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Bittere BBL-Enttäuschung für den FC Bayern - Hoeneß schimpft

Die Mission Titelverteidigung endet für die Basketballer des FC Bayern beim Heim-Turnier bereits im Viertelfinale. Ehrenpräsident Uli Hoeneß stürmt tief enttäuscht davon. Eine Trainerdiskussion wollen die Münchner zunächst vermeiden.
Von Florian Lütticke, dpa

  • Der Ludwigsburger Thomas Wimbush (l) zieht gegen Bayerns Nationalspieler Danilo Barthel zum Korb. Foto: Ulf Duda/fotoduda.de/BBL/Pool/dpa
  • Der Ulmer Andreas Obst beim Korbleger. Foto: Ulf Duda/fotoduda.de/BBL/Pool/dpa

München.Tribünengast Uli Hoeneß war sichtlich bedient und verließ fluchtartig den Audi Dome. Als großer Favorit sind die Basketballer des FC Bayern beim Heim-Meisterturnier kläglich gescheitert und erstmals seit 2012 bereits im Playoff-Viertelfinale ausgeschieden.

Die Münchner gewannen zwar in einem Nervenkrimi am Freitag das Rückspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg 74:73 (45:36), schieden damit aber nach Addition der Ergebnisse aus. Das erste Duell hatte der Außenseiter mit 87:83 gewonnen. „Mir reicht's für heute“, schimpfte Hoeneß bei seinem rasanten Abgang nach der Schlusssirene.

Damit verbuchte der Meister der vergangenen beiden Jahre sein schlechtestes Bundesliga-Abschneiden seit der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg. Vor den Augen von Ehrenpräsident Hoeneß reichten 16 Punkte von Nationalspieler Paul Zipser nicht zum Weiterkommen, bei Ludwigsburg trumpfte Marcos Knight mit 20 Zählern auf. „Ich könnte nicht stolzer sein“, schwärmte Riesen-Coach John Patrick. Sein Team trifft im Halbfinale nun auf ratiopharm Ulm, das nach dem 101:61 im Hinspiel auch die zweite Partie gegen die Fraport Skyliners aus Frankfurt mit 96:69 souverän gewann.

Ganz anders die Bayern, für die eine enttäuschende Saison ohne Titel endete. „Wir waren mental nicht in der Lage, 40 Minuten konzentriert zu bleiben“, konstatierte Geschäftsführer Marko Pesic, nahm seine Spieler aber wegen der besonderen Umstände in Corona-Zeiten in Schutz. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, alle haben das Maximum gegeben.“ Eine Diskussion um Trainer Oliver Kostic wollte Pesic direkt nach der Partie verhindern: „Das wäre respektlos.“

Die Münchner gaben einen zwischenzeitlichen Zwölf-Punkte-Vorsprung aus der Hand. „Heute ist gegen einen starken Gegner eine super Leistung zu sehen, die Spieler hauen sich voll rein“, sagte Hoeneß noch in der Halbzeit bei Magentasport. „Ich habe das Gefühl, sie wollen das Halbfinale unbedingt erreichen.“ Doch es kam anders.

Nach dem ersten Korberfolg von Danilo Barthel applaudierte der stellvertretende Aufsichtsratschef auf der fast leeren Tribüne mit hochgerissenen Armen. Der Druck war greifbar, immer wieder brüllte Pesic durch seine Maske lautstark Richtung Parkett.

Ludwigsburg startete selbstbewusst, nutzte wie schon im Hinspiel mehrfach die Münchner Schwäche beim defensiven Rebound und erarbeitete sich zweite Chancen. Doch die Bayern zeigten sich zunächst unbeeindruckt. Bei der 10:9-Führung durch einen Dreier von Vladimir Lucic sprangen Hoeneß und Pesic im Synchronjubel auf.

Ludwigsburg wirkte zunächst sichtbar angeschlagen, traf kaum aus der Distanz. Bayerns Zipser zeigte hingegen eine deutliche Steigerung, dunkte krachend über Thomas Wimbush II, musste aber mit Foulproblemen früh auf die Bank. Auf mehr als zehn Punkte Vorsprung zogen die Münchner davon, nutzten die Schwächephase des Gegners aber nicht konsequent genug aus.

Angeführt vom quirligen und kampfstarken US-Guard Knight blieb Ludwigsburg dran und hielt die Partie offen. Im Schlussviertel bekamen die Münchner das große Nervenflattern. Ludwigsburg ging sogar in Führung, Bayern schlug zunächst zurück. 3,8 Sekunden vor Schluss leisteten sich der Münchner Petteri Koponen jedoch den verhängnisvollen Ballverlust, den Ludwigsburg zum Weiterkommen nutzte. Der Dreierversuch von Bayerns Vladimir Lucic, der bei einem Erfolg die Verlängerung bedeutet hätte, klatschte nur auf den Ring.

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