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„Diese letzte Runde zwinge ich noch“

MZ-Mitarbeiter Alexander Wochinger ist das Race24 im Team Zellwolle-Express mitgefahren. Von Euphorie bis zum bitteren Ende macht er alles durch.

  • Alexander Wochinger (25) hat’s geschafft – und ist geschafft. Foto: nb
  • So frisch hat der Junge mal ausgesehen. Foto: privat

Kelheim.Die erste Runde wäre geschafft, mit 29 Minuten nicht unbedingt schlecht, aber ausbaufähig. Wir haben perfektes Wetter fürs Radfahren, die Leute sind gut drauf – und dann macht das richtig Spaß! Am Stausackerer Berg läuft die Party in vollen Zügen, so dass man fast anhalten und mitmachen möchte.

Meine zweite Runde ist rum, ich fühle mich langsam etwas müde, auch weil der ganz große Trubel rum ist, außer im Festzelt am Ludwigsplatz - das schiebt mich richtig an, wenn ich die Atmosphäre spüre. Das könntest auf halber Strecke mal brauchen. Nun heißt es Kraft tanken im Fahrerlager, gezielt essen und die Wasserflasche darf nicht stillstehen. Die Nacht kommt langsam näher und darauf freut sich bei uns im Team keiner, da werden wir noch eine Portion Motivation brauchen!

„Das Essen schmeckt nicht mehr“

Die dritte Runde ist rum und meine Beine werden langsam etwas schwerer – allerdings noch im erträglichen Rahmen. Jetzt kommt gleich die erste Nachtrunde und was die nächsten Stunden alles passiert, wird mit Sicherheit interessant. Ich hoffe, dass die Leute mich am Berg etwas anschieben, das hilft ungemein. Die Müdigkeit lastet mittlerweile nicht nur auf den Extremitäten, sondern schlägt auch mental zu. Die gilt es jetzt zu verdrängen, denn mein Rad läuft gut. Unser Team hält es mit Olli Kahn: Weitermachen, immer weitermachen!

Die fünfte Runde ist geschafft. Durch eine Fahrerumstellung bleiben mir jetzt immerhin Stunden Pause und etwas Schlaf, was ich grad ganz gut gebrauchen kann. Man merkt nun eine deutlich leerere Strecke, was fürs Gruppenfahren nicht förderlich ist. Ohne einen Zug kann man nicht richtig Tempo machen.

Die Nacht ist vorbei und ein Großteil der Motivation leider auch, mittlerweile ist wenig los auf der Strecke, und die leere Innenstadt schlägt auch nicht gerade positiv aufs Gemüt. Ich bin ziemlich ausgelaugt und das Essen schmeckt auch nicht mehr so gut.

„Es gibt Hilfe – nicht für mich“

Die letzten Runden sind die schwersten, so könnte man das Kapitel für das Finale beschreiben. Meine Beine sind schwer, der Berg zieht sich ewig hin, du kämpfst dich hoch und dann ist da noch der Weg zurück nach Kelheim. Aber das Miteinander auf der Strecke wächst. Schon bei der Ausfahrt aus der Stadt wird abgesprochen, dass man in der Gruppe bleibt und sich gegenseitig hilft. Das sah am Anfang des Rennens ganz anders aus.

Mir hilft aber auch das nichts mehr. Im Anstieg zu meiner siebten Runde schmerzt das Knie brutal. Unter Schmerzen den Berg hoch quälen, ist man gewöhnt – aber das ist eine andere Sache. Diese letzte Runde fahre ich dennoch fertig – und wenn es doppelt so lange dauert. Am Montag geht’s zum Doc.

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