MyMz

Auszeichnung

Die besondere Prämie der Legionäre

Die Legionäre halten alle Einzelsportler ihrer Kategorie in Schach. Der fünfte Juniorentitel machte zuhause besonders Spaß.
Von Claus-Dieter Wotruba

Ben Rückerl (l.) hielt die Laudatio, Hans-Peter Schleicher (S & L Automobile, r.) öffnete den Siegerumschlag: Elias Redle nahm den Preis für die Legionäre vor Olivia Gessner, Valentin Schleicher (vertreten von seiner Schwester), Julian Zoll, Marco Nanka und Amelie Hörner in Empfang (v.l.). Foto: Lex
Ben Rückerl (l.) hielt die Laudatio, Hans-Peter Schleicher (S & L Automobile, r.) öffnete den Siegerumschlag: Elias Redle nahm den Preis für die Legionäre vor Olivia Gessner, Valentin Schleicher (vertreten von seiner Schwester), Julian Zoll, Marco Nanka und Amelie Hörner in Empfang (v.l.). Foto: Lex

Regensburg.„Yes!“ Die erste Reaktion aus dem Juniorenteam der Buchbinder Legionäre war eindeutig. Nach etlichen knappen Finalniederlagen in den Jahren davor hatte der Baseball-Nachwuchs die fünfte deutsche Juniorenmeisterschaft perfekt inszeniert und in der heimischen Arena gefeiert. „Das machte die Jungs superhappy“, hatte Legionäre-Pressesprecher Tobias Dietrich schon im Filmbeitrag mit TVA-Sportmann Christian Sauerers Baseball-Selbstversuch gesagt. Und als Zuckerl obendrauf gab es den mit 44,01:18,54 Prozent der zweitplatzierten Ropeskipperin Olivia Gessner auch noch den klarsten Sieg des Abends.

Selbstverständlich kommt auch in diesem Fall von nichts nichts. Dietrich berichtete von der professionellen Ausrichtung, je älter der Nachwuchs wird, Fünf, sechs mal Training plus die Spiele am Wochenende – das ist der Juniorenumfang. „Da steigt natürlich auch die Leistungsfähigkeit“, erklärte Dietrich, der Baseball beim Verein mit seinen über 800 Mitgliedern als Sportart für die ganze Familie anpries. „Wir beginnen bei den Bambinis auch schon mit drei Jahren.“

Die Baseball-Jungs im Juniorenalter lockt bei den Buchbinder Legionären vor allem ein Traum. Einen Profivertrag in Amerika wollen sie ergattern, am liebsten so erfolgreich sein wie Max Kepler, der derzeit in der berühmten Major League Baseball (MLB) als erster Deutscher den Star-Status erreicht hat und gerade im Vorfeld der neuen Saison an Nummer 72 eingeordnet wurde. „Das ist schon eine große Ehre, wenn man bedenkt, dass wir von 30 Organisationen mit einem 40-Mann-Roster reden“, hilft Martin Brunner bei der Einordnung, der für die MLB die Entwicklung des Baseballs in Europa koordiniert.

Ein Sieg im letzten Junioren-Jahr

Doch zurück zu den Baseball-Junioren in Regensburg. Elias Redle war der Kapitän im Team des Gewinners der Jugend-Wahl. „Es war mein letztes Juniorenjahr. Schon deswegen ist es schön, dass ich mit einem Sieg raus bin“, sagt Redle, der die Voraussetzungen der Legionäre lobt. „Es liegt an uns.“ Der 19-Jährige ist seit fünf Jahren im Regensburger Internat untergebracht, seit zwei Jahren ist auch Bruder Kilian ein Jung-Legionär. „Wir sind da 30 Jungs, zwölf davon sind Eishockeyspieler. Es ist schon cool, wenn wir gemeinsam auf den Zimmern abhängen oder mal in die Stadt gehen“, sagt Elias Redle. Eines der Erfolgsgeheimnisse könnte eine Siegprämie der besonderen Art sein. „Wir haben Eltern, die backen vor jedem Spiel Cookies – und zwar legendäre Cookies. Wenn wir gewinnen, bekommen wir eins. Wenn nicht, dann gibt es keines.“ Moderatorin Evi Reiter wollte zwar investigativ die Zutaten erforschen, bekam aber eine Abfuhr. „Das bleibt schon ein Geheimnis“, sagte Elias Redle schmunzelnd.

Wahl

Die Sportler des Jahres sind gekürt

Ostbayerns Sportler des Jahres 2019 wurden in Regensburg geehrt. Alles über die feierliche Gala finden Sie hier.

Ben Rückerl nutzt Redezeit zum Appell

Derweil nutzte Laudator Ben Rückerl, der mit Stefan Plötz vor acht Jahren mit dem inzwischen deutschlandweiten verbreiteten Team Bananenflanke ein Fußballliga für geistig beeinträchtigte Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen hatte, seine Redezeit, um einerseits die Jugendarbeit der Buchbinder Legionäre zu loben („Sie gehören längst zum Inventar der etablierten Vereine der Stadt und sind ein sensationelles Aushängeschild für professionelle Jugendarbeit“) und holte andererseits noch ein Stück weiter aus. „Sport kann Heimat sein, wenn man zuhause keinen Halt bekommt, oder vielleicht gar keine Heimat hat“, sagt der Freiberufler beim Jugendamt. „Sport verbindet Menschen, die vielleicht sonst gar keinen gemeinsamen Nenner hätten. Sport gibt uns die Chance auf einen Wettkampf, in dem es nicht darum geht, wo ich herkomme oder wie ich ausschaue. Dort ist egal, wie viele Likes ich auf Instagramm habe, was für Klamotten ich trage oder wen ich liebe.“

Video: MZ

Dazu startete der Bananenflanker und dreifache Vater seinen Appell. „Lassen wir uns mehr von Kindern anstecken! Kinder gehen mit wunderbarer Leichtigkeit aufeinander zu, überwinden Barrieren ohne immer vorher alles zu hinterfragen, ohne Vorurteile. Sport kann so viel mehr, Regensburg kann so viel mehr.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht