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Champions League

Die Bayern haben eine böse Vorahnung

Die Bundesliga sei „kurz davor, durch den Rost zu fallen“, warnt FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge vor dem Start der K.o.-Phase.
Von Klaus Bergmann, dpa

Im Gegensatz zu Paris mit Neymar hat der FC Bayern nicht den einen Superstar, der alle anderen überstrahlt. Fotos: Peter Kneffel/Sven Hoppe

München.Es kommt mal wieder alles auf den FC Bayern an. Der Bundesliga-Dominator muss als einsamer Champions-League-Vertreter den in dieser Saison arg ramponierten Ruf des deutschen Fußballs in Europa aufpolieren. Spanien, England und Italien ziehen mit einem Großaufgebot an Vereinen in die am Dienstag startende K.o.-Phase, die stolze Bundesliga dagegen ist im bedeutendsten Wettbewerb nur noch mit den Münchnern dabei.

Die Champions-League-Absteiger Borussia Dortmund und RB Leipzig dürfen wenigstens in der Europa League weiterspielen, aus der 1899 Hoffenheim, Hertha BSC und der 1. FC Köln nach der Gruppenphase ausgeschieden sind. „Wir müssen aufpassen, dass das nicht zur Tagesordnung wird“, sagte Bundestrainer Joachim Löw zur bislang desaströsen deutschen Europapokalbilanz in der WM-Saison.

Jupp Heynckes sieht keine besondere Verpflichtung. „Die spüre ich nicht“, sagte der Bayern-Coach. Nein, den 72-Jährigen treibt bei seinem bestaunten Trainer-Comeback allein ein Ziel an: Das Triple von 2013 zu wiederholen. In Bundesliga und DFB-Pokal sind die Titelchancen prächtig, jetzt geht’s um die begehrteste Trophäe.

„Die Champions League ist ein herausragender Wettbewerb für jede europäische Spitzenmannschaft“

Jupp Heynckes, Trainer des FC Bayern München

„Die Champions League ist ein herausragender Wettbewerb für jede europäische Spitzenmannschaft“, sagte Heynckes: „Ich denke, dass wir uns seit Jahresbeginn weiterentwickelt und perfektioniert haben. Die Mannschaft hat Hunger, sie ist hochmotiviert. Und der eine oder andere Spieler bei uns hat ja auch die Champions League noch nicht gewonnen. Das ist dann auch noch ein ganz großes Ziel.“

Am Mittwoch: Real gegen PSG

Die Bayern steigen erst in einer Woche gegen Besiktas Istanbul ins Achtelfinale ein. Sie können erstmal genüsslich zuschauen, wie sich im Knaller-Duell zwischen Titelverteidiger Real Madrid und Paris Saint-Germain zwei der großen Favoriten bekämpfen. Cristiano Ronaldo gegen Neymar, Toni Kroos gegen Julian Draxler – diese Kraftprobe am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF/Sky) bietet viele Facetten. Auch der FC Barcelona mit Weltstar Lionel Messi sowie Manchester City mit Startrainer Pep Guardiola (sie spielen heute gegen den FC Basel) – noch – als heißere Titelanwärter als der FC Bayern.

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Heynckes betont: „Bei uns ist die Mannschaft die Stärke, nicht der eine Superstar. Nicht die Mannschaft mit den besten Einzelspielern wird am Ende den Titel gewinnen, sondern das homogenste Team.“ Das Kollektiv ist für Heynckes wichtiger als ein 222-Millionen-Euro-Mann wie PSG-Star Neymar. So war es auch 2013, als Heynckes mit den Bayern im deutschen Wembley-Finale Borussia Dortmund besiegen konnte.

„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch hinter andere Ligen rutschen“

Mats Hummels, Verteidiger beim FC Bayern München

Damals schien der deutsche Fußball Europa zu beherrschen. Ein Jahr später wurde die Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister. Aber es war eine Momentaufnahme. Seit 2000 gab es nur zwei deutsche Triumphe im Europapokal, jeweils durch die Bayern in der Champions League (2001, 2013). In der Fünfjahreswertung der UEFA, die über die Anzahl der Europapokalstarter entscheidet, ist Deutschland hinter Spanien, England und Italien auf dem wichtigen vierten Platz – noch!

In der aktuellen Saisonwertung liegt Deutschland auf Platz neun, hinter Ländern wie Zypern und Österreich! „Ich sehe schon andere Ligen klar vorne. Die spanische und die englische Liga sind die beiden stärksten. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch hinter andere Ligen rutschen“, kommentierte Weltmeister Mats Hummels. Die englische Premier League ist mit der Rekordzahl von fünf Teams (Manchester City und United, FC Liverpool, FC Chelsea, Tottenham) im Achtelfinale dabei, Spanien mit drei (Real, Barça, FC Sevilla).

Gleich zwei Italiener

Auch Karl-Heinz Rummenigge schwant Böses. Der Bayern-Chef erinnert an „eine gemeinsame Interessenslage“ der Bundesligavereine, was gerade die Champions League betreffe. „Wir haben ab dem 1. Juli vier Fixteilnehmer. Wir sind aber, wenn wir so weitermachen wie in den letzten Monaten, kurz davor, dass wir durch den Rost fallen und von vier auf zwei Teilnehmer runtersausen. Das wäre ein Schaden für die gesamte Liga, den es zu verhindern gilt“, sagte Rummenigge.

Darum ist es auch wichtig, dass sich Dortmund und Leipzig in der Europa League ins Zeug legen und fleißig punkten. Die Borussia trifft jetzt im Zwischenrunden-Hinspiel am Donnerstag auf Atalanta Bergamo. Leipzig spielt gegen den SSC Neapel, den Tabellenführer der Serie A.

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