überhaupt wieder gelingen könnte“, teilte die siebenmalige Weltmeisterin aus Garmisch-Partenkirchen mit.

Die deutschen Skijäger verlieren in Dahlmeier die mit Abstand erfolgreichste Athletin der vergangenen Jahre. Die Gesamtweltcupsiegerin der Saison 2016/2017 tritt nun im gleichen jungen Alter zurück wie Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, die 2012 auch überraschend früh ihre Laufbahn beendet hatte.

Körperliche Rückschläge

Dahlmeiers Schritt hatte sich angedeutet. Bereits nach den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang hatte sie Gedanken geäußert, ihre Karriere möglicherweise beenden zu wollen. Auch nach dem Saisonende im März in Oslo war sich Dahlmeier unsicher, ob es nach einem Winter mit vielen körperlichen Rückschlägen weitergeht.

2018 feierte die Ausnahmekönnerin in Südkorea zwei Olympiasiege und einmal Bronze, 2017 fünfmal Gold und einmal Silber bei der WM in Hochfilzen. Als erste Biathletin holte sie bei Weltmeisterschaften saisonübergreifend 13 Medaillen nacheinander und fünfmal Gold bei einer WM, im Weltcup feierte sie 20 Siege. Insgesamt errang Dahlmeier bei Großereignissen 18 Mal Edelmetall für den Deutschen Skiverband.

Höhepunkt der Karriere: Laura Dahlmeier präsentiert ihre Medaillen, die sie bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea gewonnen  hat: Foto: Michael Kappeler/dpa
Höhepunkt der Karriere: Laura Dahlmeier präsentiert ihre Medaillen, die sie bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea gewonnen hat: Foto: Michael Kappeler/dpa

„Damit hatte ich nicht gerechnet“, reagierte Magdalena Neuner auf den Entschluss ihrer Nachfolgerin. „Da sehe ich auch eine Parallele zu mir: Bei mir war es auch so, dass ich alles erreicht hatte und es mir nicht darum ging, noch fünf weitere Weltmeistertitel zu holen“, sagte die 32-jährige Wallgauerin dem „Münchner Merkur.“ Auch Neuner hatte 2012 im gleichen Alter mit dem Biathlon-Sport überraschend früh aufgehört.

„Ich bin die Letzte, die das nicht nachvollziehen könnte. Ich kann es gut verstehen, dass Laura sagt, sie macht jetzt in ihrem Leben etwas anderes. Ich hatte immer bei ihr auch das Gefühl: In den Tiefen ihres Herzens würde sie lieber auf einem Berg als in einem Biathlonstadion sein“, sagte Neuner. Dahlmeier sei schon immer ein „Wunderkind“ gewesen und habe alles erreicht, was sie sich vorgenommen habe.

Zukunft in Nachwuchsarbeit?

Der Deutsche Skiverband hofft unterdessen nach dem frühen Karriereende von Dahlmeier auf eine weitere Zusammenarbeit mit der zweimaligen Biathlon-Olympiasiegerin. „Es wäre schön, wenn Laura uns im Biathlonsystem in irgendeiner Funktion erhalten bleibt. Dazu werden wir uns in den kommenden Wochen sicherlich noch einmal in Ruhe zusammensetzen“, sagte Bernd Eisenbichler, der Sportliche Leiter der DSV-Skijäger, am Freitag. „Wir haben in den vergangenen Wochen gute und konstruktive Gespräche mit Laura geführt, in denen wir gemeinsam das Für und Wider diskutiert haben. Dass Laura schlussendlich diese Entscheidung getroffen hat, ist schade, aber selbstverständlich respektieren wir ihre Beweggründe“, sagte Eisenbichler: „Natürlich hatten wir gehofft, dass Laura ihre Karriere noch für ein, zwei Jahre fortsetzt.“

Nach den Vorstellungen des DSV könnte Dahlmeier künftig dem deutschen Nachwuchs Impulse geben. „Laura ist eine absolute Ausnahmeathletin, von der gerade unsere Nachwuchssportlerinnen und -sportler lernen und profitieren können. Auch wenn sie nicht mehr aktiv im Wettkampfgeschehen ist“, sagte Eisenbichler.

Vorbildlich und sympathisch

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat Dahlmeier für ihre Verdienste um den deutschen Sport gewürdigt. „Laura Dahlmeier hat in den vergangenen Jahren den populären Biathlonsport auf eindrucksvolle Weise bereichert. Trotz jungen Alters hat sie in nur wenigen Jahren außergewöhnliche Kapitel Sportgeschichte geschrieben“, sagte Hörmann: „Darüber hinaus hat sie sich mit ihrem vorbildlichen und sympathischen Auftreten für immer einen Platz in den Herzen der Sportfans erobert.“ (dpa)

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