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DFL lehnt Reformpläne einstimmig ab

Umgestaltung der internationalen Wettbewerbe findet bei Mitgliedern keinen Zuspruch. In der 2. Liga kommt der Videobeweis.
Von Eric Dobias

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bezog gestern klar Stellung gegen die Pläne der europäischen Klub-Vereinigung ECA. Foto: Arne Dedert/dpa
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bezog gestern klar Stellung gegen die Pläne der europäischen Klub-Vereinigung ECA. Foto: Arne Dedert/dpa

Offenbach.Die deutschen Profivereine um die Branchenführer Bayern München und Borussia Dortmund haben den hochfliegenden Zukunftsplänen für eine Reform der Champions League eine klare Absage erteilt. Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga in Offenbach sprachen sich die 36 Erst- und Zweitligisten gestern einstimmig gegen das von der europäischen Klub-Vereinigung ECA entworfene Konzept aus.

„Eine mögliche Reform sollte allen Akteuren gerecht werden, nicht nur wenigen“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Die DFL und die 36 Bundesligaklubs seien nicht gegen Reformen und Veränderungen allgemein, lehnen das vorliegende Reformkonzept aber rundweg ab. „Dieses hätte fatale und nicht akzeptable Konsequenzen, weil es mittel- bis langfristig die Existenz der nationalen Ligen gefährden würde“, sagte Seifert. Er appellierte daher an UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, den weiteren Prozess mit Weitsicht zu moderieren.

„Bei allen Diskussionen sind zwei Punkte von entscheidender Bedeutung: die Anzahl der Spieltage im Rahmenterminkalender und vor allem der Zugang zu den internationalen Wettbewerben. Veränderungen an diesen beiden Stellen dürfen nicht dazu führen, dass die Relevanz und Zukunft der nationalen Ligen in Europa gefährdet wird“, mahnte Seifert.

Eine geschlossene Gesellschaft?

Darin seien sich alle Top-Ligen einig. Nach Auskunft des DFL-Geschäftsführers seien Pläne, internationale Spiele auch an Wochenenden auszutragen, vom Tisch. Auch ein paar Spiele mehr pro Saison seien für die Bundesliga zu stemmen.

Viel mehr Bauchschmerzen bereitet Seifert der Vorschlag, wonach das milliardenschwere europäische Premiumprodukt zur geschlossenen Gesellschaft werden soll. Die Pläne sehen vor, dass von der Saison 2024/25 an insgesamt 32 Mannschaften in vier Achtergruppen antreten. 24 davon sollen das direkte Ticket für das Folgejahr in der Königsklasse lösen können. In einem pyramidalen System mit drei Europa-Ligen würde es Auf- und Abstieg geben.

Würde man dieses Reformkonzept auf diese Bundesligasaison übertragen, würden in der kommenden Spielzeit neben den Bayern und dem BVB auch Bayer Leverkusen, Schalke 04 und Eintracht Frankfurt in der Champions League spielen – und dies solange, bis jemand aus dem elitären Kreis absteigt. „Damit würde der Wettbewerbsfaktor in der Meisterschaft entfallen. Wir dürfen nicht zulassen, dass traditionsreiche nationale Ligen in ihrer Attraktivität für Millionen Menschen auf dem gesamten Kontinent beschädigt werden“, sagte Seifert.

Fondsgründung ist nicht geplant

Klare Worte gab es auch zum Reizthema Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen. „Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen. Der Gang vor das Bundesverfassungsgericht ist noch möglich“, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball.

Am Mittwoch wurde zunächst eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich vertiefend mit den Gebührenbescheiden der Hansestadt Bremen befassen wird. Neben der DFL und Werder Bremen gehören dem Gremium auch Vertreter von Eintracht Frankfurt, Hannover 96, Borussia Mönchengladbach und dem Hamburger SV an, die als Gästemannschaften bei den betreffenden Spielen involviert waren. Rauball stellte klar, dass mögliche Kosten im Falle einer juristischen Niederlage künftig jedoch von allen Vereinen getragen werden müssten. „Eine Fondsgründung steht nach wie vor nicht zur Debatte“, betonte er.

Kurz und bündig beschlossen wurde gestern außerdem die Einführung des Videobeweises in der 2. Bundesliga zur kommenden Saison. „Es sind alle notwendigen Maßnahmen getroffen worden, damit die Technologie zum Saisonstart zur Verfügung steht“, berichtete Rauball. Mit der Nachfolge des im August aus dem Amt scheidenden BVB-Präsidenten und der damit verbundenen Strukturreform wird sich die DFL auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 18. Juni befassen.

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Der Griezmann-Wechsel und die Folgen

  • Interessenten:

    Der Wechsel von Antoine Griezmann bringt das Transferkarussell in Fußball-Europa gewaltig in Schwung und wird gleich mehrere Ü-100-Millionen-Euro-Deals nach sich ziehen. Als neue Arbeitgeber des Weltmeisters von Atlético Madrid werden der FC Barcelona und Paris Saint-Germain gehandelt.

  • Transfermarkt:

    Geld spielt keine Rolle, lautet das Motto. Kein Wunder, denn auch Brasiliens Topstar Neymar (PSG), der Belgier Eden Hazard (Chelsea) und der walisische Volksheld Gareth Bale (Real) sind auf dem Markt. Sehr gefragt sind auch die DFB-Auswahlakteure Toni Kroos (Real) und Leroy Sané (Man City). (dpa)

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