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Bundesliga

Erst Wolfsburg, dann Besiktas

Die Bayern-Stars freuen sich schon auf die Champions League. Aber vorher soll die Pflichtaufgabe erfolgreich gelöst werden.
Von Christian Kunz, dpa

Im Hinspiel kamen die Bayern (hier James Rodriguez und Thomas Müller gegen Felix Uduokhai) gegen Wolfsburg nicht über ein 2:2 hinaus. Foto: Kneffel/dpa
Im Hinspiel kamen die Bayern (hier James Rodriguez und Thomas Müller gegen Felix Uduokhai) gegen Wolfsburg nicht über ein 2:2 hinaus. Foto: Kneffel/dpa

München.Jupp Heynckes wirkte noch ein wenig angeschlagen. Nach einer fiesen Grippe ist der Trainer des FC Bayern vor dem Start in die K.o.-Runde der Champions League und dem Ligaspiel beim VfL Wolfsburg an diesem Samstag aber wieder genesen – und auch alle seine Feldspieler sind fit. „Ich glaube, das hat in den letzten fünf Jahren hier nicht stattgefunden, dass kein Feldspieler verletzt war“, sagt der 72-Jährige. Trainingssteuerung, behutsamer Aufbau der Verletzten und die Professionalität der Spieler, denen Heynckes noch ein paar Tipps zur Erkältungsprophylaxe mit auf den Weg gab, führte der Coach als Grund für die schöne wie herausfordernde Konstellation an.

Beim Spiel gegen Wolfsburg wird Bayern-Trainer Jupp Heynckes wieder auf der Bank sitzen. Foto: Sven Hoppe/dpa
Beim Spiel gegen Wolfsburg wird Bayern-Trainer Jupp Heynckes wieder auf der Bank sitzen. Foto: Sven Hoppe/dpa

„Auf der einen Seite ist es ein Luxusproblem, alle Spieler zur Verfügung zu haben. Auf der anderen Seite liegt es am Geschick des Trainers, das zu moderieren“, sagte Heynckes am Freitag. Auch gegen den VfL Wolfsburg kann der Trainer nicht alle Profis für den 18-Mann-Kader nominieren. Es könne jeden treffen, sagte Heynckes. Nur der verletzte Manuel Neuer und der gesperrte Arturo Vidal fehlen am Samstag (15.30 Uhr) beim nächsten Schritt zum nationalen Turbo-Titel.

Kein Kribbeln bei Heynckes

„Im Groben“, so Heynckes, stehe auch schon die Elf, die am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) gegen Besiktas Istanbul den Grundstein für den Einzug ins Viertelfinale der Champions League legen soll. Allzu viele Kandidaten dürfte der Trainer im Liga-Duell mit den schwächelnden Niedersachsen für die Königsklasse also nicht mehr casten. „Wenn man solch einen Kader wie wir hat, mit fast nur Nationalspielern, dann muss ein Trainer berücksichtigen, dass alle Spieler am Wettkampf partizipieren möchten. Das werde ich tun“, sagte Heynckes.

Heynckes gibt Prophylaxe-Tipps

  • Erkältung:

    Gleich nach der eigenen Genesung gab Trainer Jupp Heynckes den Profis des FC Bayern einige Ratschläge zur Vorbeugung. „Man hat sich schnell eine Erkältung zugezogen. Man braucht nicht unbedingt 72 Jahre alt zu sein, um eine Grippe zu bekommen. Ich sehe rechts und links überall junge Menschen, die einen Infekt haben und ausfallen“, sagte der Trainer-Routinier am Freitag.

  • Nasse Haare:

    Heynckes wies die Spieler darauf hin, dass sie sich mit Vitamin C oder Mineralien versorgen, nicht mit nassen Haaren das Gebäude verlassen und sich wetterfest kleiden sollten. „Nach den Spielen muss man mit dem Immunsystem besonders aufpassen. Da darf man nicht nur mit einer dünnen Trainingsjacke durch die Welt tigern. Aber Sie wissen ja, wie die jungen Leute sind...“ (dpa)

Der 72-Jährige versucht, die Belastung beim eng getakteten Rhythmus Samstag-Dienstag-Samstag möglichst gut zu verteilen. Ein „Kribbeln“ vor dem Flutlichtspiel am Dienstag vor heimischer Kulisse gegen den türkischen Meister verspürt Heynckes nach eigenen Angaben noch nicht. Ganz anders seine Spieler, die nach einem Königsklassen-Spektaktel wie dem zwischen Real Madrid und Paris Saint-Germain noch ein bisschen mehr Lust als ohnehin haben. „Ich freue mich unheimlich auf die Partien und darauf, nach längerer Pause die Champions-League-Hymne wieder zu hören“, sagte Weltmeister Mats Hummels. „Es sind ja doch mehr als zwei Monate gewesen.“

Thiago in der Startelf

Noch ein bisschen länger fehlte Thiago, der Ende November beim Auswärtsspiel in Anderlecht einen Muskelteilriss im Oberschenkel erlitten hatte. Heynckes lässt den Mittelfeldspieler in Wolfsburg in der Startelf ran. „Er hat über zwei Wochen am Mannschaftstraining teilgenommen“, sagte der Trainer-Routinier.

Heynckes selbst leitete am Donnerstag erstmals nach dem Infekt das Training wieder. Der 72-Jährige war beim Sieg gegen den FC Schalke 04 und in den folgenden Einheiten von Assistent Peter Hermann vertreten worden. „Insgesamt hat das zur Genesung beigetragen, dass das ganz gut funktioniert hat“, sagte Heynckes – und überraschte auch mit einem Geständnis.

„Ich bin am Samstag so um Viertel nach Vier ins Bett gegangen und um kurz nach Sieben aufgewacht. Da lief das Spiel FC Bayern gegen Schalke schon 35 Minuten. Da hatte ich ein ganz schlechtes Gewissen.“

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