mz_logo

Sport
Donnerstag, 19. Juli 2018 30° 1

LG Telis

Das Läufer-Paar startet für Regensburg

Medaillenkandidaten sind weder Maren Kock noch Florian Orth. Doch die LG Telis Finanz ist stolz auf EM-Fahrer, die sich mit dem Klub identifizieren.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Zwei Starter, ein Verein, ein Paar: Die Läufer Florian Orth und Maren Kock vertreten die LG Telis Finanz und Regensburg in Zürich.
Zwei Starter, ein Verein, ein Paar: Die Läufer Florian Orth und Maren Kock vertreten die LG Telis Finanz und Regensburg in Zürich. Foto: Volke

Regensburg.Ja, sie sind ein Paar. Für die Oberpfälzer Leichtathletik sind sie sogar dieses eine Paar. Maren Kock (24) und Florian Orth (25) sind die einzigen Regensburger im Trikot der LG Telis Finanz, die es nach Zürich geschafft haben. 2012 in Helsinki war es ein Quartett gewesen: Corinna Harrer schaut jetzt verletzt zu, Philipp Pflieger fehlten ein paar Sekunden. Und Telis-Dreispringer Manuel Ziegler und Weitspringerin Michelle Weitzel vom SWC 46 waren auch nicht weit entfernt vom Ticket in die Schweiz.

Telis-Teamchef Kurt Ring stapelt in Sachen Erwartungen gerne immer tief. „Wenn wir einen dabei haben, bin ich zufrieden“, sagte er früh im Jahr. Zwei sind es geworden, „und es macht auch keinen Unterschied“, dass es mit Kock und Orth zwei Athleten sind, die ihren Lebensmittelpunkt nicht in Regensburg haben wie eine Harrer oder ein Pflieger. „Es ist eine naive Ansicht und eine Mär, es nur mit Leuten aus der Umgebung schaffen zu können. Natürlich hat man zu jemandem wie Corinna, den man von klein auf betreut, eine andere Bindung, weil man sich täglich sieht“, sagt Ring. „Aber Maren und Flo sind tolle Menschen. Sie fügen sich ein und passen ins Team. Das sind keine Legionäre, auch wenn sie nicht alle fünf Minuten da sind. Aber sie reisen von überall her an“, charakterisiert Ring die EM-Fahrer.

„Dass wir wieder zwei dabei haben, zeigt die Kontinuität und Nachhaltigkeit. Es zeigt auch, dass wir immer in der Lage sind, ein günstiges Paket zu schnüren, unter den Bedingungen, die wir haben. Wir sind ein Verein aus dem unteren finanziellen Segment. Vernetzung, Verzahnung und Synergien sind bei uns das Entscheidende“, freut sich Ring über den Erfolg.

Zumal sich die Niedersächsin aus Lingen im Emsland und der Hesse aus Schwalmstadt, der in München studiert, in der Tat erstaunlich verbunden mit dem Verein zeigen, wo sie mit dem Team vor allem in den gemeinsamen Trainingslagern den Kontakt pflegen. Kock lieferte in einem für sie intiierten Rennen im Universitätsstadion den entscheidenden Leistungsnachweis für Zürich. Orth sagt: „Wir tun unser Bestes, um die Regensburger Fahne hochzuhalten.“

Medaillenkandidaten sind beide nicht. Für Kock ist das auf den berechenbareren 5000 Metern geradezu ausgeschlossen, Orth wird schon im Team Deutschland eher als Nummer drei über 1500 Meter angesehen – gemeinsam mit Homiyu Tesfaye und Timo Benitz qualifizierte er sich am Freitag für den Endlauf. Orth schaffte die Qualifikation mit einer Zeit von 3:39,99 Minuten als Zwölfter.

„Die EM ist gut, wenn Flo den Endlauf erreicht und Maren ein gutes Rennen läuft. Zwischen acht und zwölf ist bei ihr alles drin“, ordnet Ring sein Duo ein. Bei Kock stimmt er seine Trainingspläne engstens mit Heimtrainer Arno Kosmider ab („Wir telefonieren nach jedem Training“), bei Orth ist der Einfluss eher gering. Klaus Bornmann entscheidet als Trainer, der gleichzeitig der Patenonkel des Zahnmedizin-Studenten ist.

Für Florian Orth beginnt der Ernst am Freitagmittag mit den Vorläufen. Die Unwägbarkeiten seiner Distanz erlebte er in Helsinki, wo er im Finale im Endstadium im Spurtansatz zu Fall gebracht wurde, blutend ins Ziel kam und nie erfahren wird, ob es beim Überraschungssieg des Norwegers Henrik Ingebrigtsen zu einer Topplatzierung oder gar Medaille gereicht hätte. „Ich sehe die Narbe ja immer noch. Aber ich bin ja nicht der einzige, der in einem Rennen gestürzt ist“, sagt Orth heute. „Ich denke eher daran, dass Helsinki gezeigt hat, was alles möglich ist. Zumal ich ein, zwei individuelle Fehler gemacht habe und alles vermeiden hätte vermeiden können.“

Florian Orth macht inzwischen sogar Witze über das Missgeschick von Helsinki. „Meinen Sturz habe ich in Miesbach schon abgehakt“, sagt er. „Aber nichts passiert, ich war nur in der Kurve zu schnell.“ In Oberbayern holte er sich zusammen mit seinem Telis-Teamkameraden Felix Plinke vor der Anreise am Dienstag den freien Kopf „für das Ziel vor Augen“. Denn: „In Zürich ist jeder Lauf ein Finale.“

Anders als in Ulm, wo Orth eine DM-Medaille verpasste, hofft er ohne Trost von Maren Kock auszukommen. „Aber es ist schon schön, eine Teamkameradin dabei zu haben, die auch noch deine Freundin ist.“

Die deutschen Sieger der Leichtathletik-EM

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht