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Kommentar

Die Gala ist ein Denkmal

Ein Kommentar von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Es ist traurig. Exakt in dem Jahr, in dem Regensburg so stark wie selten, vielleicht nie erst auf der kontinentalen Bühne bei der Europameisterschaft in Amsterdam und dann auf der Olympia-Bühne in Rio de Janeiro vertreten sein wird, steht die Vorzeigeveranstaltung vor dem Aus. Wenigstens in dieser Form, bei der sich die deutsche Elite seit 2006 die Klinke in die Hand gab und über die Jahre Medaillengewinner aus aller Herren Länder Regensburg kennenlernten. Ganz zu schweigen von den Nachwuchskräften, die sich Jahr für Jahr Sporen für erste internationale Auftritte im Sportzentrum der Universität verdienten und später erst zu bekannten Namen werden.

Das Thema, ob die Veranstaltung eine Zukunft hat, schwebte diesmal in vielen Gesprächen über der Gala. Denn die Verantwortlichen stehen vor der Wahl: Entweder dem heuer so erfolgreichen Team mit einer Harrer oder Kock, einem Pflieger oder Orth die Unterstützung zukommen lassen, die aus anderen Quellen auch nicht gerade üppig ist, oder in die Vorzeigeveranstaltung Gala stecken.

Was für eine perverse Wahl! Zur Information: Um das zu leisten, was die Macher der LG Telis Finanz seit einem Jahrzehnt leisten, geht es nicht um Hunderttausende von Euro. Die Sportwelt ist pervers geworden: Denn während im Fußball mit Riesensummen jongliert wird, geht in Grafing eine Eishockey-Oberligamannschaft wie der EHC Klostersee wegen 100 000 Euro kaputt. Und in Regensburg vielleicht eine Leichtathletik wegen noch weniger.

Es gäbe genügend Kandidaten für Abhilfe: Staat, Verband, Kommunen, Sponsoren, natürlich auch Sportfans sollten tun, was sie tun können, dass eine Vielfalt erhalten bleibt. Denkmäler werden auch erhalten. Die Leichtathletik-Gala – die vielleicht hochwertigste Sportveranstaltung der Region – ist so ein sportliches Denkmal.

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