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Fussball

Das Märchen des FC OVI-Teunz

Erwartungen hatte nach der Fusion des TSV und der SpVgg niemand. Doch jetzt gelang OVI-Teunz der Aufstieg.
Von Markus Schmautz

Nach dem überraschenden Aufstieg des FC OVI-Teunz in die Bezirksliga gab es kein Halten mehr. Foto: Schmautz
Nach dem überraschenden Aufstieg des FC OVI-Teunz in die Bezirksliga gab es kein Halten mehr. Foto: Schmautz

Teunz.In der Saison 2011/12 trafen in der Bezirksliga Nord die beiden Nachbarn von der SpVgg Teunz und vom TSV Oberviechtach aufeinander. Beide stiegen in dieser Saison in die Kreisliga ab, beide Vereine hatten kurz darauf mit Spielermangel zu kämpfen. So bahnte sich im Jahr 2014 eine Fusion der beiden Kontrahenten an – der
FCOVI-Teunz wurde gegründet.

Im Mai 2018 dann die Sensation: Die ehemaligen Konkurrenten stiegen nach drei teils durchwachsenen Spielrunden in der Kreisliga West völlig überraschend in die Bezirksliga Nord auf. „In der Saison 2016/17 waren wir am letzten Spieltag in Neubäu zum Siegen verdammt, um der drohenden Abstiegs-Relegation entrinnen zu können“, erinnert sich FC-Abteilungsleiter Stefan Zimmet. Es gelang ein 2:0-Erfolg. Der Liga-Erhalt war geschafft,
OVI-Teunz hat das rettende Ufer erreicht. Mit Claus Frank kam ein neuer Coach. „Jener erwies sich als absoluter Glücksfall. Er bekam die Jungs in den Griff. Mit fast der gleichen Mannschaft, die ein Jahr zuvor bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg gekämpft hat, wurde der für alle etwas überraschende Aufstieg geschafft“, erklärte Zimmet.

In der Bezirksliga Nord geht es für den FC ab dem ersten Spieltag an gegen den Abstieg. Mit Karl Steger (Vohenstrauß) und Kilian Fischer (U19 Cham) kamen zwei Verstärkungen zum Kader. Dafür wird aber der ehemalige Ettmannsdorfer Stefan Eichstätter, der große Stabilisator aus der Aufstiegssaison, aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der Abteilungsleiter kennt die Ausgangslage: „Bei uns fließt kein Geld. Somit ist es sehr schwierig, externe Verstärkungen zu holen. Wir leben vom Kollektiv und werden alles daran setzen, in der Bezirksliga bestehen zu können.“ Er hofft darauf, dass der Trainingsfleiß so hoch bleiben wird, wie es in den letzten Monaten der Fall war. Seit der Fusion im Jahr 2014 hielt Stefan Zimmet immer ein Amt inne, seit drei Jahren ist er Abteilungsleiter. „Uns wurde prophezeit, dass es sinnlos sei, sich zusammenzutun. Städter und Dörfler würden nicht zusammenpassen. Doch vom ersten Tag an hat die Zusammenarbeit hervorragend geklappt.“

Die Heimspiele werden abwechselnd in Oberviechtach und in Teunz ausgetragen. Die beiden Sportplätze liegen nur fünf Kilometer auseinander. Das solle auch in der Bezirksliga so beibehalten werden. Die Vorstandschaft bestehe zur Hälfte aus ehemaligen Oberviechtachern und Teunzern. „Die Posten haben wir ungefähr gleich verteilt.“ Bei beiden Vereinen wurden 2014 nur die Fußballabteilungen ausgegliedert. Jene schlossen sich inklusive der kompletten Jugend-Fußballabteilung zusammen.

Noch immer wie im Märchen kommt Zimmet der Tag der Meisterschaft am 13. Mai vor. Vor dem vorletzten Spieltag ging der FC OVI-Teunz mit zwei Punkten Vorsprung auf Stulln ins Rennen. Am letzten Spieltag wäre das direkte Duell um die Meisterschaft zwischen den beiden Kontrahenten angestanden – zum Showdown kam es aber nicht. Der FC gewann daheim gegen Nabburg mit 5:0. „Als unser Spiel aus war, schalteten wir per Telefonschaltung live nach Tännesberg. Dort führte Stulln in der 90. Minute mit 4:3. In der Nachspielzeit gab es Elfmeter für die Hausherren“, sagt Zimmet. Bange Sekunden später stand es 4:4. „Allen war klar, dass wir damit als Meister feststehen würden. Es war mucksmäuschenstill. Erst als uns per Telefon zwei Minuten später der Abpfiff in Tännesberg mitgeteilt wurde, brachen alle Dämme“, erinnert sich der heutige Abteilungsleiter zurück. Stulln scheiterte als Vizemeister später in der Relegation an Weiden II.

Nach dem überraschenden Aufstieg– mit einem Ende, das in einem Drehbuch nicht besser hätte inszeniert werden können – soll beim FC OVI-Teunz nun mit vereinten Kräften das Projekt „Nichtabstieg“ angegangen werden.

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