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Tennis-Bundesliga

Ein „kleines Paris“ in Regensburg

Die Eckert-Damen arbeiten weiter am Titel-Hattrick – und brauchen dafür am Sonntag den nächsten Heimsieg gegen Hamburg.
Von Claus-Dieter Wotruba

Richel Hogenkamp hatte in Paris die ehemalige Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa am Rande der Niederlage – und spielt jetzt am Sonntag wieder Bundesliga in Regensburg. Foto: Thomas SAMSON/afp
Richel Hogenkamp hatte in Paris die ehemalige Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa am Rande der Niederlage – und spielt jetzt am Sonntag wieder Bundesliga in Regensburg. Foto: Thomas SAMSON/afp

Regensburg.Michael Geserer hatte es mehr als nur geahnt. „Ich hatte diese Situation vorausgesehen. Deswegen war mein einziger Wunsch bei der Terminplanung ja auch, dass wir am mittleren Sonntag der French Open spielfrei haben“, sagt der Team-Manager des Eckert-Tennis-Teams. Es klappte nicht: Weil Aachen den gleichen Wunsch anmeldete und der Losentscheid zuungunsten des deutschen Meisters aus Regensburg endete, kann es gut sein, dass es Sonntag ab 11 Uhr gegen den Club an der Alster aus Hamburg eine Premiere auf der Anlage des TC Rot-Blau gibt. Geserer, der bei den French Open in Paris ist und dort Julia Görges betreut, könnte erstmals fehlen, seit er sich um das Team kümmert.

So lief das erste Bundesliga-Heimspiel 2018 gegen Karlsruhe.

„Das hat mich schon geärgert, aber ich werde so oder so dabei sein“, sagt Geserer, vielleicht nicht körperlich, aber zumindest geistig. „Vor Ort werden sich Uli Vollath und Daniel Pohl als Physio sowie die zwei Trainer Andi Berger und Andi Träger um alle Belange kümmern. Und ich war natürlich wieder mit den Spielerinnen in Kontakt“, berichtet Geserer, der unlängst in Nürnberg als „Trainer des Jahres“ für sein Engagement im deutschen Tennis ausgezeichnet worden war. „Wir werden auf alle Fälle wieder ein gutes Team stellen – mit dem Ziel, Hamburg zu schlagen.“

Witthöft ist Hamburgs Eins

Denn am fünften Spieltag geht es für beide Mannschaften im Siebener-Bundesligafeld um die Wurst. Die Regensburgerinnen brauchen bei 4:2 Punkten in den drei letzten Spielen drei Siege, um ihren Titel-Hattrick vollenden zu können. Die Hamburgerinnen, bei denen Carina Witthöft als Nummer eins das Aufgebot anführt und noch im Doppel in Paris im Einsatz ist, stehen bei 0:6 Punkten schon mit dem Rücken zur Wand, um nicht abzusteigen.

Auch wer bei den rot-blauen Damen spielt und wer nicht, hängt viel an Paris. Das Gros des Teams – insgesamt zehn Spielerinnen – war dort im Einzel im Hauptfeld im Einsatz: Inzwischen ist neben Geserer-Schützling Julia Görges mit der Belgierin Elise Mertens nur noch eine zweite Spielerin aus dem Aufgebot im Rennen. Im Doppel sind es noch ein paar mehr – und am Ausgang dieser in der deutschen Öffentlichkeit weit weniger im Blickpunkt stehenden Partien liegt auch, wen das Regensburger Publikum am Sonntag live sehen kann.

Stammgast und Punktegarant

Zu den Stammgästen an der Dürerstraße – und den zuverlässigen Punktegaranten – zählt die Niederländerin Richel Hogenkamp. Die 26-Jährige schrammte bei den French Open gegen die ehemalige Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa haarscharf an der ganz großen Überraschung vorbei. Die Nummer 133 des WTA-Rankings führte im entscheidenden dritten Satz mit 3:0 und verlor am Ende doch mit 3:6. „Das war ein supergeiles Match. Sie hatte sogar Spielball zum 4:1“, sagt Paris-Augenzeuge Michael Geserer und freut sich über die Bereitschaft der Spielerinnen, selbst nach solchen Höhepunkten sofort für Bundesliga-Einsätze zur Verfügung zu stehen. „Sie hat gefragt und ich habe gesagt: ‚Klar brauchen wir Dich.‘“ Und auch die deutsche Nachwuchs-Hoffnung Antonia Lottner wird ein weiteres Mal in Diensten der Eckert-Damen spielen.

Eine Bundesliga-Saison in 35 Tagen

  • Endspurt:

    Am 10. Juni endet nach nur 35 Tagen die Saison in der Tennis-Bundesliga der Frauen schon wieder. Im Siebenerfeld ist nach vier Spieltagen kein Team mehr ungeschlagen. Karlsruhe, Regensburg und Aachen habe je ein Spiel verloren.

  • Programm:

    Für das Eckert-Tennis-Team geht es nach dem Heimspiel gegen Hamburg am Sonntag (11 Uhr) am Freitag, den 8. Juni noch nach Aachen, ehe zum Abschluss am Sonntag, den 10. Juni Ludwigshafen an der Dürerstraße in Regensburg antritt.

Ansonsten ist vieles schon angerichtet für die letzten beiden Auftritte am 8. Juni in Aachen und zum Abschluss am 10. Juni zuhause gegen Ludwigshafen. „Natürlich soll der letzte Spieltag ein Highlight werden und wir wollen nah an unserem Bestaufgebot unterwegs sein“, sagt Geserer. Dann wohl auch wieder mit der Regensburgerin Julia Görges – wenn sich die 29-Jährige in Paris nicht am Ende doch selbst übertrifft, und nach ihrem Topduell am Samstag gegen Serena Williams weitere dicke Brocken aus dem Weg räumt und bis zum Schluss im Grand-Slam-Turnier dabei wäre.

„Aber am Sonntag ist sowieso jetzt schon ein kleines Paris in Regensburg zu sehen“, sagt Geserer. „Ich freue mich erst einmal auf den Samstag – und für den Sonntag ist alles organisiert.“

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