MyMz

Fussball

Der SSV Jahn rennt vergeblich an

Erfolgsserie gerissen: Die Regensburger fangen sich gegen Bochum schnell ein Tor ein – und dabei bleibt es bis zum Schluss.
Von Jürgen Scharf

Der Jahn probiert es aus allen Lagen, Marc Lais (Mitte) hier sogar mit einem Fallrückzieher – der Ausgleich will aber einfach nicht fallen. Foto: Gatzka
Der Jahn probiert es aus allen Lagen, Marc Lais (Mitte) hier sogar mit einem Fallrückzieher – der Ausgleich will aber einfach nicht fallen. Foto: Gatzka

Regensburg.Unbedingt habe sein Team die Serie halten wollen, erzählte Trainer Achim Beierlorzer später. Sein SSV Jahn hatte in der 2. Liga schließlich stolze fünf Spiele hintereinander nicht verloren. In der verflixten sechsten Partie erwischte es die Oberpfälzer gegen den VfL Bochum nun doch. Und das, obwohl die Regensburger ihren Vorsatz mit Leben erfüllten und fast eine ganze Partie mit aller Macht auf das Ausgleichstor hinarbeiteten. Dieses sollte aber nicht fallen – so blieb es beim etwas unglücklichen 0:1.

Der SSV Jahn galt zuletzt als das Team der Stunde in der 2. Liga. Bis auf den siebten Platz hatte es den Aufsteiger in der Tabelle hinaufgeschwemmt. Schon wieder war in diesem mit Höhepunkten für den Jahn ohnehin reichlich bestückten Jahr zuletzt ein Hauch von Euphorie rund um den Klub zu spüren. Bei frostigen Temperaturen entschieden sich einige potenzielle Stadionbesucher am Samstag dann aber dennoch, daheim zu bleiben. Mit 7285 Zuschauern war die Regensburger Continental-Arena nur knapp zur Hälfte gefüllt, als Schiedsrichter Martin Thomsen die Partie anpfiff.

Einen ausführlichen Spielbericht gibt es hier

Es sollte nicht der letzte wichtige Pfiff von Thomsen an diesem Tag sein. Genauer gesagt war es einer, den er nicht abgab, der später für Gesprächsstoff sorgte. In der zweiten Halbzeit, als der Jahn alles probierte, um doch noch irgendwie den Ausgleich zu schaffen, gab es eine knifflige Szene. Marco Grüttner erlitt nach einem Kopfballduell mit Bochums Danilo Soares eine Platzwunde neben dem Auge. Und das Duell hatte sich im Strafraum zugetragen. Über einen irregulär ausgefahrenen Ellbogen des Bochumers wurde später diskutiert. Grüttner selbst – als er mit der notdürftig versorgten Wunde in den Katakomben der Arena stand – sagte zwar, dass er zu dieser Szene gar nichts sagen wolle – sein grimmiger Gesichtsausdruck dabei sprach aber alleine schon Bände.

Beierlorzer wird deutlich

Sein Coach wurde deutlicher. Hätte es diese Szene im Mittelfeld gegeben, wäre es auf jeden Fall als Foul gewertet worden, meinte er. Der Schiedsrichter habe sich aber nicht getraut, auch hier konsequent zu sein und somit auf Strafstoß für den Jahn zu entscheiden.

Thomsen wurde von den Fans mit lauten „Schieber, Schieber“-Rufen in die Kabine verabschiedet. Wobei dieses wohl in der Tat elfmeterreife Foul von Danilo letztlich die einige Szene war, bei der Thomsen wirklich daneben lag. Ansonsten hatte es weniger mit dem Referee, sondern vielmehr mit dem coolen Auftritt der Bochumer zu tun, dass diese die drei Punkte mit nach Hause nahmen. Die kamen gleich mit ihrer ersten Chance zum Tor. Ein schöner Pass von Kevin Stöger aus dem Mittelfeld heraus reichte da, um Robbie Kruse völlig frei zu spielen. Der konnte in Ruhe aufs Regensburger Tor zulaufen und den Ball in der sechsten Minute zum 0:1 ins Netz jagen.

„Es kann nicht jede Woche rosig laufen, das wissen wir auch.“

Jahn-Kapitän Marco Grüttner

Beierlorzer ärgerte sich später nach eigener Aussage sehr über diese Szene, da er mit seiner Mannschaft diese Art der Bochumer Spielzüge vor der Partie ausführlich besprochen habe.

Nach dem Tor entwickelte sich ein flottes Spiel, in dem sich der Jahn immer wieder mit großem Einsatz durchs Mittelfeld kämpfte. Die Regensburger spielten sich auch mehrere gute Möglichkeiten heraus, bei denen der Ball am Ende aber einfach nicht im Netz landen wollte. Seltener in der Offensive zeigten sich die Bochumer. Wenn die nach vorne kamen, dann wurde es aber richtig gefährlich. Zweimal verpassten sie noch vor der Pause ganz knapp einen weiteren Treffer.

Eine Vorrundenbilanz von Jahn-Coach Achim Beierlorzer finden Sie hier

Im zweiten Durchgang schafften es die Regensburger zwar weitaus besser, die gefährlichen Gegenstöße der Bochumer rechtzeitig zu stoppen. Andererseits fehlte nun aber im eigenen Spiel nach vorne etwas der Schwung. Die Gäste zogen einen dichten Abwehrriegel auf, in dem der Jahn bis zum Schluss die entscheidende Lücke nicht mehr finden sollte.

„Bochum ist kein Fallobst“

Aus der Niederlage im vorletzten Spiel des Jahres wollten die Regensburger danach kein Drama machen. „Bochum ist jetzt kein Fallobst gewesen. Da hat ein Spieler mehr Zweitligaspiele als unser ganzer Kader“, verwies Torwart Philipp Pentke auf die Stärke des Gegners – und blickte sogleich positiv nach vorn: „Wir sind aber weiter in der Bahn und haben jetzt noch ein Heimspiel gegen Bielefeld. Nun wollen wir uns da die drei Punkte holen.“

Grüttner wies auch auf eigene Fehler hin. In der zweiten Halbzeit habe es der Jahn nicht mehr geschafft, genügend Druck aufzubauen und zu Torchancen zu kommen: „Das müssen wir uns ankreiden.“ Dennoch wäre der Ball noch fast im Netz gelandet. Sargis Adamyan hatte ihn zehn Minuten vor dem Ende bereits über den Bochumer Torwart gelupft. VfL-Verteidiger Felix Bastians kam mit dem Kopf aber noch ran und lenkte das Spielgerät an den Pfosten und von da flog er nicht ins Netz sondern aufs Feld zurück. Dieses Mal sollte es einfach irgendwie nicht sein – oder wie es Grüttner sagte: „Es kann nicht jede Woche rosig laufen, das wissen wir auch.“

Alle aktuellen Nachrichten zum SSV Jahn gibt es in unserem Newsblog:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht