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Handball

Derby-Pleite sorgt für Verdruss

Geht es nach Abteilungsleiter Helmut Meichel, soll das BOL-Team der SG Regensburg II in die Landesliga aufsteigen.
Von Gerd Winkler

Sebastian Heiligtag (li.), Noah Schäfer (hinten) und Simon Schindler (Nr. 24) von der SG Regensburg II streckten sich bei der schmerzhaften 23:28-Pleite im BOL-Derby gegen den ESV 1927 (re. Matteo Groß) vergeblich. Foto: Christian Brüssel
Sebastian Heiligtag (li.), Noah Schäfer (hinten) und Simon Schindler (Nr. 24) von der SG Regensburg II streckten sich bei der schmerzhaften 23:28-Pleite im BOL-Derby gegen den ESV 1927 (re. Matteo Groß) vergeblich. Foto: Christian Brüssel

Regensburg.Derbypleite hin, Derbypleite her – im Regensburger Männer-Handball hat die SG Regensburg gleich doppelt die Nase klar vorne. Die in einer GmbH ausgegliederten Adler mischen nach dem Aufstiegsjahr heuer enorm verstärkt vermutlich in der oberen Hälfte der Bayernliga mit.

Die zweite Garnitur in der Bezirksoberliga hat sich am Samstag zwar eine schmerzhafte 23:28 (8:11)-Niederlage gegen den Lokalrivalen ESV 1927 eingefangen, steht aber mit zwei Zählern mehr auf dem Konto noch immer besser da.

„Das war unter aller Kanone!“

Abteilungsleiter Helmut Meichel, der zuvor die Eisenbahner zweimal vor Ort unter die Lupe nahm, hatte im Vorfeld „erwartet, dass die Jungs die zwei Punkte holen“. So kann man sich täuschen, werden sich die siegreichen Blau-Schwarzen sagen. Mit seiner Fehleinschätzung wird es Meichel nicht belassen: „Ich werde den Jungs die nächsten Tage schon sagen: Das war unter aller Kanone!“ Er habe kein Aufbäumen gesehen, das sei ein blutleerer Auftritt gewesen. Der unter enormem Druck stehende Fehlstarter ESV 1927 habe gezeigt, wie es geht.

„Wir haben vorne viel zu wenig Druck gemacht, es nicht geschafft, mit viel Bewegung Überzahl-Situationen zu erzeugen“, geht Trainer Michael Sigl in die Analyse des missglückten Derbys. „Wenn im Angriff nix geht, reibst du dich auf, und hinten lässt dann die Konzentration nach“, ergänzt Sigl: „Die Abwehr ist dann in sich zusammengebrochen.“ Zudem habe bei der Balleroberung der Übergang in die erste und zweite Welle nicht stattgefunden. Die siebte Derby-Pleite in Serie ausgeblendet, ist Meichel mit dem bisherigen Abschneiden „zufrieden“.

Eine ausgeglichene Mannschaft

Der Höhepunkt in den ersten sechs Partien war vor drei Wochen die 37:28-Demontage von Landesliga-Absteiger HC Sulzbach. Wo der Oberpfalz-Rivale herkommt, möchte Meichel früher oder später mit dem Bayernliga-Unterbau hin: „Die Landesliga ist unser Ziel, so eine Konstellation wie in Bayreuth halt.“ Obwohl der Rückstand auf Tabellenführer SG Auerbach (10:0) nach Verlustpunkten auf vier angewachsen ist, ist der Zug für Meichel nicht abgefahren, aber: „So etwas wie gegen den ESV brauchen wir nicht mehr abliefern!“

Anlass zur Hoffnung auf die „Perspektive Landesliga“ seien durch die „guten Neuzugänge“ genährt worden. Vom Bayernliga-Team ist Marvin Hoppe dazugestoßen, Johannes Hochreuter (Ansbach), Thomas Bauer (Auerbach) und Philipp Dachser (Aichach) hat es beruflich bedingt nach Regensburg verschlagen. Im Rückraum stehen Trainer Sigl nun gleich sieben Akteure zur Verfügung. „Das Gesicht der Mannschaft hat sich deutlich verändert, wir haben kaum ein Leistungsgefälle im Kader“, urteilt Sigl über seine 16er-Truppe: „Vom Linksaußen bis zum Rechtsaußen kann im Spiel jeder seine drei, vier Tore machen – da bist du für den Gegner unberechenbarer“.

Schweres Programm

Gerade im Rückraum sei die Integration aber nicht abgeschlossen, ergänzt Sigl. „Klar ist, dass wir mit dieser Mannschaft im oberen Drittel mitspielen müssen“, weiß er um das Potenzial. Im Gegensatz zu Meichel hält der nun in der vierten Saison im Amt befindliche Coach in Sachen Landesliga den Ball flach: „Jede Mannschaft, die seit Jahren von der BOL aufsteigt, hat es dort sehr schwer.“

Zunächst ist der Fokus auf die vier Begegnungen in der Restrückrunde gelegt. „In Forchheim und gegen Altdorf, da musst du erstmal punkten“, warnt Sigl: „Wenn du das Schwächeln anfängst, stehst du gleich im unteren Mittelfeld.“ Außerdem ist noch ein Derby zu bestreiten, am 14. Dezember bei Neuling SV Obertraubling. Und Derbys sind ja bekanntlich nicht so das Ding der Handballer von der Alfons-Auer-Straße.

Rückblick und Vorschau

  • ESV 1927:

    Die Konkurrenz von der Dechbettener Brücke wurde derweil mit sagenhaften 35:5 Punkten unglücklicher Vizemeister hinter dem HC Erlangen II (37:3).

  • Spielfrei:

    Am Wochenende sind beide Lokalrivalen spielfrei. Der SV Obertraubling erwartet den TV Erlangen-Bruck III. (owi)

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