mz_logo

Sport
Samstag, 22. September 2018 19° 3

Männerhandball

Die Landesliga ist zum Greifen nahe

Die ESV-Männer sind so erfolgreich wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Lokalrivale SG hat derweil die Bayernliga fest im Blick.
Von Gerhard Winkler

37 Tore in 18 Partien hat „Max“ Bayer bisher erzielt. Beim BOL-Schlager in Erlangen braucht es weitere Treffer des Kreisläufers, um beim ESV 27 den Traum „Landesliga“ weiterleben zu lassen. Foto: Christian Brüssel
37 Tore in 18 Partien hat „Max“ Bayer bisher erzielt. Beim BOL-Schlager in Erlangen braucht es weitere Treffer des Kreisläufers, um beim ESV 27 den Traum „Landesliga“ weiterleben zu lassen. Foto: Christian Brüssel

Regensburg. An diesem Samstagabend fällt zumindest eine Vorentscheidung, wohin der Regensburger Männerhandball steuert – was die künftige Ligenzugehörigkeit der Teams angeht. Um 17.45 Uhr ist in der Erlanger Karl-Heinz-Hiersemann-Halle Anwurf, wenn das mit 31:7 Punkten in der Tabelle gleichauf liegende Spitzenduo der Bezirksoberliga Ostbayern, der gastgebende TV „Bruck“ II und der ESV 27 Regensburg, aufeinander trifft.

Ab 18.30 Uhr läuft dann das geharzte Leder in der Sulzbacher Krötensee-Halle durch die Reihen, wo der HC den Landesliga-Tabellenführer SG Regensburg empfängt.

Die Euphorie ist riesengroß

„Dass wir überhaupt so dastehen, ist für uns eine Riesensache! Jetzt wollen wir das Märchen weiterleben lassen“, sagt ESV-Trainer Bernie Goldbach. In Anbetracht der Verletzungsmisere im Rückraum war für den 35-Jährigen der Höhenflug in seinem zweiten Jahr an der Seitenlinie bei den Blau-Schwarzen nicht absehbar. Seit den Achtziger Jahren war die Bezirksoberliga das Höchste der Gefühle, meist hielt sich der ESV 1927 sogar eine Klasse tiefer auf. An der Dechbettener Brücke steht der Frauenhandball traditionell im Fokus.

Die Euphorie um das starke Geschlecht ist riesengroß. Am vergangenen Samstag besiegte der ESV die TS Herzogenaurach im Bunker mit 28:23 und baute die Erfolgsserie seit dem 5. November auf 23:1 Punkte aus. Der per Asterix-und-Obelix-Trailer („The road to the final: Mia foarn af Bruck“) auf der Homepage angebotene Fanbus war keine 24 Stunden später ausgebucht. „Der Bus ist voll“, ließ Webmaster Jens Fäustl verlauten. Keeper Maxi Miersch stellte eine Mitfahrgelegenheit in einem zusätzlichen Kleinbus ein („Noch neun Plätze frei“) – der ist nun ebenfalls voll.

Für Bernie Goldbach ist klar, dass der Sieger des Gipfeltreffens trotz zwei noch ausstehender Partien durch ist: „Da brauchen wir nicht drumherum reden, jeder kann die Tabelle lesen“. Bei zwei Punkten Vorsprung würde der bessere Direktvergleich für die Eisenbahner (wie im anderen Fall auch für Erlangen) sogar noch eine Niederlage verzeihen. Der ESV 27 hat nach Ostern bei der HSG Erlangen/Niederlindach (7., 18:20) und im heimischen Bunker gegen die SG Regensburg II (6., 18:20) anzutreten. Erlangen-Bruck II muss zu Nabburg/Schwarzenfeld (8., 17:21) und erwartet im Lokalderby Niederlindach.

Derweil steht Erlangen-Bruck ein Dreifach-Aufstieg ins Haus: Dem Bayernliga-Team ist bei sieben Zählern Vorsprung der Aufstieg in die 3. Liga kaum zu nehmen. Die „Dritte“ hat in der Bezirksliga West ihr Meisterstück bereits gemacht – und darin liegt jetzt die Krux für die Franken: Das Bezirksligateam kann nur in die BOL hoch, wenn die „Zweite“ in die Landesliga zurückkehrt. Wobei TV-Abteilungsleiter Peter Krell den Gerüchten widerspricht, „dass wir, um aufzusteigen, gegen Regensburg Spieler aus unserem Bayernligateam einsetzen“. Die Personalien (Stichwort: Festspielen) seien für jedermann den Spielbögen auf der BHV-Homepage zu entnehmen.

Das Vorrundenspiel am 11. November gegen Erlangen-Bruck gewann der ESV 27 im heimischen „Bunker“ mit 22:21 (9:11). Für Trainer Goldbach wurde die Partie in der 6:0-Positionsabwehr gewonnen. Der Sieg stand nach Fabian Ehlis‘ Treffer zum 22:19 (59:20 Minuten) eigentlich fest.

Erlangen-Bruck II konnte im Grunde nur noch Ergebniskosmetik betreiben (59:32, 59:59). Zehn Tore, davon drei per Strafwurf, erzielte Bene Fuchs. Der Einsatz des angeschlagenen Spielmachers entscheidet sich wie der von Kreisläufer „Zachi“ Moritz erst beim Aufwärmen. Halblinks Paul Zink ist verhindert.

Ähnlicher Charakter

Unterdessen sind in der Männer-Landesliga noch fünf Partien zu absolvieren. Im Lager von Spitzenreiter SG Regensburg (1., 39:3) hat das Auswärtsspiel beim HC Sulzbach (10., 17:25) einen ähnlichen Endspielcharakter wie beim ESV 27. Bei fünf Zählern Vorsprung vor den punktgleichen Verfolgern TG Heidingsfeld und HSG Lauf/Heroldsberg, die sich nach Ostern im direkten Duell die Punkte abnehmen werden, ist für SG-Vorstand Helmut Meichel bei einem Sieg in Sulzbach die Bayernliga Realität: „Den Aufstieg könnte uns keiner mehr nehmen. Wir können uns nur noch selbst ein Bein stellen“. Auf die Theorie angesprochen, räumt der 64-Jährige eher schmunzelnd ein: „Ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen.“

Moralische Rückendeckung

Am Samstagnachmittag macht sich ein Kleinbus auf den Weg nach Sulzbach. „Meine ‚Alten‘ hatten mich darauf angesprochen“, freut sich Helmut Meichel, dass die Emperhoff-Brüder, Alex Ochs, Bruno Obletzhauser & Co. wie schon im Januar in Heidingsfeld moralische Rückendeckung geben.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht