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Europa Legue

Die Deutschen wollen ins Viertelfinale

RB Leipzig steht gegen St. Petersburg vor einer Premiere, Borussia Dortmund will die Serie mit Coach Peter Stöger fortsetzen.
Von Jens Marx und Dietmar Fuchs, dpa

Borussia Dortmund und RB Leipzig (hier Sokratis im Duell mit Jean-Kevin Augustin) wollen international überzeugen. Foto: Bernd Thissen/dpa
Borussia Dortmund und RB Leipzig (hier Sokratis im Duell mit Jean-Kevin Augustin) wollen international überzeugen. Foto: Bernd Thissen/dpa

Leipzig.Für Borussia Dortmund soll die Erfolgsserie mit Trainer Peter Stöger auch international weitergehen, RB Leipzig hofft in der Europa League auf eine Trendwende. Im Hinspiel des Achtelfinals erwarten die wettbewerbsübergreifend seit Wochen ungeschlagenen Dortmunder heute um 19 Uhr den österreichischen Klub FC Salzburg. Leipzig, schon seit vier Pflichtspielen ohne Sieg, tritt kurz darauf (21.05 Uhr/Sport1) zu Hause gegen Zenit St. Petersburg an.

Verlieren ist für Borussia Dortmund mit Peter Stöger fast zum Fremdwort geworden. Aber was dem Team des Österreichers im Vergleich mit früheren BVB-Trainern abhandenkam, ist der begeisternde Offensivfußball. Das 1:1 im Bundesliga-Topspiel bei RB Leipzig zeigte ansatzweise, dass es noch geht. Stöger durfte danach zufrieden festhalten, er habe vieles gesehen, was er sehen möchte: gute Körpersprache, gutes Pass-Spiel und Zweikampfverhalten, Bewegung in die Tiefe des Raumes: „Das macht dann Spaß.“ Gegen Salzburg könnte Stögers Bewerbung um ein weiteres Engagement über das Saisonende hinaus forciert werden, wenn es ihm und der Mannschaft gelingt, mit einer fantasievollen Fußball-Gala die Kritiker noch mehr zu besänftigen. „Ich freue mich“, sagt Stöger und hofft, dass die Auseinandersetzung mit Salzburg Lust beim BVB hervorruft.

Stöger warnt vor Österreichern

Allerdings warnt er vor den Österreichern: „Ich sehe sie in einer gefährlichen Außenseiterrolle.“ Er betont aber auch: „Wir sind weit davon entfernt, dass wir uns aus der Favoritenrolle rausstehlen.“ BVB-Kapitän Marcel Schmelzer erwartet Ähnliches. Die Mannschaft habe Respekt vor Salzburg: „Für uns schärft das die Sinne.“ Gelingt nun im Endspurt der Spielzeit eine stetige Rückkehr zu einem Offensivspektakel, könnte Stöger laut BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erster Ansprechpartner sein, wenn es um die Postenvergabe für die kommende Saison geht. Eine Entscheidung dürfte sich hinziehen. Es gibt indes bereits jetzt Argumente, die pro Stöger sprächen: Dem einstigen Kölner ist es gelungen, Unruhe zu beseitigen und den BVB-Profis Stabilität zu vermitteln.

„Ich sehe sie in einer gefährlichen Außenseiterrolle.“

Peter Stöger, Dortmunds Coach zum Gegner Salzburg

Seine beruhigende Art und sein Umgang werden mittlerweile hoch geschätzt. Auf jeden Fall sei er „ein außergewöhnlich guter Trainer“, betont Watzke. Einen Termin für mögliche Vertragsgespräche gibt es laut Stöger noch nicht. „Das ist aber auch nicht notwendig“, sagte er. Stattdessen will er ganz einfach „so erfolgreich wie möglich sein“.

Karten für 15 Euro

Vor einer drohenden Minuskulisse kann RB Leipzig wohl nicht auf seinen Heimvorteil gegen Zenit St. Petersburg setzen. Für 15 Euro bietet der Vizemeister mittlerweile Eintrittskarten für das Hinspiel im Achtelfinale an, die Red Bull Arena könnte bei ungemütlichem Winterwetter womöglich nur zur Hälfte gefüllt sein. Sportlich geht es um viel für RB: Nach drei Pflichtspielniederlagen nacheinander und einem Remis giert die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl nicht nur nach einem Sieg. Sie braucht ihn unbedingt. In der Bundesliga sind die Leipziger auf Platz sechs vorerst raus aus den Champions-League-Rängen. Der letzte Heimerfolg liegt bereits einen Monat mit dem 2:0 gegen Augsburg zurück.

„Es wird eine sehr, sehr große Aufgabe für uns.“

RB-Leipzig-Torwart Peter Gulacsi

Alles andere als ein Hinspielsieg ohne Gegentor dürfte die Chancen auf das erstmalige Erreichen des Viertelfinales drastisch einschränken. „Es wird eine sehr, sehr große Aufgabe für uns“, befürchtet Torwart Peter Gulacsi. In der Zwischenrunde hatte die mit russischen und argentinischen Nationalspielern gespickte Mannschaft des italienischen Star-Coaches Roberto Mancini nach einem 0:1 in Glasgow die Celtic-Truppe im WM-Stadion in St. Petersburg mit 3:0 vom Feld geschickt.

Erstmals in der jungen Vereinsgeschichte spielt RB in einer K.o.-Phase im Europacup zuerst daheim, dann auswärts (15. März). Im üblichen RB-Sprachschatz heißt das: eine neue Erfahrung machen. Inmitten der Englischen Wochen wäre ein Aus ein empfindlicher Rückschlag.

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