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Ein besonderes Spiel für Niko Kovac

Der künftige Bayern-Trainer kommt mit der Eintracht nach München – und verspricht vollen Einsatz bis zur letzten Minute.
Von Andreas Schirmer und Klaus Bergmann, dpa

Niko Kovac trifft auf seinen künftigen Verein. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Niko Kovac trifft auf seinen künftigen Verein. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Frankfurt.Niko Kovac wollte vor dem pikanten Auftritt bei seinem künftigen Arbeitgeber FC Bayern keinen Zweifel am vollen Einsatz für seinen Noch-Klub in Frankfurt aufkommen lassen. „Wichtig ist die Eintracht. Wir haben noch eine Aufgabe“, sagt der 46-jährige Trainer vor dem Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr) in München – und versicherte: „Ich bin absolut professionell, gebe von der ersten bis zur letzten Minute immer alles. Und das werde ich in den letzten vier Spielen auch tun.“

Ob ihm dies die Eintracht-Fans, die ihn beim Heimspiel gegen Hertha (0:3) ausgepfiffen haben, danken werden? Denn der Rekordmeister könnte eine unerwartet starke Saison der Hessen noch gewaltig trüben. Der Ausgang der Partie in München entscheidet mit über den möglichen Einzug in den Europacup, der auch mit einem Sieg gegen die Bayern im DFB-Pokalfinale am 19. Mai in Berlin noch möglich wäre.

„Keep cool, locker bleiben“

Kovac hätte nichts dagegen, das fast Unmögliche gegen seinen im deutschen Fußball übermächtigen neuen Klub möglich zu machen. „Was mich interessiert: Wie können wir Bayern schlagen oder mindestens einen Punkt holen“, sagt er. Seine demonstrative Zuversicht untermauerte Kovac mit einem Zwischenfazit. „Wir haben schon mehr erreicht, als viele gedacht haben“, erklärte er. „Keiner hätte geglaubt, dass wir wieder ins Pokalfinale kommen, Siebter sind und um die europäischen Plätze spielen.“ Deshalb empfiehlt Kovac: „Keep cool, locker bleiben und gucken, was die Zukunft bringt.“

Dies gilt auch für ihn selbst. „Mir geht es sehr gut. Ich hoffe, das sieht man auch“, sagte er bei dem obligatorischen Medientermin vor dem Bayern-Spiel lächelnd. Dass Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic über die Art des Bekanntwerdens seines Wechsels die Münchner Führungsriege heftig attackiert hatte, wollte Kovac nicht kommentieren. Dagegen wehrt er sich vehement gegen den Verdacht, in Sachen Kaderplanung bei den Bayern schon involviert zu sein: „Nach dem 19. Mai kann ich mitreden, vorher interessiert es auch nicht. Die Bayern haben ihre Ziele, wir haben unsere Ziele.“

Dass die Eintracht diese aufgrund des Wechseltheaters um Kovac verfehlen könnte, glauben die Frankfurter Spieler nicht. „Niemand in der Mannschaft hat mental ein Problem, nur weil der Trainer den Verein wechselt“, sagt Verteidiger Danny Da Costa. „Wir blenden das bewusst aus. Er arbeitet genauso akribisch wie die ganze Zeit zuvor.“

Lob von Rummenigge

Vor dem Spiel in München wird Kovac mit Lob von Karl-Heinz Rummenigge bedacht, aber auch mit Kampfansagen seiner künftigen Spieler konfrontiert. „Niko ist ausgeschlafen, rhetorisch geschliffen, extrem ehrgeizig, dabei immer auch empathisch und für neue Ideen offen“, schrieb Rummenigge im Stadion-Magazin. Schon vor dem verpatzen Halbfinale in der Champions League gegen Real Madrid (1:2) versprach Thomas Müller: „Schauen wir mal, dass wir ihm einen schönen Empfang bereiten und ihm ein paar Tore einschenken können.“

Groß ist die Chance der Frankfurter, die keines der letzten 13 Spiele gegen die Bayern gewannen, auf einen Erfolg in München nicht. Sie hat sich laut Kovac durch die Heimpleite gegen Real auch nicht erhöht. „Die Bayern sind schon Meister, werden alles auf das Halbfinale am Dienstag fokussieren und kräftig durchwechseln“, erwartet Kovac. „Das macht die Aufgabe mit Sicherheit nicht einfacher. Im Gegenteil: Da sind dann frische Kräfte am Werk, die sich empfehlen wollen.“

Mit Blick auf das Pokal-Duell in Berlin will sich Kovac, der angeführt von Kevin-Prince Boateng auf ein halbes Dutzend Stammkräfte verzichten muss, noch Geheimnisse bewahren. „Wir haben die Möglichkeit etwas auszuprobieren und sehen, wie es funktioniert“, erklärt Kovac. „Wir werden nicht alles aufdecken, um noch etwas im Ärmel behalten.“

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