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Tennis

Eckert-Damen schlagen auch den Meister

Mit dem 6:3-Erfolg im letzten Heimspiel der Saison machen Julia Görges und Co. einen Riesenschritt zum deutschen Titel.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Julia Görges trug im Einzel und Doppel zwei Punkte zum Erfolg gegen Ratingen bei.
Julia Görges trug im Einzel und Doppel zwei Punkte zum Erfolg gegen Ratingen bei. Foto: Brüssel

Regensburg.In der Statistik ist es vielleicht nur einer von fünf Siegen, in der Tennis-Geschichte des TC Rot-Blau Regensburg aber ist es eventuell bald der größte Schritt aller Zeiten. Nach dem 6:3-Erfolg gegen den deutschen Vizemeister Karlsruhe vor drei Wochen besiegten die Eckert-Damen um die in Regensburg wohnende Fed-Cup-Spielerin Julia Görges und Teamchef Michael Geserer am Sonntag den Meister aus Ratingen mit demselben Ergebnis und machten damit einen riesengroßen Schritt zum deutschen Titel, dem nun nur noch ein letzter Auftritt nach der Rasensaison am 10. Juli in Hannover entgegensteht.

Gegner braucht den Sieg auch

Michael Geserer, ein Freund der defensiven Worte-Taktik, blieb dieser auch nach dem Erfolg treu. „Wir haben es jetzt in der Hand, aber wenn wir verlieren ist es vorbei. Wir fahren mit dem Auftrag nach Hannover, die Meisterschaft einzufahren und ich habe jetzt vier Wochen Zeit, die Mannschaft passend zusammenzubauen.“ Allerdings: Hannover, in dessen Diensten mit Nürnberg-Siegerin und Paris-Halbfinalistin Kiki Bertens eine der aktuellen Aufsteigerinnen in der Weltrangliste steht, braucht die Punkte ebenfalls noch dringend. „Wenn sie gegen uns verlieren, dann steigen sie wohl ab und Stuttgart bleibt drin“, hat Geserer die Tabelle vor dem Abschlussspieltag genau unter die Lupe genommen.

Defensiv war Geserer auch das Match gegen Ratingen angegangen. „Ein 3:3 nach den Einzeln“ hielt er für realistisch, es wurde eine 4:2-Führung. Vor allem die Topspielerinnen siegten schnell und glatt. Johanna Larsson gegen gegen die Bulgarin Seisil Karatantcheva zweimal 6:1 und verwandelte den ersten Matchball. „Es klingt deutlicher als es war“, blieb die schwedische Nummer 62 der Weltrangliste bescheiden. „Ich habe immer wieder ein paar Fehler zu viel gemacht.“

Krejcikova und die Ochsentour

In der ersten Runde der Nummern zwei, vier und sechs verlor nur die rot-blaue Russin Natela Dzalamidze im Match-Tiebreak. Die schon seit Regionalliga-Tagen für die Eckert-Damen spielende Tschechin Barbora Krejcikova, die bei den French Open nach einem Sieg gegen das Nummer-eins-Doppel Hingis/Mirza am Freitag erst im Halbfinale ausgeschieden war, nahm wieder einmal eine Ochsentour auf sich, um Bundesliga zu spielen. Denn schon am Samstag hatte die junge Tschechin, die in der Doppel-Weltrangliste von Position 51 einen großen Sprung tun wird, im niederländischen s‘Hertogenbosch die gerade beginnende Rasensaison mit einem verlorenen Match in der Qualifikation eingeläutet – und war noch angereist.

Genau so eine Ochsentour war auch Krejcikovas Spiel Nicola Geuer. „Es kommt auch auf den Zustand der Spielerinnen an“, hatte Geserer vorher schon gewusst. Bei 5:2 und späteren zwei Satzbällen bei 5:4 sah so aus, als hätte Krejcikova alle Müdigkeit aus dem Körper geschüttelt, doch dann verlor sie fünf Spiele in Serie und den ersten Satz. Nach einem 6:0 im zweiten Durchgang wurde auch der Match-Tiebreak wieder zu einem Wechselspiel der Gefühle. Die Müdigkeit blieb ein steter Begleiter.

Auch da wurde es nach dem 6:2 noch einmal spannend. Ein fahrlässig vergebener Schmetterschlag, die Hilfe der Netzkante und vollste Konzentration beim Matchball brachten das glückliche Ende. „Und das Doppel mit Julia war eine Schau.“

Die Eckert-Damen feierten – vorerst aber nur den Heim-Abschluss. Die Titelparty soll am 10. Juli in Hannover steigen.

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