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Countdown für den Arber-Radmarathon

Der Veloclub Ratisbona rührt die Werbetrommel für den etwas anderen „Arber“ und wird von Stars wie Walter Röhrl unterstützt.
Von Heinz Gläser

Strampeln für den guten Zweck: Der Arber-Radmarathon (hier ein Archivbild) läuft heuer anders als gewohnt ab.
Strampeln für den guten Zweck: Der Arber-Radmarathon (hier ein Archivbild) läuft heuer anders als gewohnt ab. Foto: Simon Tschannerl

Regensburg.Walter Röhrl beugt sich mit dem Stift in der Hand über eine Landkarte. „Ich tüftle mir gerade meinen eigenen Radmarathon zusammen“, sagt die Regensburger Rallye-Legende in die Kamera. Mit Videobotschaften wie dieser rührt der Veloclub Ratisbona (VCR) derzeit kräftig die Werbetrommel für den 36. Arber-Radmarathon, der vom 18. bis 26. Juli über die Bühne geht. Die Traditionsveranstaltung lockt in der gewohnten Form alljährlich 5000 bis 7000 Starter an, fällt heuer aber der Pandemie zum Opfer. „Fahr deinen Arber! Dein Arber hilft“, so lautet stattdessen das Motto.

„Diese Videobotschaften haben uns noch mal extrem motiviert“ sagt Uli Mönius. Gemeinsam mit der VCR-Präsidentin Barbara Wilfurth erläuterte der Schatzmeister am Donnerstag im Regensburger Clubhaus das Konzept der Veranstaltung. Neben Walter Röhrl werben weitere Sportstars wie Skispringer Jens Weißflog, Rodlerin Sylke Otto oder die Rad-Asse Olaf Ludwig und Andreas Schillinger für die Idee.

Fotos und Videos im Netz

Jeder Teilnehmer absolviert im Zeitraum vom 18. bis 26. Juli allein oder, was mittlerweile ja wieder gestattet ist, in einer kleinen Gruppe seinen ganz individuellen Arber-Radmarathon. Die klassischen Strecken sollten dabei eher gemieden werden. Fotos oder Videos der Tour können anschließend im Netz gepostet werden. „Wir sind gespannt, welche Aufnahmen kommen – aus dem Bayerischen Wald, von der Nordsee, von einer Zeche im Ruhrgebiet oder vom Ufer des Bodensees“, blickt Uli Mönius voraus.

VCR-Vizepräsident Alex Koller, Regensburgs Sportbürgermeisterin Astrid Freudenstein, VCR-Präsidentin Barbara Wilfurth und Schatzmeister Uli Mönius (von links) posieren mit den Veranstaltungsplakaten.
VCR-Vizepräsident Alex Koller, Regensburgs Sportbürgermeisterin Astrid Freudenstein, VCR-Präsidentin Barbara Wilfurth und Schatzmeister Uli Mönius (von links) posieren mit den Veranstaltungsplakaten. Foto: Gläser/Gläser

Das Startgeld von mindestens 10 Euro wird nach Abschluss der Veranstaltung komplett an „Sternstunden e. V.“ gespendet. Die Anmeldung ist auf der Homepage des VCR noch bis zum 26. Juli möglich.

„Das Interesse ist in ganz Deutschland da, auch wenn der Schwerpunkt natürlich in Ostbayern liegt. Anmeldungen kommen aus Berlin, Hannover, Essen oder Konstanz. Wir haben aber auch ein Stammpublikum in Tschechien“, informiert Mönius und fügt hinzu: „Die Radmarathon-Trikots, die wir zum Sonderpreis angeboten haben, sind uns regelrecht aus den Händen gerissen worden.“

Beispiel macht Schule

  • Zahlen:

    Rund 800 Anmeldungen sind bei Veloclub Ratisbona bislang für den „virtuellen“ Arber-Radmarathon eingegangen. Der Verein rechnet letztlich mit etwas über 1000 Startern. Im Spendentopf befinden sich bereits 13 000 Euro.

  • Vorbild:

    Das Regensburger Beispiel macht Schule. Die Veranstalter des renommierten Ötztal-Radmarathons haben das Konzept des Veloclubs aufgegriffen. „Das macht uns schon ein bisschen stolz“, sagt VCR-Schatzmeister Uli Mönius.

Trotzdem stimmt die Resonanz die VCR-Vorsitzende nicht ganz zufrieden. „Mit der Teilnehmerzahl sind wir noch nicht so glücklich“, sagt Barbara Wilfurth. Sie hofft auf einen Schub bis zum Start am 18. Juli und will zudem in der verbleibenden Zeit mehr Vereinsmitglieder für einen Start motivieren. Der VCR hat sich den Sonntag, 19. Juli, für eine gemeinsame Ausfahrt in den Bayerwald ausgeguckt.

Fehlende Einnahmen

Wilfurth informierte auch, dass die Absage des klassischen Radmarathons den Verein vor finanzielle Probleme stellt und ihm „ein hartes Jahr“ beschert. Die fehlenden Einnahmen ließen sich dank eines kleinen Finanzpolsters kompensieren. Zupass kommt dem VCR auch, dass der Rennsport, in den 80 Prozent der Einnahmen fließen, nach dem sportlichen Lockdown erst langsam wieder anrollt.

Unter allen Teilnehmern am „virtuellen“ Radmarathon verlost der VCR Preise, der Hauptgewinn ist ein E-Bike im Wert von rund 3500 Euro.

Radsport

Jeder fährt seinen eigenen „Arber“

Der Veloclub hat ein Alternativkonzept für die Radsport-Großveranstaltung ausgetüftelt – ohne Massenstart in Regensburg.

Unterdessen richtet sich der Blick bereits aufs Jahr 2021. Wilfurth gibt sich optimistisch, dass das Ereignis dann wieder wie gewohnt über die Bühne gehen kann: „Wir planen ganz fest damit.“ Entsprechende Zusagen von Sponsoren, die dem Radmarathon treu blieben, lägen bereits vor.

Regensburgs Sportbürgermeisterin Astrid Freudenstein zollte dem VCR ein Lob: „Es freut mich, dass der Verein dieses wunderbare Event für die Sportstadt Regensburg unter diesen besonderen Bedingungen trotzdem stemmt – und das für einen guten Zweck.“

Der zweimalige Rallye-Weltmeister Walter Röhrl ist dem Arber-Radmarathon seit langem eng verbunden.
Der zweimalige Rallye-Weltmeister Walter Röhrl ist dem Arber-Radmarathon seit langem eng verbunden. Foto: Armin Weigel/picture alliance / Armin Weigel/

Walter Röhrl scheint derweil auf der Suche nach seiner ganz individuellen Runde gut vorangekommen zu sein. „Ich habe gerade auf meiner eigenen Arber-Radstrecke trainiert“, sagt der zweimalige Rallye-Weltmeister in einem weiteren Videoschnipsel.

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