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ESV-Arbeitssieg im sanierten Bunker

Drittliga-Frauen des ESV mühen sich zu 25:20 über Nellingen. Angezählter Adler-Trainer Pekrul zieht Kopf aus der Schlinge.
Von Gerd Winkler

Partystimmung am Samstagabend im sanierten „Bunker“: Mit den Interimstrainern Bernie Goldbach (li.) und Jan Kauer (re.) haben die Drittliga-Frauen des ESV 1927 den TV Nellingen 25:20 geschlagen. Foto: Andreas Nickl
Partystimmung am Samstagabend im sanierten „Bunker“: Mit den Interimstrainern Bernie Goldbach (li.) und Jan Kauer (re.) haben die Drittliga-Frauen des ESV 1927 den TV Nellingen 25:20 geschlagen. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Bei der Rückkehr in die sanierte ESV-Halle, dem sogenannten „Bunker“, feierten die Drittliga-Frauen des ESV 1927 Regensburg einen 25:20 (15:11)-Erfolg über den TV Nellingen. Weil Spitzenreiter TuS Metzingen II in Allensbach mit 29:35 verloren hat, konnte der Rückstand bis auf einen Zähler verkürzt werden. Stolpert am Sonntag Metzingen auch gegen Wolfschlugen, kann der ESV im Parallelspiel mit einem Sieg bei der SG Kappelwindeck/Steinbach erstmals seit dem 21. Dezember die Spitze erklimmen. Mehr Premiere geht nicht: Die ESV-Akteure konnten kein Training in der neuen, sprich alten Umgebung absolvieren, um sich halbwegs zu akklimatisieren. Premiere Teil II: Im Spiel eins nach der Trennung von Trainer Stefan von Frankenberg übernahmen Co-Trainer Jan Kauer und Männer-Coach Bernie Goldbach interimsmäßig.

Der erste Regensburger Ballkontakt nach 27-monatiger Abstinenz war Torfrau Kristina Hurtova bei 0:32 vorbehalten – die Gäste hatten Anwurf. Die 450 Zuschauer, darunter Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, kamen in den Genuss eines 6:1-Starts (6.), ehe Nellingens Trainerin Veronika Goldammer per Auszeit die Notbremse zog. Fortan mutig auftretend streuten die Gäste mit flexibler Abwehrarbeit Sand ins Getriebe des ESV-Spiels – ohne jedoch die Führung in Gefahr (7:4, 11:7) zu bringen.

Ein unbequemer Gegner

Weil die Eisenbahner Großchancen liegenließen (31., 34., 39) und bei fahrigen Kreisanspielen (35., 37., 41., 53.) den Ball verloren, war ein klares Absetzen nicht drin (18:13, 22:18). „Nach dem Trainerwechsel bist du mit Selbstvertrauen nicht vollgepumpt. Mir war klar, dass das Spiel ein schwieriger Weg wird“, bilanzierte Goldbach: „Es war enorm Druck auf dem Kessel, ich finde, das haben die Mädels gut gemeistert“. Zudem habe Nellingen Widerstand geleistet: „Die haben viele Spiele nur mit zwei, drei Toren Unterschied verloren, das ist eine sehr unbequem zu spielende Mannschaft“. Mal hätte der Gegner mit offensiven Abwehrhalben gespielt, „dann auf eine 3:3-Formation umgestellt, und dann spielen die wieder defensiver“. Gästetrainerin Goldammer war mit der Leistung „zufrieden, das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen“. Die Taktik sei aufgegangen: „Wir haben Regensburgs Angriff unter Druck gesetzt, die hatten extreme Probleme, Lösungen zu finden“. Es sei nicht gelungen, mehr Kapital aus den Gegenstößen zu schlagen.

Derweil kassierte Frauen-Bayernligist SG Mintraching/Neutraubling bei Spitzenreiter Würm-Mitte eine 23:33 (11:19)-Pleite. Nach der 5:2-Führung (7.) kam Würm-Mitte mit einem 8:0-Lauf binnen sechs Minuten ins Rollen. Wie in der Vorrunde war die Messe zur Pause entschieden. „Jeden Fehler vorne hat der Gegner eiskalt bestraft, in der Abwehr haben wir uns aber gut verkauft“, resümierte Coach Wolfgang Völkl und räumte ein: „Selbst wenn wir komplett sind, verlieren wir wahrscheinlich“.

Landesliga-Leader ESV 1927 II hat unterdessen in Rimpar mit 30:19 (18:8) den nächsten Kantersieg eingefahren. Isabell Toths Treffer zum 23:14 (42.) war bereits der 500. Saisontreffer. „Alle Mädels bekamen ihre Einsatzzeiten, ich konnte Alternativen testen“, kommentierte Übungsleiter Daniel Kessler unaufgeregt. Dagegen hat der SV Obertraubling mit nur drei Wechslerinnen beim Tabellenzweiten PSV Nürnberg mit 21:24 (8:12) verloren. Nach dem 5:8 (19.) liefen die Gäste einem Rückstand von vier oder fünf Toren hinterher, ehe bei 20:21 und 21:22 bei Ballbesitz der Ausgleich verpasst wurde. „Aus unseren Möglichkeiten haben wir das Beste gemacht, einige Mädels mussten auf Positionen spielen, die sie sonst nicht bekleiden“. Maria Bajdjuk und Theresa Bauer hätten das sehr gut gemacht.

In der Männer-Bayernliga konnten die Adler der SG Regensburg nach fünf Pleiten beim Vorletzten SG Rimpar II 26:24 (12:11) gewinnen. In der engen Partie erzielten nach dem 24:24 (58.) Valentin Deml und Tom Wuka die Siegtore. Im Vorfeld wurde Trainer Kai-Uwe Pekrul auf der Homepage angezählt. „Konsequenzen – welcher Art jetzt auch immer – wären für die Verantwortlichen wohl unvermeidlich“.

Mit Ex-Adler Samuel Orlovský drängt Cham in die Bayernliga.  F.: Tschannerl
Mit Ex-Adler Samuel Orlovský drängt Cham in die Bayernliga. F.: Tschannerl

ASV Cham behält die Nerven

Co-Trainer Zbynek Vesely berichtete von einer „deutlich besseren zweiten Hälfte“ und einer kämpferischen Teamleistung am eigenen Kreis mit dem starken Torhüter Maxi Lotter. Im Angriff habe das Zusammenspiel mit Kreisläufer Jakub Šíra funktioniert, außerdem seien weniger technische Fehler produziert worden. SG-Coach Sebastian Kraus haderte mit dem verletzungsbedingten Ausfall des siebenfachen Torschützen Max Lang: „Mit ihm ist viel Torgefahr verlorengegangen, außerdem ist es ohne Linkshänder ein ganz anderes Spiel“. Letztlich hätte „Regensburgs individuelle Klasse“ den Ausschlag gegeben.

Appetit auf die Bayernliga machte Landesliga-Tabellenführer ASV Cham beim 31:29 (12:9)-Erfolg über den bis dato punktgleichen TV Roßtal. Vor 450 Zuschauern war die Überlegenheit (28:23, 55.) deutlicher, als das Ergebnis aussagt: Die Franken erzielten die beiden finalen Tore in der Schlussminute. Nach teils fragwürdigen Strafzeiten (56., 58., 2 x 59.) behielt Cham die Nerven. Für Coach Filip Turecek war „eminent wichtig“, dass Tomas Soukup auflief. Gewonnen wurde der Schlager am eigenen Kreis: „Unsere Abwehr hat Roßtal oft ins Zeitspiel gezwungen“. In der 6:0-Formation gelang es Samuel Orlovský Roßtals Torjäger Sebastian Schuch auf Halbrechts zu kontrollieren. Viele Ballgewinne seien per Konter genutzt worden – für Turecek wichtig: „Mit der Führung im Rücken sind wir im Angriff nicht so gestresst gewesen, unbedingt treffen zu müssen“.

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