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Donnerstag, 20. September 2018 27° 1

Gruppe E

Brasilien kommt langsam in Fahrt

Nach dem 2:0 gegen Serbien steht die Seleção im Achtelfinale. Zwei Spieler deuten weltmeisterlichen Glanz an.
Von Florian Lütticke, Patrick Reichardt und Martin Beils

Torschütze Paulinho (r.) jubelt mit Neymar (oben) über den Führungstreffer. Foto: xinhua/dpa
Torschütze Paulinho (r.) jubelt mit Neymar (oben) über den Führungstreffer. Foto: xinhua/dpa

Moskau.Mit Vorlagengeber Neymar und dem überragenden Philippe Coutinho hat Rekord-Champion Brasilien souverän das WM-Achtelfinale erreicht und ersten weltmeisterlichen Glanz in der Offensive angedeutet. Durch das 2:0 (1:0) über Serbien verhinderte die Seleção gestern in Moskau die erste Vorrunden-Schmach bei einer WM seit 1966 und trifft nun auf Lieblingsgegner Mexiko. Durch einen Geniestreich bereitete Coutinho vor 44 190 Zuschauern den Führungstreffer von Paulinho (36. Minute) vor. Nach Ecke von Neymar sorgte Thiago Silva (68.) für die Entscheidung. Für Serbien und Coach Mladen Krstajic endete trotz eines aufopferungsvollen Kampfes der Traum vom ersten Einzug in die K.o.-Runde als eigenständige Republik.

Vor dem Duell mit Mexiko am Montag in Samara zeigte Brasilien aber nach dem frühen Ausfall des unter Rückenproblemen leidenden Außenverteidiger Marcelo auch phasenweise defensive Schwächen. Gegen die Lateinamerikaner hat der fünfmalige Weltmeister in vier Duellen bei einer WM noch nie verloren und bislang keinen Treffer kassiert. Die Serben attackierten in der Anfangsphase früh, doch so ergaben sich auch reichlich Räume für den Gegner. Bei ihren Vorstößen über die Flügel fehlte Neymar und Willian zunächst die Effizienz. Über die linke Angriffsseite erarbeitete sich Brasilien aber nach und nach Chancen. Neymar scheiterte aus spitzem Winkel an Keeper Vladimir Stojkovic (25.), wenig später zögerte Gabriel Jesus mit seinem Abschluss zu lange.

Coutinho mit einem Traumpass

Mit einem Traumpass hebelte der überragende Coutinho dann die serbische Defensive aus. Paulinho entwischte seinen Verteidigern und hob den Ball mit der Fußspitze über den zu spät herausstürmenden Stojkovic. Erleichtert hüpfte Neymar dem Torschützen als erster Gratulant in die Arme.

Der Superstar von Paris Saint-Germain war hoch engagiert und vor der Pause mit einem Versuch aus der Distanz gefährlich, gönnte sich aber auch längere Pausen. Und wieder übertrieb er es mit seinen Einlagen an der Grenze zum Schauspiel. Nach einem Foul von Adem Ljajic kugelte Neymar über die Seitenauslinie, ein Festhalten durch Dusan Tadic an der Schulter nutzte er zum theatralischen Griff ins eigene Gesicht. Die Serben hielten der spielerisch geprägten Fußballschule der Brasilianer Härte und hohe Bällen entgegen. Bei Flanken auf die groß gewachsenen serbischen Spieler zeigten sich die Brasilianer anfällig. Doch auch die Brasilianer beherrschen das Kopfballspiel: Thiago Silva wuchteten den Ball nach einer Ecke von Neymar zum entscheidenden 2:0 in Tor. In der Schlussphase verhinderte Serbiens Torwart Stojkovic bei einer großen Möglichkeit für Neymar noch eine höhere Niederlage.

Auch Schweiz weiter

Mit einer glanzlosen Leistung hat die Schweiz das WM-Achtelfinale erreicht. Die Eidgenossen trennten sich gestern 2:2 (1:0) vom bereits zuvor ausgeschiedenen Costa Rica. Vor 43 319 Zuschauern in Nischni Nowgorod brachte Blerim Dzemaili die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic in der 31. Minute mit einem Gewaltschuss in Führung, Josip Drmic erzielte den zweiten Treffer (88.). Kendall Waston (56.) und Bryan Ruiz (90.+3/Foulelfmeter) trafen für die Lateinamerikaner.

Nach den tagelangen Debatten um den umstrittenen Doppeladler-Torjubel in der Partie gegen Serbien wirkten die Schweizer zeitweise unkonzentriert. Im Duell in der Runde der letzten 16 am Dienstag in Sankt Petersburg treffen die Eidgenossen auf Schweden.

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