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Sonntag, 23. September 2018 24° 6

Nachspiel

DFB entschuldigt sich bei Schweden

Nach dem deutschen Sieg kommt es vor der schwedischen Bank zu Schubsereien. Mittendrin: Zwei Offizielle des DFB.

DFB-Büroleiter Georg Behlau läuft nach dem Sieg zur schwedischen Bank und ballt die Faust. Foto: Ina Fassbender/dpa
DFB-Büroleiter Georg Behlau läuft nach dem Sieg zur schwedischen Bank und ballt die Faust. Foto: Ina Fassbender/dpa

Sotschi.Emil Forsberg schwankte kurzzeitig zwischen Wut und Enttäuschung. Nicht nur die deutschen Glücksgefühle nach dem 2:1 schmerzten ihn. Dass er sich dann auch noch provozierende Jubelgesten einiger DFB-Funktionäre anschauen musste, machte ihn sauer. „Ein ekelhaftes Verhalten“, schimpfte der Bundesliga-Profi von RB Leipzig. „Nach dem Schlusspfiff schüttelt man sich die Hände und benimmt sich nicht so“, sagte Trainer Janne Andersson.

Einige auf der deutschen Bank hätten sich „in einer Art und Weise verhalten, die nicht korrekt war, man lässt den Gegner auch in Ruhe trauern“, betonte der Schwede. Die späte Entschuldigung des DFB über die sozialen Netzwerke kam am frühen Sonntagmorgen. Im Anschluss an Toni Kroos‘ Treffer hatten vor allem DFB-Büroleiter Georg Behlau und Uli Voigt aus der Medienabteilung ihre Emotionen in der Fischt-Arena in Sotschi nicht mehr im Griff. Provokant ballten sie in Richtung der schwedischen Bank die Fäuste und machten hämische Gesten. Es kam zu einigen Schubsereien, manche sprachen von Tumulten.

Diese Reaktionen und Gesten seien teils „zu emotional“ gewesen, entschuldigte sich der DFB unter anderem via Twitter. „Das entspricht nicht unserer Art. Dafür haben wir uns beim schwedischen Trainer und seinem Team entschuldigt.“ „Ich habe es nur getan, weil wir gewonnen haben. Das war nicht in Ordnung“, wurde Voigt von schwedischen Medien zitiert. Die Fifa hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Enttäuschung der Skandinavier bleibt ungeachtet dessen riesig. „Eine der schmerzhaftesten Niederlagen, die Schweden je erleiden musste“, schrieb die Stockholmer Tageszeitung „Dagens Nyheter“. „Wenn es wirklich darauf ankommt, sind die Deutschen die Besten“, meinte „Aftonbladet“. Der Gedanke an den späten Gegentreffer schmerzte Forsberg noch lange. „Du hast so viel gekämpft, du hast alles gegeben, alles gemacht, alles getan“, sagte der erschöpfte Mittelfeldspieler. „Und dann kriegst du so ein Tor rein. Das ist Fußball, und das tut weh manchmal.“ Sein Trainer sprach sogar vom „schwersten Resultat für uns in meiner Karriere“.

So war es eine Mischung aus Enttäuschung, Wut und großer Erschöpfung, mit der die Skandinavier die Arena verließen. Fast die komplette Spielzeit waren sie in der Defensive gewesen. Lediglich 29 Prozent Ballbesitz verdeutlichen die Offensivbemühungen der DFB-Auswahl, der die Schweden über 90 Minuten lang ausgesetzt waren. Bezeichnend für ihr auf einer kompakten Ordnung basierendes Spiel war auch, dass Torhüter Robin Olsen zu ihren Besten gehörte. „Das ist auch schwer, wenn du wenig den Ball hast und immer nur laufen musst“, sagte Forsberg. „Weil du dann müde bist, wenn du den Ball bekommst.“ Im entscheidenden Gruppenspiel gegen Mexiko am Mittwoch müsse seine Mannschaft daher auch offensiver agieren. (dpa)

Attacke: Schwedens Mittelfeldspieler Jimmy Durmaz, der den Kroos-Freistoß mit einem Foul an Timo Werner verursacht hatte, wurde in den sozialen Medien inakzeptabel beleidigt und bedroht. Weil die Reaktionen so heftig waren, erstattete der schwedische Verband Anzeige bei der Polizei.

Unterstützung: Die schwedische Nationalmannschaft steht hinter Durmaz. Vor dem Training versammelte sich die Mannschaft gestern geschlossen hinter dem Mittelfeldspieler und rief gemeinsam: „Fuck Racism“ (in etwa: „Scheiß Rassismus“). Durmaz weinte unmittelbar nach dem Ausruf.

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