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Eiskunstlauf: Deutsche Meisterin zu jung für EM

Sarah Hecken ist neue Deutsche Meisterin im Eiskunstlauf. Den Start bei der EM muss sie aber der Drittplatzierten überlassen, denn sie selbst ist noch zu jung.

Für Top-Favoritin Annette Dytrt zu stark, für Europa- und Weltmeisterschaften noch zu jung. Als die erst 14 Jahre alte Sarah Hecken aus Mannheim als neue deutsche Eiskunstlauf-Meisterin grüßte und ihrer ein weiteres Jahr jüngeren Dortmunder Konkurrentin Isabel Drescher zum zweiten Platz gratulierte, zog es Dytrt bereits runter vom Siegerpodest, auf dem sie sich ohnehin als Verliererin fühlen musste.

Denn nach brauchbaren Ansätzen im Kurzprogramm blieb das Comeback der 24 Jahre alten Wahl-Oberstdorferin nach fast einjähriger Wettkampfpause auf halbem Wege stecken, was der gebürtigen Tschechin blieb war ein Trostpflaster in Form einer Nominierung für die Europameisterschaften Ende Januar in Zagreb. Der Grund: Hecken und Drescher sind bei „großen“ internationalen Championaten noch nicht startberechtigt, stattdessen wird die neue Titelträgerin die Deutsche Eislauf-Union (DEU) bei den Welttitelkämpfen der Junioren im Februar in Sofia vertreten.

„Die beiden jungen Läuferinnen sind auf einem guten Weg. Zwei starke Talente in diesem Alter bedeuten eine positive Konkurrenz-Situation. Da wird jetzt keiner abheben“, vermutete DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf. Druck auf Dytrt können die beiden Kufen-Teenies aber erst ab dem Olympiajahr 2010 ausüben, wenn sie auch international der viermaligen deutschen Meisterin auf den Pelz rücken dürfen.

Um dies zu verhindern, will die Blondine ihr seit dem Trainerwechsel von Shanetta Folle zu Karel Fajfr vor einem Jahr intensiviertes Vorbereitungsprogramm weiter intensivieren: „Seit der Zusammenarbeit mit meinem Coach mache ich fast alles anders als früher. Jetzt weiß ich endlich, dass ich jahrelang viel zu wenig trainiert habe.“

Dennoch blieben in Dresden Zweifel, ob Dytrt auch mental dem Stress auf internationaler Ebene gewachsen sein wird. Doch der DEU fehlen bei den Damen personelle Alternativen, auch die diesmal viertplatzierte Kristin Wieczorek (Chemnitz) hatte im vergangenen Jahr als deutsche Meisterin ihre internationale Bewährungschance und konnte sie weder bei den Europameisterschaften noch bei den Welttitelkämpfen nutzen.

Im Gegensatz zur gelegentlich eine Spur zu unbekümmerten Dytrt hat sich Hecken, Neuntklässlerin einer Sport-Gesamtschule, schon jetzt total dem Eiskunstlauf verschrieben. „Mit 18 Monaten habe ich meine ersten Schlittschuhe bekommen. Seither stehe ich fast jeden Tag auf dem Eis“, erzählte die neue Meisterin, die sogar schon jetzt klare Vorstellungen über die Zeit nach ihrer Karriere hat: „Dann werde ich Trainerin.“

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