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Fußball

Der Club ist reif für den Aufstieg

Der 1. FC Nürnberg will Zweitliga-Meister werden – Holstein Kiel kämpft gegen Selbstzweifel und fürchtet den SSV Jahn.
Von Claas Hennig, dpa

Nach dem 3:1 in Kiel ist der 1. FC Nürnberg (hier Georg Margreitter im Zweikampf mit Marvin Ducksch) dem Aufstieg ganz nah. Foto: Eibner-Pressefoto

Kiel.Zum Abschied gratulierte Holstein Kiels Trainer Markus Anfang seinem Nürnberger Kollegen Michael Köllner schon einmal vorab zum Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. „Viel Spaß in der 1. Liga“, sagte Anfang am Montagabend, als er das eindrucksvolle 3:1 des 1. FC Nürnberg im Top-Duell der 2. Bundesliga neidlos anerkennen musste. Auch Köllner glaubt nicht mehr daran, dass drei Spieltage vor dem Saisonende bei fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten aus dem Norden noch irgendwas schief gehen könnte. Die Kieler sieht er nicht mehr als direkte Konkurrenz. „Vielleicht geht in der Relegation noch was“, sagte der Coach selbstsicher an die Gastgeber gerichtet.

Nicht nur die Franken konnten an der Förde jubeln und sind ganz nah dran am achten Bundesliga-Aufsteig und dem alleinigen Rekord. Auch bei Tabellenführer Fortuna Düsseldorf wurde das Resultat erfreut zur Kenntnis genommen. „Das ist natürlich genau das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben“, sagte Trainer Friedhelm Funkel bei bild.de. Er kann mit seinem Team am Samstag die Bundesliga-Rückkehr perfekt machen.

Das Ziel: Finale gegen Düsseldorf

Für Club-Trainer Köllner ist der Aufstieg indes nicht genug, jetzt soll auch die Zweitliga-Meisterschaft her. „Wir haben zwei Punkte Rückstand auf Düsseldorf. Das ist unser Ziel, Düsseldorf zu jagen, statt uns damit zu beschäftigen, was auf den Plätzen drei und vier los ist“, sagte der 48-jährige Oberpfälzer im TV-Sender Sky. „Wir wollen am Ende ein Finale im letzten Spiel, wenn Düsseldorf bei uns zu Gast ist.“ Die Aufstiegsfrage ist dann wohl längst geklärt. Durch die Kieler Niederlage reicht Düsseldorf am Samstag ein Sieg in Dresden zum Happy End.

Lesen Sie auch: So könnte es mit dem SSV Jahn nach einem Aufstieg weitergehen.

Sollten die Nürnberger am Montag gegen Eintracht Braunschweig siegen und die Kieler einen Tag zuvor nur ein Remis in Ingolstadt erreichen, wäre auch der zweite Traditionsklub rechnerisch durch. Nicht mithelfen kann dabei Patrick Erras, der sich in Kiel einen Innenbandriss im rechten Knie zuzog und im Saisonfinish ausfällt. Dass sie reif für die Rückkehr in die Bundesliga sind, bewiesen die Nürnberger in Kiel. Holstein war immerhin seit sechs Spielen ungeschlagen. Doch die Gäste bremsten die offensivstärkste Mannschaft geschickt aus und hatten mit Kapitän Hanno Behrens auch den überragenden Spieler auf dem Platz.

Die Hilfe der Familie

Vor seiner Familie glänzte der in Elmshorn – nur 80 Kilometer von Kiel entfernt – geborene Mittelfeldspieler als zweifacher Torschütze (25./51. Minute). „Wenn die Familie kommt, muss ich natürlich etwas leisten“, sagte der 28-Jährige. Georg Margreitter hatte zur Führung geköpft (9.), Kingsley Schindler glich per Foulelfmeter aus (12.).

Kiel kämpft nach der Pleite im ersten Spiel nach Bekanntwerden des Abschieds von Coach Markus Anfang mit aufkommenden Selbstzweifeln. Davon, dass die Niederlage etwas mit der Trainer-Frage zu tun hatte, wollte Torjäger Marvin Ducksch aber nichts wissen. „Es waren immer viele Spekulationen“, sagte er bei Sky. „Ich glaube, man hat gesehen, dass wir hinter dem Trainer stehen und der Trainer voll hinter uns.“

Dennoch: Die Kieler haben nach einer sensationellen Saison als Aufsteiger plötzlich etwas zu verlieren. Der Wirbel um den Wechsel von Anfang zum Bundesliga-Fast-Absteiger 1. FC Köln und die ungeklärte Trainer-Frage sind in der Situation nicht hilfreich. Seit Ende September standen die Förde-Fußballer immer auf einem der ersten drei Plätze und wurden sogar Halbzeit-Meister. Jetzt ist Mit-Aufsteiger SSV Jahn Regensburg nur noch zwei Punkte entfernt. Anfangs Worte nach dem Nürnberg-Spiel klangen da fast schon wie Enttäuschungs-Prophylaxe. „Wir haben eine komfortable Situation, wenn man sieht, welche Mannschaften gegen den Abstieg spielen“, sagte der 43-Jährige. „Und ich glaube, das sollten wir alle genießen.“

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Alleiniger Rekord winkt

  • Kurz vorm Aufstieg:

    Der 1. FC Nürnberg ist dicht dran an der Rückkehr in die Bundesliga. Die Franken stehen vor ihrem insgesamt achten Aufstieg in die deutsche Fußball-Belétage. Das wäre ein alleiniger Rekord.

  • Die Konkurrenz:

    Arminia Bielefeld verzeichnet ebenfalls sieben Aufstiege, sechsmal schafften es der VfL Bochum und Hertha BSC Berlin. Der Club stieg in den Jahren 1978, 1980, 1985, 1998, 2001, 2004 und 2009 auf. (dpa)

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