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Leichtathletik

Corinna Schwab startet für Regensburg

Alles ist neu bei der 19-jährigen Weltmeisterin: Mit dem Wechsel vom TV Amberg zur LG Telis Finanz endet ein bewegtes Jahr.
Von Claus-Dieter Wotruba

EM-Läuferin Corinna Schwab (links) trägt künftig auch das blaue Trikot der LG Telis Finanz Regensburg.Foto: Sven Hoppe/dpa
EM-Läuferin Corinna Schwab (links) trägt künftig auch das blaue Trikot der LG Telis Finanz Regensburg.Foto: Sven Hoppe/dpa

Regensburg. Als Corinna Schwab mit der Mittelbayerischen telefoniert, wird gerade der Wäschetrockner geliefert. Für die 19-Jährige ist der 1. Oktober so etwas wie der Neujahrstag, an dem alles neu beginnt: Nach dem ersten Umzug ihres Lebens beginnt die Läuferin mit Spezialgebiet 400 Meter an der TU in Chemnitz ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. In einer Läufergruppe ihres neuen Coaches, Bundestrainer Jörg Möckel, macht Schwab dort am Olympia-Stützpunkte ihre nächsten Schritte, am liebsten Richtung Olympia 2020 in Tokio – und bleibt doch auch Oberpfälzerin. Sie verlässt zwar ihren bisherigen Klub TV 1861 Amberg, startet aber weiter für einen bekannten Verein der Region – die LG Telis Finanz Regensburg.

Lesen Sie hier ein Porträt von Corinna Schwab zur EM in Berlin.

Leichtathletik

Die Oberpfalz läuft Staffel

Corinna Schwab will mit den 400-Meter-Frauen am Freitag ins EM-Finale. U-20-Weltmeisterin ist sie schon – aber im Sprint.

„Das Thema war sehr lange präsent. Ich habe mir alles angehört und angeschaut“, sagt Corinna Schwab. „Aber als die Option Regensburg stand, gab es kaum eine Überlegung, weil es zu mir passt. Ich will regional verwurzelt sein, wollte in Bayern bleiben und kann mich gut mit dem Verein und seiner Philosophie identifizieren. Das Umfeld ist familiär. Und an die Sparkassen-Gala und das Rolf-Watter-Meeting habe ich gute Erinnerungen. Da habe ich immer die ersten Schritte gemacht“, erklärt die junge Läuferin das Wieso, Weshalb und Warum ihrer Entscheidung. „Alleine wegen Beruf und Studium war ja klar, dass ich irgendwann Amberg verlassen muss. Irgendwann braucht es neue Impulse. Und mit 19 kann ich langsam auf eigenen Beinen stehen.“

Mit acht Jahren hatte Schwab mit der Leichtathletik begonnen und sich aus der Provinz in der Oberpfalz mit einem spektakulären Jahr 2018 sogar international in den Blickpunkt geschoben: Erst Junioren-Weltmeisterin mit der 4-x-100-Meter-Staffel, eine Woche später Bronze in Nürnberg mit Saisonbestzeit bei der ersten deutschen Meisterschaft in der Frauenklasse und schließlich der Staffelstart bei der Heim-EM in Berlin – trotz der Nicht-Nominierung für den Endlauf ein Zuckerl. „Man muss ja bedenken, dass ich da noch als Jugendliche gelaufen bin.“

So lief es beim EM-Staffeleinsatz für Corinna Schwab.

Corinna Schwab ist dankbar. „2018 war ein aufregendes Jahr. Ich hatte bei jeder Meisterschaft Momente, in denen ich dasaß und dachte: Was habe ich denn da gemacht? Wie das alles aufgegangen ist, war schon perfekt. Aber wenn man nie zweifelt und immer alles gibt, dann ist es machbar.“ Und sie dankt ihren bisherigen Trainern, Gundy und Lutz Glaser: „Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich bin: Die Glasers hatten immer das richtige Gespür für das richtige Training und die richtige Wettkampfplanung. Aber auch sie sind berufstätig und da kommt im Frauenbereich jetzt soviel dazu, das nicht mehr zu stemmen ist: zum Beispiel Physio, Ärzte, Regenerationsmöglichkeiten.“

Kurt Ring über Corinna Schwab

  • Die Absicht:

    „Unser Ziel ist, Qualität wie bei Corinna Schwab im Bezirk zu halten“, sagt Kurt Ring von der LG Telis Finanz Regensburg. „Wir haben die Struktur in der Oberpfalz noch nicht, sind aber auf dem Weg. Die Leichtathletik-Halle in Regensburg wird ja 2022 kommen.“

  • Der Rahmen:

    „Wir stehen Corinna Schwab mit Rat und Tat zur Seite und hoffen, dass sie vielleicht nach dem Studium nach Regensburg geht und ein Trainer herkommt.“

  • Die Athletin:

    „Corinna Schwab ist eine konsequente und sehr klar denkende Athletin, wie man sie selten erlebt. Sie erfährt und setzt um: Das finde ich stark“, sagt Ring.

Corinna Schwab ist ehrgeizig, aber realistisch. „Ich will immer das Optimum“, sagt sie und gleichzeitig: „Ein Olympia-Einzelstart 2020 ist unrealistisch. Ich muss mich erst entwickeln. Von der Jugend zu den Frauen, das ist ein Sprung, der nicht so leicht ist. Aber ich will alles aus mir rausholen.“ Die Pläne 2019 sind nicht explizit gemacht, Schwab setzt viel auf ihren neuen Trainer Jörg Möckel: „Er ist auch jung, und ambitioniert und will nach vorne. Seine Art des Trainings gefällt mir. Da dachte ich: Wieso nicht Chemnitz?“ In Kombination mit Regensburg freilich.

Alles rund um die Leichtathleten der LG Telis Finanz Regensburg finden Sie hier.

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