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Handball

Den Aufstieg fest im Blick

Die Frauen der HSG Nabburg/ Schwarzenfeld wollen zurück in die Landesliga. Trainer und Team betreiben dafür viel Aufwand.
Von Gerd Winkler

Rückraum-Allrounderin Anna Stubenvoll gehört mit ihren 29 Jahren zu den Routiniers der HSG Nabburg/Schwarzenfeld. Foto: Dominik Straub
Rückraum-Allrounderin Anna Stubenvoll gehört mit ihren 29 Jahren zu den Routiniers der HSG Nabburg/Schwarzenfeld. Foto: Dominik Straub

Schwarzenfeld.Ein Jahrzehnt waren die Handballfrauen der HSG Nabburg/Schwarzenfeld unter der Regie von Trainer Wolfgang Völkl in der Bayern- und Landesliga nahezu gesetzt. Am 14. Mai 2017 mussten sich die beiden Traditionsvereine TV und FC, die Fusion der Handballabteilungen zur HSG erfolgte 2007, jedoch verabschieden. Am letzten Spieltag unterlag man bei der SG Schwabach/Roth 23:24.

Ein Remis hätte zum Verbleib gereicht, so ging es mit Coach Uli Reitmeier, und nach dessen Rücktritt mit Interimstrainer Bernd Eckl, runter in die Bezirksoberliga Ostbayern. Mit Karl Söllner auf der Bank missglückte die sofortige Rückkehr, in der Saison 2017/18 ging Nabburg/Schwarzenfeld hinter Meister TS Herzogenaurach II und dem Lokalrivalen SG Naabtal als Dritter über die Ziellinie. Voriges Jahr lieferte sich die HSG ein Kopf-an-Kopf mit dem HC Forchheim. Am vorletzten Spieltag machte ausgerechnet die SG Naabtal einen Strich durch die Meisterschaftsträume. Nach der 21:23-Derbypleite zog Forchheim vorbei. Die umstrittene Spielwertung am Grünen Tisch gegen Forchheim aus der Vorrunde tat nun noch mehr weh.

Nun hat Nabburg/Schwarzenfeld am Wochenende die alleinige Tabellenführung in dieser Saison übernommen. Ohne selbst zu spielen, gab es Schützenhilfe aus dem Fränkischen: Die bis dato punktgleiche SG Naabtal unterlag in Eckental 29:32. Die HSG führt jetzt mit 14:2 Zählern, Naabtal hat zwei Miese mehr auf der Soll-Seite.

Die Warnung des Trainers

„Nach der Vizemeisterschaft kann das Ziel nur der Aufstieg sein“, sagt Abteilungsleiter Bernd Eckl, der zugleich als Co-Trainer fungiert. Natürlich beobachtet Eckl auch, wie sich Forchheim – „ich sehe uns auf dem gleichen Niveau“ – in der Landesliga schlägt: Mit nur vier Niederlagen in zehn Partien sind die Franken gut dabei.

Trainer Karl Söllner betreibe einen großen Aufwand, berichtet Eckl von diversen Gegnerbeobachtungen, Videos erstellen, um diese per Beamer der Mannschaft als Spielvorbereitung zu präsentieren. Die Truppe leiste ihren Beitrag mit einer sehr guten Trainingsbeteiligung.

Die Männer der HSG

  • Bezirksliga:

    In der neuen Umgebung findet sich die HSG gut zurecht. Mit 14:0 Punkten führt man die Tabelle der Bezirksliga Ost an.

  • Resonanz:

    „Obwohl wir nur Frauen-BOL und Männer-Bezirksliga spielen, haben wir so hohe Zuschauerzahlen wie noch nie“, berichtet Bernd Eckl. Beim letzten gemeinsamen Heimspieltag waren es mehr als 300 Zuschauer. (owi)

Geübt wird in der Gymnasium-Sporthalle in Nabburg sowie in der Mehrzweckhalle im Sportpark Schwarzenfeld. Söllner möchte aufsteigen und betont das „Erlebnis“ an sich: „Ich weiß es aus meiner aktiven Zeit, wie es ist. Mit einer Meisterschaft ziehst du dich selbst nochmals hoch. Das macht dich stärker, wenn du es aus eigener Kraft schaffst“. Bis zum Aufstieg ist es noch ein weiter Weg, warnt Söllner im nächsten Atemzug: „Es kann noch viel passieren, gerade beim Handball ist das Verletzungsrisiko hoch.“

Fällt eine Spielerin aus, sei das zu kompensieren. Würde es zwei Leistungsträgerinnen länger treffen, „wird es schon sehr schwierig“. Am dritten Spieltag gab es einen herben Dämpfer. Das Heimspiel gegen Wiederaufsteiger SG Mintraching/Neutraubling II ging 16:17 verloren.

Zweimal Czichon

Gut zwei Monate später rätselt Söllner: „Ich weiß nicht so recht, was meine Mädels damals hatten. Der Gegner hat ein gutes Spiel gemacht, wäre aber schlagbar gewesen.“ Letztlich sei man an Mintrachings Torfrau verzweifelt. Im Sommer kam Anja Hirschmann von Bayernliga-Absteiger 1. FC Nürnberg. Die Rückraum-Allrounderin spielte vor ihrem Wechsel zu den Franken lange Jahre bei der HG Amberg. Eine weitere tragende Säule ist Tanja Söllner, geborene Czichon. Die Ehefrau des Coaches gehörte in der Jugend zum DHB-Kader und lenkt mit ihren 41 Jahren das Spiel. Apropos Czichon: Die 24-jährige Nichte Carina Czichon läuft als Links- und Rechtsaußen auf.

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