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SSV Jahn

Der Jahn sucht den Schlüssel zum Erfolg

Nach dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg gibt es viele Komplimente. Punkte wären den Regensburgern aber lieber.
Von Jürgen Scharf und Thomas Gottschling, MZ

Regensburg.Mit einer kleinlichen Analyse, warum und wieso es jetzt gegen den 1. FC Nürnberg nicht gereicht hat, wollte sich Alexander Nandzik gar nicht lange aufhalten. Der Außenverteidiger des SSV Jahn Regensburg hatte nach der Partie gegen den Club vielmehr das große Ganze im Blick. Zwei Spiele, null Punkte, okay, das sei nicht gut, die Mannschaft dürfe sich nun aber nicht verrückt machen lassen. Er setze vielmehr darauf, dass auch die Fans genau wissen, dass diese Saison in der neuen Liga alles andere als ein Selbstläufer werden wird – „und dass sie uns weiter unterstützen, vom Anfang bis zum Schluss, denn wir brauchen sie“.

Toll gekämpft, gut gespielt – aber dennoch verloren. Die Bilanz der Regensburger fiel nach dem zweiten Spieltag unterm Strich genauso aus wie nach dem ersten in Bielefeld. Von Club-Trainer Michael Köllner gab es dieses Mal sogar einige, sicherlich aufrichtig gemeinte Komplimente. „Hut ab vor der Leistung des Jahn“, sagte der Nürnberger Coach. Er sei sich sicher, dass die Regensburger die Liga halten, wenn sie so weiterarbeiten.

Beierlorzer fordert mehr Mut

Komplimente von den gegnerischen Trainern hatte es auch in der vergangenen Saison in Serie gegeben. Mit dem Lob begründeten diese da aber meistens, warum es für ihr eigenes Team nicht gereicht hat. Nun musste dagegen Achim Beierlorzer bereits zweimal nach dem Spiel erklären, warum es trotz ansprechender Leistung für den Jahn nicht gereicht hat.

In Bielefeld ging er da noch sehr sanft mit der Mannschaft um. Diese Niederlage sei durch das späte Gegentor äußerst unglücklich gewesen. Einfach Pech! Nach der Partie gegen Nürnberg nahm der Regensburger Trainer nun sein Team mehr in die Pflicht. Die Mannschaft habe die Chance gehabt, das Spiel für sich zu entscheiden, diese aber nicht genutzt. „Wir müssen konzentrierter in diese Abschlüsse gehen, dann können wir auch Profit daraus ziehen.“ Insgesamt brauche es etwas mehr Mut, etwas mehr Selbstbewusstsein und etwas weniger Respekt vor der neuen Liga.

Kommentar

Kopf hoch!

Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. Jeder hat gewusst, dass die Trauben in der 2. Liga für den SSV Jahn hoch hängen werden. Und dennoch ist nach...

Ob die Spieler Beierlorzers Forderung schnell umsetzen können, werden die kommenden Wochen zeigen. Noch deutet einiges darauf hin, dass der Jahn in der 2. Liga gut mithalten kann – trotz der zwei Niederlagen. Bielefeld und Nürnberg haben jeweils auch ihre zweite bisherige Saisonpartie gewonnen – und diese jeweils weitaus souveräner als gegen den Jahn. Der Regensburger Kapitän Marco Grüttner sieht in seiner Mannschaft ohnehin alles andere als Fallobst: „Wir haben jetzt in beiden Spielen gesehen, dass wir nicht unterlegen waren, dass wir unsere Chancen hatten und auch gut mitspielen.“

Die Suche nach dem Schlüssel, diese guten Ansätze mit Erfolgserlebnissen zu veredeln, dürfte beim Jahn auf Hochtouren laufen. Nicht zuletzt weil es am Sonntag mit dem 1. FC Nürnberg gegen ein als Aufstiegskandidat eingeschätztes Team ging, sind aber keine panischen Umstellungen oder Einkäufe zu erwarten.

Thommys große Fußstapfen

Einer, dem durchaus zugetraut wird, über kurz oder lang ein wichtiger Spieler für die Mannschaft zu werden, ist Joshua Mees. Er hat nun aber das Pech, eigentlich auf Anhieb die Lücke, die Erik Thommy hinterlassen hat, füllen zu müssen. Thommy war in der vergangenen Saison immer wieder der Türöffner für den Jahn. Immer anspielbar und immer in der Lage, die gegnerische Abwehr durcheinanderzuwirbeln. Diese Fußstapfen sind für Mees – zumal in einer höheren Liga – aber noch zu groß.

Mit Albion Vrenezi hätten die Regensburger zwar einen anderen, vielversprechenden Flügelstürmer im Kader, der darf aufgrund einer Posse um seine Spielgenehmigung aber noch nicht auflaufen. Wird diese bald erteilt, hätte Beierlorzer eine dringend benötigte Option für die Offensive mehr. Insbesondere wenn Vrenezi noch länger fehlt, wird der Jahn aber wohl bald die Fühler nach anderen Spielern ausstrecken. „Wir müssen uns noch breiter aufstellen“, sagt Beierlorzer. Ein oder zwei Spieler werden noch dazu kommen, das sei im Prinzip aber immer so geplant gewesen.

Dass einer dieser Neuzugänge ein alter Bekannter ist, ist weiter eher unwahrscheinlich. Nach wie vor gibt es beim Jahn noch die kleine Hoffnung, dass Erik Thommy zurückkehren könnte. Der versucht seit dem Sommer, sich nach dem Ende seiner Leihe nach Regensburg bei seinem Stammverein, dem FC Augsburg, durchzusetzen. Im letzten Testspiel der Augsburger gegen den PSV Eindhoven kam Thommy wieder zum Einsatz. Und auch im Umfeld des Bundesligisten wird er derzeit nicht als Streichkandidat gehandelt.

Sörensens starker Auftritt

Am liebsten wäre es Beierlorzer aber sowieso, wenn es auch ganz ohne Verstärkung schnell Erfolgserlebnisse gibt. Als klaren Pluspunkt konnte er dabei am Sonntag zu Recht die Leistung der Abwehr verbuchen. Der erst 21 Jahre junge Asger Sörensen trumpfte in seinem ersten Pflichtspiel von Beginn an für den Jahn groß auf. Zweikampfstark, wendig und technisch elegant – der Däne scheint alles für eine tolle Karriere mitzubringen. Kurz und knapp als „hervorragend“ bezeichnete Beierlorzer Sörensens Leistung.

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