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Eishockey

Eisbären stehen vor dem Aus

1:6 – für die Eisbären gibt es in den Oberliga-Playoffs auch in Herne Saures. Am Dienstag folgt die letzte Chance zuhause.
Von Claus-Dieter Wotruba

Raphael Fössinger hütete im letzten Drittel für Peter Holmgren das Eisbären-Tor und kassierte einen der sechs Gegentreffer. Foto: Dirk Unverferth
Raphael Fössinger hütete im letzten Drittel für Peter Holmgren das Eisbären-Tor und kassierte einen der sechs Gegentreffer. Foto: Dirk Unverferth

Herne.Das ist bitter: Die Träume der Eisbären vom EV Regensburg könnten schon in der ersten Playoff-Runde der Eishockey-Oberliga ein jähes Ende finden. Nach der zweiten Niederlage im zweiten Vergleich, diesmal einem 1:6 (0:2, 0:3, 1:1) vor 2379 Zuschauern beim Nord-Sechsten Herner EV, braucht der Tabellendritte der Südgruppe drei Siege in Serie, um das Ruder noch herumzureißen. Die erste dieser letzten Chancen hat das Team von Trainer Igor Pavlov am Dienstag (20 Uhr) in der Regensburger Donau-Arena. Bei einer weiteren Niederlage wäre die Saison bereits beendet.

100 Regensburger Fans hatten sich auf den Weg in die 550 Kilometer entfernte nordrhein-westfälische Stadt gemacht – und sahen einen Fehlstart in die Partie. Nach 5:45 Minuten war Marcus Marsall vorbereitet von Nils Liesegang, der schon beim 5:1-Erfolg der Herner in Regensburg an vier der fünf Treffer beteiligt war, gegen Eisbären-Schlussmann Peter Holmgren erfolgreich. Das verschärfte denn sowieso schon großen Druck noch einmal: Denn eine zweite Niederlage würde im Best-of-five-Modus bedeuten, dass die Regensburger drei Siege in Serie brauchen, um den Spieß umzudrehen.

Trainer Igor Pavlov hatte in Sachen Aufstellung auf die so lange bewährten Verteidigerpärchen und Sturmreihen zurück umgestellt. Doch Früchte trug das nicht: Wie schon am Freitag erwies sich der aus seiner Saison in Waldkraiburg noch gut bekannte und Anfang des Jahres aus Deggendorf gekommene Björn Linda im Herner Tor als großer Trumpf, zeigte Paraden wie in der 14. Minute oder hatte das nötige Glück, als drei Minuten zuvor die Scheibe an der Linie entlangtrudelte.

Gajovsky verschießt Penalty

Obendrein hatten die Eisbären mit Hernes Topreihe Brad Snetsinger, Patrick Asselin und Philipp Kuhnekath ihre liebe Müh und Not. Letzterer, der in dieser Saison auch 33 DEL-Spiele für die Krefeld Pinguine absolvierte, traf auch 4:56 Minuten vor Drittelende zum 2:0. Dazu verlor zunächst Stürmer Nicolas Sauer einen Zahn und wurde ins Krankenhaus gebracht. Und dann musste auch Verteidiger Korbinian Schütz mit einer Prellung an der Wirbelsäule vom Eis gebracht werden. Schiedsrichter Marc Andre Naust schickte wegen dieser Attacke Maik Klingsporn mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine, die fünf Minuten Überzahl brachte. Wenig später hätte sich Eisbären-Topskorer Nikola Gajovsky einen Tag nach seinem 32. Geburtstag beschenken können, doch beim Penalty nach 17:58 Minuten zielte er am Tor vorbei.

Wieder hatten die Eisbären den einen oder anderen Schnitzer in der Defensive zuviel gemacht. Und der Rest der Fünf-Minuten-Strafe verstrich zum Start des zweiten Drittels ohne Folgen für Herne. Kapitän Peter Flache war inzwischen zu Gajovsky und Richard Divis in die erste Reihe gerückt. Die Eisbären kämpften, brachten aber vor dem Herner Tor zu wenig zustande.

Anders Herne: Als erst Richard Divis und dann Lars Schiller auf die Strafbank wanderten, nutzten die Gastgeber die 36-sekündige Zwei-Mann-Überzahl sofort durch Patrick Asselin (30.) – und der Vorentscheidung. Zumal Asselin 161 Sekunden später das vierte Herner Tor draufsetzte und Mike Schmitz 31 Sekunden vor der zweiten Drittelpause sogar zum 5:0 traf.

Fössinger für Holmgren

Nach 40 Minuten war Schluss für Peter Holmgren, der im Eisbären-Tor von Youngster Raphael Fössinger ersetzt wurde. Nach 42:52 Minuten traf Bendikt Böhm wenigstens ein erstes Mal für die Regensburger. Allerdings stellte Lois Spitzner nur 32 Sekunden später den alten Fünf-Tore-Abstand schon wieder her.

Chancen gab es danach noch hier und da, aber die Entscheidung war natürlich längst gefallen. Dazu fuhr in der 53. Minute auch noch Richard Divis mit lädierter Hand auf die Bank. Tore aber fielen nicht mehr.

Herne – Regensburg 6:1 (2:0, 3:0, 1:1)

Herner EV: Linda – Bauermeister, Klingsporn; Suchomer, Ackers; Mike Schmitz, Tom Schmitz; Esch – Snetsinger, Asselin, Kuhnekath; Thielsch, Liesegang, Marsall; Fominych, Spitzner, Schug; Krämer

Eisbären Regensburg: Holmgren (ab 40:00 Fössinger) – Gulda, Heider; Vogel, Schütz; Bühler, Schiller; Tippmann, Weber – Tausch, Gajovsky, Divis; Flache, Keresztury, Sauer; Böhm, Herrmann, Heger; Franz, Kroschinski, Schwarz

Tore: 1:0 (5:45) Marsall (Liesegang-Thielsch), 2:0 (15:04) Kuhnekath (Snetsinger-Bauermeister), 3:0 (29:57) Asselin (Snetsinger-Ackers bei 5-3), 4:0 (32:38) Asselin (Snetsinger-Krämer), 5:0 (39:29) M. Schmitz (Krämer-Kuhnekath), 5:1 (41:52) Böhm, 6:1 (42:24) Spitzner (Fominych-M. Schmitz); Besonderes: Gajovsky schießt Penalty am Tor vorbei (17:58)

Schiedsrichter: Marc Andre Naust (Iserlohn); Zuschauer: 2379; Strafminuten: Herne 10 + 5 + Spieldauer für Klingsporn (18.) – Regensburg 12

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